Startseite » Wochenrückblick » Wochenrückblick 15/2007

Wochenrückblick 15/2007

1 Punkt vergeben2 Punkte vergeben3 Punkte vergeben4 Punkte vergeben5 Punkte vergeben
Loading ... Loading ...
15.04.2007, 23:56 Uhr

Montag

Zweifelsohne ist Guantánamo Bay kein unbeschriebenes Blatt mehr, und seit dem neuerlichen Hungerstreik von insgesamt dreizehn Gefangenen, sollte jenes Gefangenenlager einmal mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten sein – sollte man zumindest meinen. Aber weit gefehlt: In Europa herrscht vornehmlich Langeweile, nicht zuletzt, weil man vielmehr mit den Predigten des Humanismus beschäftigt ist. Wer vermag schon die Hand gegen die US-Führung erheben? Gerade in diesen Tagen, als bereits außenpolitische Spannungen das Tagesbild beherrschen. Nein, so viel Zivilcourage darf freilich nicht erwartet werden. Und es ist ja auch durchaus legitim, daß Gefangene, die in den Hungerstreik treten, zwangsernährt werden. Getreu dem Motto: “Bist Du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.”

Den Dank dafür erntet die US-Führung auf ihre ganze eigene Art und Weise. Nicht von Europa, sondern von dem Volk, das sie “befreit” haben. Diesmal jedoch mit dem drastischen Unterschied, das sich das Bild der eierlegenden Wollmichsau nicht ohne weiteres in die Köpfe fremder Völker brennen läßt. Denn was bei den US-Amerikanern noch ohne weiteres gelingt, erweist sich im Irak als schwerwiegendes Problem. Wie auch sollte man die massenhafte Abwanderung von 1,8 Millionen Irakern in andere Ländereien erklären? Und so gibt es zum vierten Jahrestag des Einmarsches in den Irak keine Jubelgesänge, sondern Massenproteste. Schnell ist also die Harmonie dahin und ein paar Schuldige sind gefunden. Immerhin seien die Proteste von Terroristen angeheizt, die das US-Militär idealer Weise verantwortlich für die Unruhen im Irak macht. Aber mal ehrlich, sind das da unten nicht eigentlich alles Terroristen?

Mittwoch

Loch an Loch und hält doch, gilt nicht zuletzt auch für die marode Infrastruktur vielerorts in der Bundesrepublik. Für den Fall der Fälle arbeitet das brandenburgische Infrastrukturministerium auch schon an einer Broschüre, welche den Bürger ein Verfahren zur Selbstbeseitigung der Schäden vorschlägt. Wie das ganze letztendlich aussehen soll, machten einige Bürger der Stadt Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) deutlich.

Demnach haben sich nach einem Bericht des “Oranienburger Generalanzeigers” zufolge mehrere Bürger an den Bürgermeister von Rheinsberg, Manfred Richter (SPD), mit einem Begehren zur Erneuerung der Straßen in Eigenregie gewandt. Als Grund gaben die Bürger an, daß der Zustand ihrer löchrigen und unbefestigten Straßen unerträglich sein. Freilich riß das den Bürgermeister aus allen Wolken und man witterte schon Einsparungen großen Ausmaßes. In soweit auch keine schlechte Idee: Man lasse die Straßen vermodern, wartet geduldig auf die Übereifrigen und Schnipp, das Problem löst sich von allein. Einfach zu genial – könnte glatt von Peer Steinbrück kommen.

(Steven)

Kommentar schreiben

RSS

Seiten & Funktionen

Politics Blogs - Blog Top Sites News & Media Blogs -  Blog Catalog Blog Directory