Wochenrückblick 16/2007
22.04.2007, 23:30 Uhr
Mittwoch
Es klingt ja schon mehr als nur makaber, aber viele Menschen in unserer Bevölkerung gehen mit schockierenden Nachrichten, in denen Kinder mißbraucht, vergewaltigt und ermordet werden allmählich ähnlich um, wie mit Berichterstattungen vom Irak-Krieg; man hört/liest sie am Anfang mit Entsetzen und dennoch wandelt sich eben dieses Entsetzen relativ schnell in die mediale Gewohnheit um. Die Reaktionen schwinden und im selben Zug stumpft auch der, der die Bilder und Worte wahrnimmt zusehends ab. Mir schien es bislang, als sei für die Perversion, welcher manche Menschen nachgehen, keine Steigerung mehr möglich. Da werden Kinder in den Abfall oder aus dem Fenster geworfen, da werden Kinder als Ware verkauft und brutal mißhandelt und dennoch wurde nun in meinen Augen da noch einmal eine neue Stufe erreicht.
So geschehen in baden-württembergischem Kirchheim: Hier haben zwei Männer im Alter von 26 und 28 Jahren eine 14-Jährige offensichtlich dazu gebracht größere Mengen Wodka zu konsumieren. Die beiden Männer trafen sich mit 14-Jährigen und deren gleichaltrigem männlichen Bekannten auf einem Spielplatz. Der vierzehn Jahre alte Junge kannte die beiden Männer offensichtlich nur flüchtig und verließ wenig später den Spielplatz. Diese Gelegenheit nutzen die beiden Männer und vergewaltigten das Mädchen brutal. Bis hierhin ist es nur eine, von leider Gottes, sehr vielen Meldungen dieser Art. Das Perverse an sich folgt allerdings in der Tatsache, daß einer der beiden aus Kasachstan stammenden Männer HIV-positiv ist. Dem Leser sei nun selbst das Urteil hierüber überlassen, mich schockiert es und bei dem Gedanken an die eigenen heranwachsenden Kinder läuft es mir in einem solchen Moment eiskalt der Rücken herunter. (Markus)
Donnerstag
Eine verquere Situation, den Bundesbürger auf Situationen vorzubereiten, die realistisch betrachtet, seit eh und je nur imaginär existieren. So kann es durchaus passieren, daß für neue Gesetzesvorlagen schon mal ein gescheiterter Anschlag mit Kofferbomben herhalten muß. Für gewöhnlich müssen solche Anschläge auch möglichst lang warm gehalten werden. Schließlich sind die gesetzeslegenden Hennen von heute, auch nicht mehr die Jüngsten und der Bundesbürger vergißt schneller, als es einem System im Überwachungswahn lieb sein kann.
Natürlich gibt es für solche prekären Situationen Experten, die Ereignisse dieserart immer wieder ins Bewußtsein rufen. So zum Beispiel den Bundesminister des Innern, Herr Wolfgang Schäuble, dem man durchaus eine zu lange Tätigkeit in der Steuerverwaltung des Landes Baden-Württemberg unterstellen darf. Wie sonst ließe sich erklären, daß man aufgrund nicht real-existierender Umstände die Pferde scheu macht und vorläufig jedes Windelkind unter Generalverdacht stellen möchte?
Im Grunde sollte man einem amtierenden Minister, wie Herrn Schäuble, so viel Fachwissen unterstellen, daß er weiß, daß die Unschuldsvermutung nicht nur ein Volksmärchen, überliefert aus Generationen ist, sondern tatsächlich ein festgeschriebenes Gesetz. Fragwürdig bleibt, in wie fern, ein Minister, der trotz öffentlicher Mahnung diesen Umstand auszublenden vermag, noch die “Würde” dieses Amtes zu begleiten hat. Schließlich stellt man ja keine Marschflugkörper, als Friedenstaube ein - zumindest nicht in der Bundesrepublik.
Anders in den USA: Dort hat Herr Schäuble gute Chancen als Traumtänzer durchzustarten. Auf solche Leute wartet man schließlich nur. Und mit Verlaub, Herr Schäuble paßt dort hervorragend rein! (Steven)

