Wer im Glashaus sitzt…
14.03.2007, 22:35 Uhr
… sollte auf alle Fälle die Faxen mit den Steinen seinlassen. So auch Michel Friedman, der in diesen Tagen seinem Tatendrang und seiner Selbstherrlichkeit freien Lauf läßt. Dabei kam seine populistische Haltung nicht von ungefähr, sollen doch laut interner Ermittlung der Frankfurter Polizei seine einstigen Personenschützer - drei an der Zahl - vermutlich Neonazis sein, wie verschiedene Medienhäuser berichteten.
Das empört natürlich ungemein und zum Bedauern des 51-jährigen Ex-Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, wurden die Verfahren gegen zwei von drei Polizeibeamten bereits eingestellt. Somit war der Stein des Anstoßes gefunden und Herr Friedman zeigte sich in alter Manier öffentlich empört über das Verhalten der hiesigen Staatsanwaltschaft. Doch insbesondere die Forderungen Friedmans nach einer schnellen Aufklärung seitens der ermittelnden Behörden sind in diesem Atemzug durchaus interessant.
Michel Friedman
- Geboren am 25. Februar 1956 in Paris.
- Seinerzeit Rechtsanwalt, Politiker und Fernseh- moderator. 2000 bis 2003 stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. 2001 bis 2003 Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses.
- Legte am 8. Juli 2003 anläßlich der “Friedman-Affäre” alle Ämter nieder. Er akzeptierte sogleich den Strafbefehl in Höhe von 17.400 € wegen Besitzes von Kokain in zehn Fällen zum Eigenverbrauch.
Dabei erinnern wir uns allzu gerne an die Ermittlungen vor knapp vier Jahren gegen Friedman selbst, welche zuweilen durch Geheimhaltungstaktiken der Behörden und diverser Aufenthalte Friedmans im Ausland ins Stocken kamen. Vernahm man doch hierbei reichlich wenig Kritik an den lahmenden Ermittlungen. Ganz im Gegenteil: Sein damaliger Anwalt setze die Vorgehensweise mit einer, so Zitat, “öffentlichen Hinrichtung” gleich. Bisweilen war er auch der Einzige, der sich dazu öffentlich äußerte.
Natürlich ist der aktuelle Fall selbst zutiefst bedauerlich und mir fehlen für mein Beileid schlichtweg die Buchstaben - das Unverständnis ist mir förmlich in den Fingern stecken geblieben. Dennoch oder gerade weil, ist es doch sehr fragwürdig, in wie fern ein Herr Friedman überhaupt eine Verhältnismäßig diesen Ausmaßes gegeben sieht. Anstatt zu polemisieren, könnte er zuweilen seine Probleme in rot-ausgekleideten Hinterzimmern diverser Freudenhäuser mit betreffenden Personengruppen besprechen. Bisweilen schien er sich damit nämlich äußerst gut auszukennen. Somit wäre auch die Stigmatisierung in der Öffentlichkeit vom Tisch und man könnte sich wieder dem Tagesgeschehen zuwenden. Denn außer bei der 68er Fraktion, dürften die öffentlichen Reden eines Herr Friedmans wohl eher auf Unverständnis stoßen. Manchmal tut es eben auch ein eBrief… .

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