Schlusspfiff !
Ein Tag noch und auch das Jahr 2006 ist Geschichte. Zeit also um wieder einmal sentimental zu werden. Es ist schon eine komische Sache mit dem Rückblick auf Vergangenes. Da predigt man ständig anderen sie sollen nicht zurück schauen, nein, immer nur nach vorne – da geht der Weg weiter, da spielt die Musik, da kommt die Zukunft auf schnellen Schritten zu einem angerannt. Doch dann schreibt der Kalender bald den 31. Dezember eines Jahres und prompt fallen wir alle wieder in denselben Rausch.
Eigentlich wäre es ein Tag wie jeder andere im Jahr, aber andererseits ist es ein Anlass um sich ein wenig zu besinnen, was man denn selbst so in den vergangenen zwölf Monaten so erreicht, getan hat und was einfach so alles um einen herum oder mit einem passiert ist.
Ich selbst mag die Jahresrückblicke im Fernsehen nicht besonders, da dort immer nur die extremen Geschehnisse aufgezeigt werden, eben medienwirksam und publikumstauglich. Mir ist da die eigene Realität wesentlich lieber. Also Markus, schauen wir doch einmal was das Jahr 2006 so alles gebracht hat… .
Das Datennetz innerhalb der Szene hat sich verdichtet. Viele Dinge haben dazu beigetragen, dass sich Strukturen verändern, oder sollte ich sagen „kurzzeitig“ veränderten? Nehmen wir doch einmal die anhaltenden Angriffe der Cyber-Antifa, die so manch einen innerhalb der Bewegung um einiges altern ließen. Viele haben daraus gelernt und ihr eigenes Verhalten im Datennetz verändert oder angepasst. Die Lehre sollte eigentlich sein, dass jeder der den Stecker vom Rechner zur Telefondose legt, in diesem Moment keine 100%ige Sicherheit mehr vor „virtuellen“ Eindringlingen hat. Wer es nicht kapiert hat, wird irgendwann von der eigenen Dummheit oder Ignoranz vielleicht überrannt, wer weiß.
Eigentlich weiss ja jeder selbst, was innerhalb der „Szene“ so alles passiert ist. Wesentlich finde ich jedoch noch eine Tatsache, die ich auch erwähnen möchte: Ein generelles Problem haben wir, und das ist so eindeutig, wie auch jämmerlich: Auch bei uns scheint ein Werteverfall stattzufinden. Am Liebsten wäre es mir, ich könnte sagen er „habe stattgefunden“ aber leider scheint es ein noch immer laufender Prozess zu sein. Ihr kennt sicherlich noch alle Dagobert Duck und das Bild, in dem in seinen Augen die Pupillen dem Dollarzeichen weichen. Das ist die Krankheit, die viele innerhalb der Bewegung mit sich tragen. Da werden aus Idealen ganz, ganz schnell eben diese Dollar- bzw. Eurozeichen in den Augen so mancher, die nicht ganz unwesentlich für den Erhalt vieler Dinge sind. Klar, wer bin ich schon, dass ich mich hier hinsetze und groß vom Leder ziehe als sei ich der Reich-Ranicki der nationalen Bewegung. Mir ist gleich was andere über meine Worte denken, denn es ist das, was ich empfinde und wie ich die Dinge sehe. Also, warum nicht aussprechen, wird ja keiner daran sterben. Schade ist nur, dass es leider oft auch die Leute sind, die wirklich etwas bewegen und verändern können oder könnten, aber dies dann aufgrund des Profits doch nur noch halbherzig oder oberflächlich betreiben.
