Zur falschen Zeit am falschen Ort….
Schönes Wetter hatte es heute hier, also mal ins Auto rein und auf in die Nachbarstadt zum Bummeln. Gesagt, getan. Da der Piercingladen auf dem Weg lag dachte ich mir, ach schauste mal wieder rein. Vor der Türe parkte ne dicke fette Harley, die an Wert wohl so manches Menschenleben überstieg. Das alleine war nicht wirklich was Besonderes, der Laden gehört ja dem örtlichen “Outlaws”-Obermacker.
Soweit, so gut. Also klein Markus geht rein, sagt “Hallo”, bissl hier geredet, da erzählt und weil mir da zu viele Leute drinne waren, die auch schon recht weit nach unten ins Glas geschaut hatten, ging ich wieder….dachte ich zumindest. Da ich wieder mal ein wenig am tagträumen war, bemerkte ich leider nicht, dass ich beim Rausgehen mit der Jacke am Lenker der Maschine hängengeblieben bin und diese daraufhin der Schwerkraft unbedingt nachgeben wollte. Reaktionsschnell drehte ich mich um und fing dieses Monster gerade noch auf. Dieses Scheißteil hat ein Gewicht, glaubt man kaum. Nun, ich stand da also frontal und auf mir und meinem Bauch lag eben diese hochpolierte Schwanzverlängerung eines Rockers.
Soweit wäre das ja auch nicht weiter schlimm gewesen, wäre, ja, wäre nicht just in diesem Moment die Türe aufgegangen und die Sonne im selben Moment verschwunden. Ich bin ja selbst nicht unbedingt ein halbes Hemd, aber das, was sich da durch den Türrahmen auf mich zu bewegte, das kann eigentlich nur mittels Genmanipulation zu erklären sein. Ein Typ, kein Gesicht, nur Bart, keine Haare aber dafür die Platte tätowiert. Aus dem Bart blinkten Dinge, die entweder Piercings waren, oder Granatensplitter sein mussten. Dieser nette Herr hatte einen Oberarm der in mir den Verdacht aufkommen ließ, es handele sich nicht um ein Körperteil, sondern um ein eigenständiges Lebewesen. Ich wollte gerade irgend etwas “lustiges” und die Situation entspannendes sagen, als aus seinen Haaren im Gesicht ein dumpfes Grollen kam: “Du Scheißwurst, was machst Du mit meiner Maschine?”
Ich kann Euch sagen, in diesem Moment war mir irgendwie nach Zettel und Stift und einem Notar, ich dachte echt, jetzt war es das. Zu meinem Glück kam der Besitzer dann raus und hat das Ganze geschlichtet und mir ENDLICH geholfen diese sauschwere Last wieder richtig hinzustellen. Der andere kontrollierte dann erstmal alles auf eventuelle Kratzer und sagte mir nebenher in beiläufigem Ton, er würde für mich hoffen nicht einen einzigen Fettfleck auf dem Lack finden zu müssen, ansonsten würde er mit meinen Augäpfeln “wettspucken” üben…..
Schwein gehabt!

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