Das Problem ist: Es gibt gar keins!
So oder so ähnlich könnte man wohl den Beitrag von Dr. Kai Gniffke im Tagesschau Blog zum Fall des getöteten Mitje bewerten. Über den Inhalt des gesamten Beitrages läßt sich mit Sicherheit streiten, wenngleich ich eine Passage hervorheben möchte, die mir persönlich als sehr fragwürdig erschien. So schrieb Herr Dr. Gniffke zur mangelnden Berichterstattung um Kindestötungen in der Tagesschau folgendes:
Wir bleiben bei unserer Linie: Keine Berichterstattung über einzelne Kriminalfälle, wenn sie denn keine gesamtgesellschaftliche Bedeutung haben. Das klingt herzlos, weiß ich. Aber dem Himmel sei dank gehen die Tötungsdelikte mit Kindern seit Jahren zurück.
Nun dürfte es mehr als fragwürdig sein, wofür Herr Dr. Gniffke drei Kindestötungen pro Woche denn hält? Für eine Randerscheinung, einen faden Beigeschmack familieninterner Probleme und nicht zu vergessen: Ein Rückgang der Tötungsdelikte an Kindern?
Mitnichten igelt man sich heute gerne in seiner eigenen, kleinen – und vor allem heilen – Welt ein und das soll auch jeder machen, wie es ihm beliebt, wenn er damit besser leben kann. Jedoch sollte man dann tunlichst vermeiden derartige Aussagen in die Welt zu setzen, und dies als Begründung für das Desinteresse eines Medienhauses darzulegen. Denn spätestens dann verkommen Bestrebungen verschiedener Kinderhilfsvereine zu einem Witz und die Arbeit Dritter wird um Jahre zurückgeworfen.
Hierbei soll es gewiß nicht um Boulevardisierung gehen, sondern um objektive und lückenlose Berichterstattung. Genau so, wie man eben wochenlang über den Rücktritt eines Herrn Edmund Stoiber ausgiebig berichtete. Zudem ist in diesen Tagen eine Sensibilisierung des Volkes unerläßlich, insbesondere in Hinblick darauf, daß man es wohl möglich hätte verhindern können, daß Mitje entführt und getötet wurde. Mit weiterem darf man bei Medienhäuser – ähnlich obigem – sowieso nicht rechnen…
Foto: © Norddeutscher Rundfunk


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