Ich hatte vor Jahren einmal einen Fall als ein für mich damals „treuer Kamerad“ zu mir kam und mir eräusserte „Junge, das ist doch alles kacke was wir machen, ich hab entdeckt dass es geilere Sachen gibt wie Politik und den ganzen Rechtsscheiss. Ich gehe jetzt in Discos und alles andere ist mir scheißegal.“ Mich hat das damals stark getroffen da der Kerl ein wirkliches Vorbild für mich gewesen ist, er hatte Werte und war nicht auf den Kopf gefallen. Solche Momente prägen. Ich konnte und kann das bis heute nicht nachvollziehen, denn für mich ist das was ich tue und wofür ich stehe keine „Phase“, keine Strecke in der Entwicklung eines Jugendlichen zum Erwachsenen, das ist mein Leben und ich kenne es nicht anders, denn ich lebe so wie ich die Dinge in mir fühle und da ist nun einmal eine Liebe und Verbundenheit zu meinem Land und meiner Herkunft, die da in meinem Blut durch die Adern rinnen.
Doch lassen wir das weite Abschweifen. Was hatten wir denn noch so außerhalb der eigenen Reihen? Missbrauch, Vergewaltigung, Mord. Mich trifft jede veröffentlichte Nachricht dieser Art. Leider ist es mit diesen Taten ähnlich wie mit Kriegen und den Folgen dieser. Anfangs hängen die Menschen mit den Augen an den Flimmerkisten wenn Nachrichten kommen und drücken die Ohren an die Radios. Je öfter diese Meldungen erscheinen, desto mehr wird es zur Gewohnheit. So wundert es auch kaum, dass jetzt zum Ende des Jahres immer häufiger Reaktionen zu hören sind, die sinngemäß „… das gab’s doch schon immer, das wird’s auch immer geben …“ entsprechen. Mir ist es fremd wie man sich so äußern kann, wenn man hört oder liest dass wieder ein Kind ermordet wurde. Ja, da ist es wichtiger, dass man nicht ins neue Jahr „rutscht“ sondern „springt“, da ist es wichtiger, dass man das „Julfest“ und nicht das „Weihnachtsfest“ feiert. Schieß mir doch einer ein Apfel vom Baum, wie schlimm muss es denn noch werden? Ist die Welt noch in Ordnung solange die Bierpulle in der Hand nicht wärmer als 6° C ist? Es mag ja sein, dass man selbst nicht der Rächer schlechthin ist und geschehene Taten auch nicht ungeschehen machen kann, aber ist denn deshalb alles scheißegal? Glaubt ihr, es ist wirklich in Ordnung, dass wir uns damit befassen wie genau und zu welchem Preis wir unsere Kinder orten können um UNS das Gefühl von Sicherheit zu geben? Ich bezweifle das sehr stark. Meine Aufgabe als Vater ist in meinen Augen primär recht einfach: Ich habe dafür Sorge zu tragen, dass meine Kinder solange wie nur möglich die Chance haben auch Kind zu sein und sie dennoch vor Gefahren weitestgehend zu schützen ohne sie isolieren zu müssen. Keine leichte Aufgabe wenn man bedenkt wie es denn in den durchschnittlichen deutschen Familien aussieht: Arbeitslosigkeit, Schulden, zerrüttete Familienverhältnisse. Das alles sind Faktoren die es vielen nicht mehr ermöglicht, die Sorgen aus der Familie und vor den Kindern fernzuhalten. Manchmal lesen wir das Ergebnis dieser kläglich gescheiterten Versuche dann in der Zeitung. Ich erinnere mich da noch an einen Fall Mitte des Jahres im Odenwaldkreis, als ein Vater mit seinem Sohn von einem Viadukt sprang. Auch hier war der Auslöser in der Beziehung der Eltern zu finden. Das Leute, DAS ist es was mich bewegt hat in diesem Jahr. Die Tatsache, dass diese Vorfälle an Grausamkeit und Schrecklichkeit zunehmen und auch die Menge der Vorfälle, die meiner Auffassung nach stark angestiegen ist.
