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Wochenrückblick 18/2007


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06.05.2007, 23:56 Uhr

Woche vom 30.04. bis 04.05.Mittwoch

Die Bundesregierung fühlt sich wohl in der Rolle, dem Bundesbürger frohe Kunde zu vermitteln. Nicht zuletzt weil sich derartigen Nachrichten in Zeiten von Reformen, die Schweizer Käsesorten verdammt ähnlich sind, durchaus gut nutzen lassen. So auch die Meldung, daß es weniger Arbeitslose gibt. Und dabei heißt es doch nicht erst seit gestern im Volksmund: “Vertraue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.” Aber eins nach dem anderen, denn vorerst wollen wir uns lieber in den Jubel um die Früchte der vorhergehenden Reformen einhängen.

Im konkreten Fall also um die Steuererhöhung, die das “Wirtschaftswunder” bedeute oder die Hartz IV-Änderungen, die so ziemlich jeden unter 25 Jahren ins soziale Abseits drängen. Zu Recht liebe Leser, zu Recht und wenn das kein Schrei nach Perspektive ist, dann hat man wohl was falsch verstanden. Wobei wahrscheinlicher ist, daß man sich hier mit etwas schmückt, was in seiner Form so perfid und grob irreführend ist, daß man sich schon die Frage stellen sollte, ob man darauf abfährt verscheißert zu werden. Und an dieser Stelle klinke ich mich auch gerne wieder aus dem Jubelwirrwarr aus. Nicht, weil mir selbst der Gedanke an einen Aufschwung mißfällt, sondern weil sich mit solchen Methoden der Heuchler und der Intrigant die Klinke in die Hand drückt.

Spätestens seit Schröder, sollte auch der letzte Bundesbürger wissen, wie ernst Arbeitslosenstatistiken zu nehmen sind. Wer das gekonnt überspielt hat, muß nötigenfalls seine Plauze vor die Türe tragen und sich erneut die Frage stellen, warum “Jobcenter” weiterhin in ihrer immensen Anzahl vorhanden sind. Schließlich haben wir mehrere Millionen Arbeitslose weniger, somit sollte es auch weniger betreuendes Personal geben. Momentan kommt man aber vielmehr zu der Schlußfolgerung, daß weniger Arbeitslose, mehr Personal bedeuten. Leidtragender an dieser Stelle ist der Staatshaushalt. Aber da es keine Steigerungsform von am schlechtesten gibt, interessiert das sowieso keinen. Scheinbar ist da wohl die ganze Euphorie noch nicht angekommen, sowas aber auch.

Freitag

Keineswegs wird Telekom-Vorstandsvorsitzender René Obermann im jetzigen Moment für das bewundert werden, was er für ein derart festgefahrenes Unternehmen in Kauf genommen hat. Dabei hat er doch für seine alsbald ehemaligen Mitarbeiter eine recht passable Möglichkeit gefunden, und das obwohl er diese Möglichkeit nicht hätte in Betracht ziehen müssen. Um so mehr darf man verwundert darüber sein, daß selbst dafür, der Undank Welten Lohn ist.

Schließlich oblag es den Mitarbeitern selbst, Situationen, wie die heutige, schon von vornherein im Keim zu ersticken. Doch vielmehr ruhte man sich auf die Mitgliedschaft in sonderbaren Gewerkschaften aus. Schließlich wollen die ja sowieso für den Mitarbeiter selbst nur das beste. Soweit auch nicht verwerflich, solang nicht der Arbeitgeber vor der Zerschlagung steht. Nämlich genau da, könnte die Telekom alsbald stehen, würde sie mit ihrem Stil aus den Vorjahren weiterfahren. Die Mitarbeiter selbst, tragen an diesem Zustand auch eine Verantwortung, wenngleich man das natürlich nicht wahrhaben will. Und das obwohl, so ziemlich jeder Bundesbürger mittlerweile wissen müßte, wie es um den Service der Telekom bestellt war.

Den größten Anteil daran haben nun mal die Mitarbeiter. In sofern hätte man sich schon viel eher der Verantwortung stellen müssen. Nötigenfalls auch mit internen Rundschreiben - eben so, wie man es aktuell gehandhabt hat. Dabei nützt es wenig, einen Schuldigen für die aktuelle Lage zu suchen, nur um von sich selbst abzulenken. Schließlich ist das Tragen der Konsequenzen ein hartes Stück, wofür die Mitarbeiter nicht beneidet werden. Gleichfalls ist der Rose Riese weiterhin ihr Arbeitgeber und wird dies auch noch eine ganze Weile bleiben.

Bei alledem hätte es nämlich noch viel schlimmer kommen können. Allein der erhobene Anspruch eines jeden Mitarbeiters an sich selbst, hätte den Rosa Riesa wieder in der Monopol-Stellung erheben können. Sich dessen aber bewußt zu werden, scheint hierbei eine schier unlösbare Aufgabe zu sein. Dabei sind es genau jene Mitarbeiter, die den Kontakt zum Kunden und auch das Bild in der Öffentlichkeit prägen. Freilich, kann man auf Mißstände im Vorstand verweisen - denn die gab es zweifelsohne, nicht zuletzt seit Ron Sommer. Sich aber darauf auszuruhen, nutzt weder dem Mitarbeiter, noch dem Unternehmen.

Fakt ist, daß man in Zukunft weiterhin einen gesicherten Arbeitsplatz bei einem Ableger des größten europäischen Unternehmens der Bertelsmann AG bekommt. Sofern das für einen bedeutungslos ist, dann ist man freilich bei solchen zweifelhaften Gewerkschaften gut aufgehoben. Und zweifelsohne machen diese aus allem einen Riesen Tamtam, aber eben keinen Rosa Riesen.

(Steven)



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