Startseite » Gesellschaft » Was es nicht alles gibt


Was es nicht alles gibt


1 Punkt vergeben2 Punkte vergeben3 Punkte vergeben4 Punkte vergeben5 Punkte vergeben (2)
laden ... laden ...
13.03.2007, 23:15 Uhr

Irgendwie empfand ich ein leichtes Befremden, als ich am vergangenen Wochenende eine Reportage in einem der öffentlich-rechtlichen Fernsehkanäle verfolgte. Zu sehen waren junge Türken, die ganz offen ihre Idee vom Nationalismus propagierten. Junge türkische Mitbürger mit aggressiven Parolen, gewaltbereit und fanatisch, wenn es um die „Feinde“ ihres Landes geht. Normalerweise würde ich da sagen: „Sollen sie doch machen, was interessiert’s mich?“ Aber die kleine, aber feine Tatsache, daß diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen dies auf dem Grund und Boden dieses Staates betreiben, bewegt mich zumindest einmal zum Nachdenken.

Manche mögen so etwas als Spinnerei oder jugendliche Rebellion abtun, aber das was ich da gesehen und gehört habe hat Struktur, hat Hand und Fuß und vor allem ein Ziel. Diese Menschen richten ihren Hass gegen alle, die auch nur im Entferntesten etwas gegen die Türkei sagen, geschweige denn gegen deren Herkunft, Tradition und so weiter. Eine gesunde Portion Nationalstolz sollte jeder haben, keine Frage, nur wenn ich mir überlege, ich würde versuchen meine Ideale in der Türkei offen preis zu geben und versuchen dort Parolen zu verbreiten, dann weiß ich schon, daß es nicht einmal einen Tag dauern würde und mein Hals würde sich sehr wahrscheinlich in einer Schlinge an irgendeinem Baum in der türkischen Wildnis befinden. Doch warum wird solch ein Treiben hier geduldet?

„Die grauen Wölfe“ nennt sich die wohl bekannteste nationalistische, türkische Bewegung. Was so harmlos nach einer Vereinigung seniler Frührentner klingt, birgt hinter den Kulissen eine Schar gewaltbereiter und fanatisch-verdrehter Möchtegern-Idealisten, deren Traum es ist, im Kampf für das türkische Land zu fallen. Zu gerne möchte man ihnen den Wunsch erfüllen, wäre dann doch vieles Leid von der Erde gebannt, aber Theorie und Praxis sind nun mal bekannter Weise zwei paar Schuhe.

Doch zurück zum Thema: Es ist interessant, wie sich manche Feindbilder unter gewissen Umständen doch ähneln. Schon alleine der Hass, der unter anderem nicht nur den Griechen oder Armeniern gilt, sondern auch den Vereinigten Staaten von Amerika, verbündet in diesem Kriterium schon wieder die verschiedensten Gruppierungen mit den unterschiedlichsten Interessen.

Da diskutiert man einerseits die Integration ausländischer Mitbürger, insbesondere der Türken in der BRD, scheint aber auf der anderen Seite (unbewußt?) das stetig wachsende Potential der türkischen Nationalisten auf deutschem Boden zu ignorieren. Sie fühlen sich in Deutschland nicht als Deutsche, fühlen sich heimatlos und unbestätigt. Daher versuchen sie ihren eigenen Nationalstolz, ihre eigene Weltanschauung aufzubauen. Die “grauen Wölfe” sind da in dieser Hinsicht nicht wesentlich besser als der eine oder andere Phrasendrescher in der Bundesrepublik, der Jugendliche, ja fast noch Kinder, mit Parolen und Hasstiraden ködert. Die Aussicht in einer Gemeinschaft den großen Umschwung herbei zu führen verlockt doch immer wieder welche.

Makaber ist es zu sehen, daß viele Deutsche sich nicht einmal für 100 €uro trauen würden in der Öffentlichkeit alle drei Strophen der deutschen Nationalhymne zu singen (obwohl diese nicht verboten sind, im Gegensatz zu dem Irrglauben daran), man aber der Gattung der Welteroberer so ziemlich alles zugesteht, was im Weitesten nur der „eigenen Identitätsfindung“ dient.