Fragen wir uns doch einfach einmal, ob wir denn den Fokus im Jahr 2006 so ausgerichtet haben, dass es auch wirklich Sinn macht so weiter zu agieren. Ich meine NEIN. Ohne Politik etwas zu erreichen oder zu verändern, wird wohl zu meinen Lebzeiten nicht möglich sein, es sei denn wir bekommen in diesem Land noch einmal Zustände die denen eines Bürgerkrieges ähneln, was ich nicht wirklich hoffen will. Doch selbst wenn es so wäre, müsste man immer noch die Wahnsinnigen an der Leine halten, denn sonst hätten wir gleich eine ganze Armee von Schnauzbartträgern mit Scheitel und das ist nicht wirklich mein Ding. Also bleibt vorerst die Prämisse es damit zu versuchen die Politik nicht einfach als „unantastbar“ für den gemeinen Bürger anzusehen. Alleine sind wir alle nur Sandkörner aber viele dieser Sandkörner können dazu führen dass das Auge einen wunderschönen Strand wahrnimmt und dieser kann mit Hilfe eines Windstosses anderen, die die Wahrheit nicht erkennen wollen, auch endgültig die Sicht für das wahre Leben nehmen.
Ich selbst habe keine Lust meinen Kindern irgendwann erklären zu müssen, dass unsere Generation erkannt hat, dass vieles falsch läuft und auch dem Abgrund entgegen rennt, aber wir nicht in der Lage waren etwas dagegen zu unternehmen. Das Scheitern könnte ich vor mir noch verantworten, nicht aber wenn ich mir die Feigheit, die Ignoranz und die Faulheit zum Freund gemacht hätte.
Da fällt mir auf; ich höre nun schon die ganze Zeit während ich hier schreibe die selbe CD. Ohne Musik läuft auch in meinem Leben nicht alles immer ganz rund. Musik hat eine eigene Macht. Sie kann unsere Gefühle, die wir nicht in Worte fassen können oder manchmal auch wollen, wiedergeben. Sie kann Emotionen nicht nur ausdrücken sondern sogar erschaffen. Von daher ein sehr machtvolles Instrument, machtvoll aber nun einmal nicht allmächtig. Daher ist es nur legitim zu sagen, dass es auch in diesem Jahr viele gab, die besser den Weg niemals zur Musik gefunden hätten. Diese Aussage stammt weniger aus der Überzeugung, dass manche Leute nicht musikalisch sind, nein, nein, das kommt vielmehr daher, dass ich sehe was manche Menschen für Zukunftsvorstellungen in sich tragen und diese in die Texte der Musik einbringen. Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass ich froh bin nicht in einem aktuellen und realen Kriegsgebiet zu leben und auch nicht in der Zeit des dritten Reiches gelebt zu haben. Die, die das alles so „geil“ finden sollen meinetwegen weiterhin an den wahnsinnigen Träumen festhalten, doch lasst die Finger von allem was junge Menschen dazu bringen kann, Euch Gehör zu schenken. Das ist Volksverdummung pur und Augenwischerei!
Damit sind wir bei der Jugend oder wie einige so blümerant sagen: „Der Nachwuchs“. Leute die wie ich und viele andere relativ viel schreiben und das Geschriebene der Masse zugänglich machen, solche Menschen tragen automatisch auch ein kleines Stück Verantwortung mit sich. Man kann – wie auch bei der Musik – mit Worten sehr viel anstellen. Eines meiner häufig verwendeten Sprichworte ist „Worte sind die stärkste Waffe seit bestehen der Menschheit“. Worte können Lügen bilden, Intrigen formen und Menschen so stark angreifen, dass diese sich manchmal sogar nur noch mit körperlicher Gewalt zu wehren wissen. Wie oft habt Ihr in Eurem Leben schon mal gesagt „Ich gebe Dir mein Wort“? Denkt mal darüber nach, denn man sagt solche Dinge sehr häufig aus dem alltäglich gewordenen Sprachgebrauch heraus aber merkt oft gar nicht, WAS man denn da genau sagt. „Mein Wort“ ist ein Teil von mir, ein Teil, den ich jemand anderem gebe, der sich darauf berufen kann, ein Teil von mir der oftmals mehr Wert ist, als so mach prall gefüllte Brieftasche.
