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Quo vadis, neue Welt ?


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09.10.2005, 11:05 Uhr

Das Szenario in New Orleans ist nun gut drei Wochen her. Die Menschen an den Fernsehschirmen haben sich (wie nicht anders erwartet) an die Bilder aus den USA so gewöhnt, wie an Kriege in fernen Ländern der Erde. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier. Nicht, dass ich sonderlich großes Mitgefühl oder Mitleid mit den Vereinigten Staaten hätte, nein das gewiss nicht, denn wer als Präsident nicht in der Lage ist, das eigene Volk zu schützen, aber auf fremden Territorium Kriege anzettelt und gegen Menschenrechte systematisch verstößt, der hat versagt, und das Volk das ihn nicht daran gehindert hat, hat ebenso versagt. Eines wollen viele Menschen nicht verstehen. Wenn ein Land, eine Regierung oder ein ganzer Staatsapparat zu Grunde geht, dann geschieht dies zum Einen nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich in einer gewissen Zeitspanne, und zum Anderen, ist dafür niemals ein einzelner Mensch verantwortlich. Wenn Beziehungen auseinander gehen, so hört man andere, wenn es um die Gründe hierfür geht, oft sagen „Aber da gehören immer zwei dazu“.

So ist es auch innerhalb eines Landes, in dem eine Demokratie herrscht, auch wenn dies zumeist nur auf dem Papier so sein mag. Aber weder Busch, noch der Mann aus Österreich zur Zeit des WK II, haben als Person alleine diese Dinge zu verantworten, zu tragen oder gar durchgeführt. Eine Entwicklung Zum guten oder zum Schlechten hin, sei es in Wissenschaft, Arbeitsmarkt, Preispolitik oder Gesundheitswesen, kann man erkennen. Ein Volk, welches mehrere Millionen Menschen zählt, lässt sich doch nicht von einer Person, oder vielleicht von einem Häufchen Menschen in der Regierung, so den Kopf verdrehen, dass sie alles mit sich machen lassen. Oder doch ?

Das Beispiel New Orleans lag mir zu Anfang schön im Gedächtnis, zumal derzeit offenbar ein erneutes Unglück die USA heimsuchen wird, ein weiterer Extremsturm. Doch was will ich denn damit überhaupt sagen ? Eigentlich ist es so einfach und simpel, aber viele sehen das durch die ewige und andauernde Berieselung durch die Medien schon gar nicht mehr. Man verblödet nicht nur, sondern wird systematisch gepolt und abgestumpft. Somit ist es leichter, gewisse „Schreckensnachrichten“ ans Volk zu übermitteln. In den USA kann man endlos viele Beispiele erkennen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Amerika zum Kriegstreiber mutierte und die Nachricht, man ziehe in den Krieg, heute ganz anders aufgenommen wird, als noch zu Zeiten des ersten Golfkrieges 1990. Das ist das Ziel dieser täuschenden Arbeit am Volk. Man möchte einen Staat haben, der das tut was man möchte, eine Art „Reality-Soap“ im ganz großen Stil. Doch wer hält dieses Treiben nun auf ? Das ist eine sehr gute Frage. Die Menschen sind derzeit offenbar noch nicht bereit oder schlicht und ergreifend noch nicht gepeinigt genug, um sich dieser Zustände zu erwehren. Man lässt mit sich umgehen, als sei man die fleischgewordene Version von Barbie´s Tuckenfreund „Ken“. Dennoch, es gibt Zeichen für einen eindeutigen Widerstand. Wo ? Na, dann überlegt mal scharf, denn eigentlich habe ich hier schon einige Male indirekt darauf verwiesen. Mutter Natur lässt sich auch vieles gefallen, doch manchmal schlägt sie gnadenlos und mit aller Härte zurück. Ein Mann wie George W. Bush jun. träumt sicherlich von der Waffe “Natur”, bei ihm würde sie wohl „Peacemaker-Nature One“ heißen. Wenn man sich beispielsweise mit dem Kyoto-Protokoll ein wenig auseinander setzt, so fällt einem global gesehen, das Verständnis für die Lage in New Orleans sichtlich schwerer. Zwar haben die USA das Protokoll mit unterzeichnet, aber wohl niemals vor es auch so umzusetzen.

