Aktiver Klimaschutz: Hysterie der Überforderten?
07.03.2007, 02:05 Uhr
Man kann es halten, wie man will: Derzeit fühlt man sich förmlich überrannt von neuen Vorschlägen zum Klimaschutz aus dem Regierungs-Milieu. Bereits Mitte Februar brachte die Financial Times Deutschland den Stein mit dem Zitat “Leute, kauft Hybrid-Autos von Toyota!” der Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, mehr oder weniger ins Rollen. Und das obwohl Frau Künast bis vor kurzem noch mit einem 326 Pferdestarkem Audi A8 TDI durch die Kante heizte. Aber Zeiten ändern sich nun mal, insbesondere in der Politik - da wird das dynamische Auto ruckzuck durch eine Vorzeige-Kalesche ersetzt und man kann wieder auf Stimmenfang für die nächste Wahl gehen. Es gilt schließlich: Was man hat, das hat man…
Die Gunst der Stunde ergriff auch CSU-Generalsekretär Markus Söder, dieser gab Anfang März an, daß ab dem Jahr 2020 nur noch Autos zugelassen werden dürfen, die über einen umweltfreundlichen Antrieb verfügen. Gleichzeitig warf er der Automobilindustrie mangelnden Erfindergeist vor, den man ihm so gesehen gerne wieder zurückgeben darf, da seine Idee nun wirklich nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.
Manfred Stock, seines Zeichens Tourismus- und Klimaexperte des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, brachte es dann ebenfalls Anfang März mit: “Sylt statt Seychellen” auf den Punkt. Natürlich hat das auch Vorteile, indes können irgendwelche Assis, dem Ansehen Deutschlands durch ihre Alkohol-Exkurse nicht mehr schaden. Andererseits würde sich die BRD wohl ganz schön umgucken, wenn diese Sichtweise die Runde in “unserem globalen Dorf” macht. Spätestens dann, können sich Tourismusverbände abschminken, daß zum Beispiel die netten Chinesen noch irgend etwas knipsen kommen. Immerhin gilt dann für den Chinesen: “Peking ist viel schöner als Berlin, schöner als Berlin …”.
Es gibt noch eine ganze Reihe von großen Sonntagsreden, die ohne weiteres das Wort zum Sonntag überspielen könnten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ sich nicht lumpen, und forderte die deutsche Autoindustrie auf, vorrangig sparsamere Fahrzeuge zu entwickeln. Daß auch sie sich anfänglich so auf die Autoindustrie eingeschossen hat, ist eigentlich nicht verwunderlich. Einerseits wird der “Hype” seinen Teil dazu beigetragen haben - schließlich ist Populismus wieder voll salonfähig. Andererseits kommt es natürlich nicht von ungefähr, daß man die größten CO²-Schleudern - ergo Energieversorger Deutschlands - nicht angriff. Hat doch der Vattenfall-Chef - Lars Josefsson - seit einiger Zeit den Posten des Beraters von Angela Merkel inne.
Nun, wie es aktuell aussieht, können wir aus den Vorschlägen der Überforderten eine kleine Serie machen. Denn als ich diesen Artikel schrieb, trafen schon die nächsten Meldungen ein. Somit ist eine Fortsetzung auf jeden Fall garantiert. Vielleicht fordert der Bundesobstminister demnächst sogar: Deutsche Äpfel, statt afrikanische Bananen. Getreu dem Motto: Hin zum Patriotismus, fortweg vom globalen Durcheinander.


(3)

Ein Kommentar zu “Aktiver Klimaschutz: Hysterie der Überforderten?”
09.03.2007, 00:10 Uhr
Wenn sich aus dem Ökowahn ein wenig Patriotismus entwickeln würde, wäre das ja begrüßenswert. Statt dessen erfolg aus der Hype aber nur die Abneigung gegen die eigene Gattung. Der Mensch, speziell der Mensch aus westlichen Industriestaaten ist das Grundübel dieser Welt. Am besten wir hören kollektiv auf zu atmen, immerhin spart das einminütige Luftanhalten 1 Gramm C02! Noch besser - der Kapitalismus ist schuld. Daher müssen wir alle unsere freie Wirtschaft einem neuen totalitären Ziel widmen! Aderlass für ein Platz im Paradies.