Freiheit wollen sie für ihr Land, erhaben wollen sie sein. Das sollen sie auch, das dürfen sie auch, aber dann doch bitteschön im osmanischen Reich. Gerne dürfen sich dort alle Identitätsgestörten oder Zwangsneurotisierten versammeln um im Kreise der Gleichgesinnten zu warten, bis der Erlöser persönlich aus dem Himmel auf die Erde schießt. Wo bleibt der Widerstand gegen diese Umtriebe? Wo ist das Volk, das aufsteht und anklagt, daß wir selbst uns nicht zu unserer Herkunft, unseren Wurzeln und unserer Vergangenheit bekennen dürfen, es aber jedem dahergelaufenen Quacksalber gestatten, die eigene Ideologie mitsamt allen wahnwitzigen Vorstellungen hier auf unserem Grund und Boden zu propagieren?

Oh, ich bitte um Verzeihung, ich vergaß: Unser Volk ist zum Schweigen verdammt, der Knebel wurde vor über 65 Jahren angelegt und wird von Einzelnen nicht zu entfernen sein. Man könnte fast glauben, unser Volk ist von Fesseln gelähmt, die über Jahre hinweg gesponnen wurden, gesponnen aus Angst, Scham und vor allem mittlerweile aus Feigheit!
Verleugnet Euch weiter, Ihr Heuchler!

(Markus)

5 Kommentare zu “Was es nicht alles gibt”

  • 1 Bülent 16.04.2007, 13:32 Uhr

    Mein Freund, Alles wiet Gut. ok mach dir keine gedanken. Es ist nur halb so schlim wie du geschrieben hast. Du hast das alles überdimensioniert. gezuden Leuten und mach die selber ein Bild.

    Ich glaube du Bist aus Ost Deutschland oder aus Bayern.

    mit gruß aus NRW

    Zitieren

  • 2 Steven 23.04.2007, 06:02 Uhr

    Mein Freund, alles wird gut. Auch die Sache mit Deiner Rechtschreibschwäche ist nicht weiter tragisch. Wir sind schließlich auch nicht perfekt. Ferner nervt jedoch Dein überschwenglicher Lokalpatriotismus ungemein. Wobei es uns schon wundert, daß Du in diesen Tönen rumträllerst, solltest Du doch die gesellschaftlichen Abgründe direkt vor der Haustüre haben. Es sei denn, Du bist selbst ein Teil dessen. Dann verwundert Deine kleine Ansprache hier natürlich nicht wirklich…

    Zitieren

  • 3 Tim 05.06.2007, 14:32 Uhr

    Schöner Text mit erschreckend wahren Inhalt, du bringst es genau auf den Punkt und ich hoffe, dass bald mehr Deutsche wieder Stolz werden.

    Bis dahin liebe Grüße aus Wuppertal

    Zitieren

  • 4 Holger S. 29.11.2007, 14:37 Uhr

    Als deutscher Nationalist kann ich den Nationalstolz der Türken an sich nachvollziehen, aber das Bewusstsein Türke in Deutschland zu sein sollte einem auch bewusst machen das man Gast in einem fremden Land ist, und ein Gast sollte sich auch wie ein Gast benehmen - sonst verwirkt er in meinen Augen sein Gastrecht.

    Das alles vor dem Hintergrund, das sich der Gastgeber, auch wie ein Gastgeber benimmt und seine Gäste nicht beleidigt. Aber wenn sieht wie sich einige Ausländer in Deutschland aufführen, dann ist auch klar dass die Rolle des Gastgebers vielen deutschen nicht immer leicht fällt.

    Zitieren

  • 5 Markus 02.12.2007, 08:24 Uhr

    @Holger:

    Besser hätte ich es ich nicht ausdrücken können.

    Zitieren

  • Kommentar schreiben



    RSS

    Artikel bewerten

    • 1 Punkt vergeben2 Punkte vergeben3 Punkte vergeben4 Punkte vergeben5 Punkte vergeben (2)
      laden ... laden ...
    all-inkl.com webhosting
    bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis  TopBlogs.de  Bloggeramt.de