Da könnte man nun schon böse Behauptungen aufstellen und sagen „Selbst schuld, USA !“, was ich aber natürlich und selbstverständlich hier nicht tun werde, da wir ja keine Hetzereien beginnen wollen. Nennen wir es einfach einmal eine provokative These. Doch es ist bei Weitem nicht so abwegig, als es eventuell auf den ersten Blick scheint. Wir begradigen Flüsse, leiten diese Um, planieren Grünflächen für Wohn- und Industrieräume, verpesten die Luft mit Giftstoffen und Abgasen, entsorgen schädliche Substanzen in Gewässern und Erdreich. Die Liste könnte man noch beliebig weiterführen, denn alleine ein Jahresrückblick ohne Naturkatastrophe, die zumindest durch den Menschen begünstigt wurde, dürfte es die letzten 10 Jahre wohl kaum gegeben haben. Der Meeresgrund kann über Schiffsunglücke mit Schäden für die Umwelt mittlerweile wohl mehrere Bücher schreiben und unsere Wälder würden, sofern sie könnten, wohl die Weltbevölkerung halbieren. Wir haben Hochwasser, Fluten, Stürme und und und. Sicher, man kann am Beispiel USA sagen, dass diese bewusste Region schon immer ein Ziel von Wirbelstürmen war und pi-pa-po. Freilich, alles schön und gut und das bestreitet sicherlich auch niemand, aber dennoch ist es verwunderlich, dass die Katastrophen, die auf ersten Blick nicht menschenbegünstigend entstanden sind, in immer kürzeren Abständen auftreten, immer stärker und vernichtender werden und vor allem, dass sie immer mehr Menschenleben kosten. Europa sieht zu wie Industriebosse für immer mehr Profit sich einen Dreck darum kümmern, die Umwelt zu erhalten oder geschweige denn zu fördern. Amerikas Volk lässt hunderte von Menschen in sinnlosen Kriegen verrecken, lässt die Weigerung eines Präsidenten etwas für die Umwelt zu tun, einfach unbestraft. Was zum Henker bringt Millionen von Menschen dazu, so ignorant zu sein ? Ist es Angst ? Was glaubt Ihr, wäre los, wenn in den Großstädten – ganz gleich ob USA oder Europa – die Verkehrswege, das öffentliche Leben mehr oder weniger zum Erliegen kommt, solange bis der Staat reagiert ? Ich rede hier nicht von ein paar Stunden, ähnlich eines Streikes. Es geht hier um grundlegende Punkte, die das Volk zu setzen hat. Das Volk muss den Regierungsbeauftragten sagen wo das Ende der eigenen Verantwortung gekommen ist. Das Land gehört dem Volk und dieses Volk hat einen oder mehrere Vertreter ernannt, um es zu regieren, im Sinne dieser Menschen und zum Wohle derer.

