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Aktiver Klimaschutz: Deutschland Vorreiter?


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22.03.2007, 21:55 Uhr

Klimaschutz?Wann immer sich die Themen um den Klimaschutz drehen: Seit eh und je sehen die Regierenden laut eigener Äußerungen die Bundesrepublik als Vorreiter beim Klimaschutz an. Doch mitnichten kann hiervon gesprochen werden. Denn zuweilen zeigte sich die Bundesrepublik als hinterherhinkend und ließ sich immerwährend von den einzelnen Wirtschaftszweigen die Taschen zuhauen.

So auch bei der Einführung des Katalysators: Bereits bei der Einführung des Katalysators zeigte sich die USA als Vorreiter. Dort wurden ungeregelte Katalysatoren bereits 1974 vorgeschrieben. Erst zwölf Jahre später sollte sodann die Schweiz folgen. Die Eidgenossen beschlossen damals auf eigene Faust, eine Regelung zu erlassen, die Katalysatoren für alle Neufahrzeuge ab sofort vorsieht. Kurze Zeit später schlossen sich Schweden, Österreich und weitere Länder diesem Konzept an. Erst 1993 wurden Katalysatoren für Neufahrzeuge in der Bundesrepublik verbaut, einige Jahre zuvor wurde das gesetzlich reglementiert.

Parallelen zum Rußpartikelfilter sind hierbei nicht von der Hand zu weisen: Denn auch hier läßt sich die Bundesregierung vom Verband der Automobilindustrie (VDA) belatschen. Und obwohl die Technik bereits ausgereift ist, wurde der Einbau in Neufahrzeuge noch nicht zwingend vorgeschrieben. Stattdessen fordert der VDA eine Anhebung des gegebenen Grenzwerts für Dieselruß. Insgesamt sechzehn Landesumweltminister sowie das Bundesumweltministerium hatten sich im November 2003 auf einen Grenzwert von 2,5mg/km für Dieselruß geeinigt. Der VDA fordert jedoch einen Grenzwert von 8,5mg/km, folglich mehr als drei Mal so hoch.

Ähnlich verhält es sich beim Emissionsrechtehandel. Seit dem 1. Januar 2005 werden in Europa Emissionsrechte zum Klimaschutz gehandelt. Demzufolge sollen auch in der Bundesrepublik cirka 2400 Kraftwerke, Industrieanlagen sowie Fabriken pro ausgestoßene Tonne Kohlendioxid (CO²) ein entsprechendes Verschmutzungsrecht vorweisen. Die Theorie sieht vor, daß CO²-Zertifikate hierfür erstanden werden können. Bei übermäßigem Ausstoß müssen Zertifikate zugekauft werden, folglich können bei geringerem Ausstoß Zertifikate verkauft werden. Soweit die Bilderbuchtheorie. In der Realität sieht es freilich anders aus: Seit dem 14. Februar 2007 sind die Kurse auf einem Rekordtief von 1,10 € eingebrochen. Zum Vergleich: Im Oktober 2005 kosteten derartige Zertifikate noch cirka 20,00 €. Folglich bekommen Unternehmen nach derzeitiger Lage die Emissionsrechte hinterhergeschmissen. Zumal derzeit nicht zu erwarten ist, daß der Kurs auf altes Niveau steigt, da die meisten Unternehmen bereits ausreichend Emissionsrechte besitzen.

Bleibt also alles beim Alten und der geheuchelte Vorreiterstatus ist dahin. Auch die propagierte Hybrid-Technologie ist in Bezug auf den Verbrauch von Energieressourcen doch nicht so gut, wie angenommen. Schade, schade. Doch nachdem die Regierenden nun ordentlich ausgeteilt haben, wird es auch Zeit kräftig einzustecken. So ist es halt im globalen Dorf…

Foto: © SXC

(Steven)



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