Daher sehe ich es als sehr wichtig an, die jungen Menschen, die die noch nicht alles glauben, was man ihnen in der Schule vorgeigt, auch ein wenig an der Hand zu nehmen und ihnen anzubieten sie zu führen. Sie sollen nicht „geformt“ werden, das ist nicht der Sinn der Sache, sie sollen nur unterstützt werden. Kreativität entwickelt sich nicht daraus immer zu allem was einem der „Lehrende“ erzählt „ja“ zu sagen. Doch wenn ich sehe, dass Jugendliche die auch einmal Fragen stellen über die der eine oder andere vielleicht lacht, ausgelacht oder dumm angemacht werden, dann weiß ich, es läuft auch hier etwas falsch. Wer nicht fragt und mit vermeintlichem Wissen prahlt, der ist ein falscher Hund, nicht aber der Unwissende und Wissbegierige. Und wer nicht ganz blind durch das Jahr 2006 lief und die teilweise verheerenden Amokläufe mit verfolgt hat, der weiß, dass die Jugend in unserem Land mehr denn je Halt und Anerkennung sucht und braucht.
Wir sind ja hier nicht in der Kirche, auch wenn das teilweise vielleicht bei Euch ankommt als sei ich hier der Nationalsozialisten-Pfarrer mit erhobenem Zeigefinger. Das ist vollkommener Käse. Doch vielleicht entdeckt sich irgendwer auch nur ein kleines Stück in diesem Text. Nehmt dieses Schriftwerk zum Anlass mal bei einer der vielen Kippen, die am Tage zu Rauch verglühen, darüber nachzudenken, ob man selbst auf der Stelle tritt oder ob es nicht auch mal was im Kleinen gibt, das jeder tun kann. Es muss nicht immer der große Sieg über Ungerechtigkeit und Unheil sein, den viele anstreben. Wenn eine zwei Meter hohe Leiter die nach oben führt mit nur zwei Sprossen zu erklimmen wäre, dann würde man auch nur zwei Sprossen einbauen. Einsicht ist etwas das vielen von uns schwer fällt. Da nehme ich mich nicht aus, auch ich brauche oft lange um zu sehen dass manche Sachen einfach so keinen Sinn mehr ergeben oder nicht zum Ziel führen.
Ich will nun zum Ende kommen bevor augrund der Länge des Textes dann doch viele gleich wieder die Seite hier wegklicken. Für mich war das vergangene Jahr ein sehr turbulentes Jahr. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich im gesundheitlichen Bereich. Einfach war es sicherlich nicht, oft musste auch ich mich fragen wie denn Wege weiterzugehen sind und musste mir klar werden, dass egal wie alt man wird, immer wieder Wegkreuzungen kommen und man Entscheidungen treffen muss, für die man letztendlich auch einstehen muss. Das ist nicht immer leicht und schon gar nicht angenehm, aber es ist nun einmal Teil dieses Lebens, das ich mir nicht ausgesucht habe. Und solange nicht alles endgültig in Schutt und Asche liegt, solange werde auch ich mich bemühen noch einen Grund zu finden weiterzumachen, weiterzukämpfen gegen ein System das uns nicht verstehen will und verstehen kann, gegen eine Gesellschaft die schon einen natürlichen Buckel vom Tragen der ewigen Kriegsschuld hat.
Ich wurde in diese Welt geboren, ich nenne dieses Land meine Heimat und ich sage Euch ich werde solange ich Kraft finde eben dies nicht alles aufgeben und denen überlassen deren Leben bereits gelebt und deren Existenzrecht auf diesem Grund und Boden bereits verwirkt ist.
In diesem Sinne danke ich an dieser Stelle meiner Familie die mit mir auch dieses Jahr durch dick und dünn gegangen ist und natürlich Steven (auch wenn’s Dir unangenehm ist erwähnt zu werden *g*) der ein Auge für das Wesentliche hat und nur zu gut weiß was es bedeutet Werte zu verkörpern und Mensch zu sein. Also auf in das Jahr 2007 in dem Ihr alle auch weiterhin von uns lesen und hören werdet.
Hoch die Tassen !
NS: Was ich mir für 2007 wünsche ? Gesundheit und ‘ne richtig gute Currywurst, der Rest wird schon von ganz alleine kommen.

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