Was haben die Menschen damals in der DDR gemacht ? Ist die Mauer von alleine gefallen ? Damals war ein Funken Hoffnung zu sehen, dass der Staat umdenkt, aus Angst und Respekt vor dieser immensen Macht; der Macht des Volkes. Viele können sich das nicht so richtig vorstellen, aber da ich gerne etwas bildlich schildere, werde ich das auch hier gerne machen, für die, die sich einfach gar nichts unter dieser Aussage vorstellen können. Gehen wir davon aus, es gibt eine Gruppe Menschen, sagen wir einmal 30 an der Zahl. Denen gegenüber steht ein Mann mit einer Pistole, in der acht Kugeln sind. Der Mann bedroht die 30 und jeder weiß, es könnte sein, erschossen zu werden. Also kuscht jeder aus Angst ums eigene Überleben. Wenn alle 30 jedoch auf einmal auf den Mann zu rennen, so kann er wenn überhaupt die Hälfte der Kugeln abfeuern, aber er ist entwaffnet – und somit auch entmachtet. Ich denke, dass das so in etwa schon hinkommen kann. Der Vergleich hinkt nicht wirklich. Das Volk, jeder einzelne hat Angst vor den Konsequenzen, wenn er oder sie sich gegen den Staat stellt, sei es nun in Wort oder in Tat. Kein Wunder, dass in unserer Politik ab einem gewissen Punkt nahezu alle gleich sind, nämlich dann, wenn es um den schnöden Mammon geht. Doch die Macht des Volkes unterschätzen viele, vielleicht zu viele Menschen. Es ist nicht die Aggressivität die zeigt wer das Volk ist, sondern die Effizienz, mit der dem regierenden Apparat auf einfache und effektive Art und Weise gezeigt werden kann, dass ab einem gewissen Punkt das Maß voll ist. Und dazu gehört die Natur. Wir können nicht aus Kostengründen oder Profitgier alles in Kauf nehmen, was unsere Umwelt zerstört. Mag sein, dass der Eine oder Andere in Deutschland damit kein Problem hat, seinen Kindern eine Blume oder frei lebende Tiere nur noch in Büchern zeigen zu können – ich schon !

Man spottet über die „Ökos“ und belächelt sie, aber eines haben sie oft diesen anderen voraus, das Bewusstsein, wie wichtig unsere Umwelt ist. Wo ist der Naturschutz hin im Wahlkampf ? Parolen gewichen und in der Versenkung verschwunden. Ja, Arbeit brauchen wir, Reformen sind notwendig,

die D-Mark hätten viele gerne wieder, aber was zur Hölle nutzt mir das alles, wenn in 20 Jahren die Sonne so auf meine Haut brennt, dass ich lange Kleidung tragen muss ? Was habe ich davon, wenn ich nach der Arbeit keinen Fleck zur Erholung in der Natur mehr habe ? Die antworten sollte jeder selbst finden.

Ich kritisiere nicht, dass man das Thema Naturschutz zum Thema Nummer eins weltweit machen sollte oder müsste, aber ich kritisiere sehr wohl, dass es weder Politiker, noch Wirtschafts- und Industriebosse und offenbar auch nicht mehr das Volk interessiert, was mit der Umwelt um uns herum passiert. Jedes Jahr heulen die Menschen herum: Warmer Winter, kalter Sommer, Unwetter, das Wetter steht Kopf….. Wer hat sich denn schon einmal die Frage gestellt, WARUM das denn so ist ? Ich kann mich noch an herrliche Sommer und schöne kalter Winter erinnern. Wenn ein heißer Sommer kommt, brennt es einem fast ein Loch in den Pelz und kommt ein kalter Winter ist man mit einem Schneeschieber schon nicht mehr bedient, sondern wünscht sich einen Schneepflug. Es gibt Vorfälle und es gibt Ursachen für Vorfälle. Nicht immer kann man eine sofortige Verbindung sehen, aber die Schädigung der Ozonschicht durch Menschenhand ist unumstritten. Ich finde es nicht lustig, wenn an so manch einem Tag Kinder nicht in die Sonne sollen, weil die Ozonwerte zu hoch sind, wenn alte Menschen umkippen und tot sind ,weil sie „das Wetter“ nicht mehr vertragen haben. Abschließend möchte ich nur einmal jedem anraten sich folgendes (wenngleich auch abstraktes) Szenario vorzustellen: Was wäre, wenn man statt der Natur einen Menschen einsetzen würde ? Also „Natur“ beispielsweise ein Präsident wäre, der auf die Art und Weise wie andere Länder mit der Umwelt umgehen, drastisch reagiert (Umweltkatastrophen etc.). Was würde passieren ? Ich behaupte ganz frech, man würde nicht anfangen nachzudenken, sondern würde versuchen nach einigen Drohgebärden, „Natur“ in einem Krieg zu vernichten oder klar zu machen dass man selbst recht hat und auch recht behalten wird. Was bleibt ist die Schlussfolgerung…..besiegt man die Natur und vernichtet sie, so hat man sein eigenes Grab nicht nur gegraben, sondern geebnet und bepflanzt.

(Markus)



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