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Wochenrückblick 19/2007

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13.05.2007, 23:14 Uhr

Mittwoch

Wir sind nicht nur Papst, Handballweltmeister und noch so vieles Anderes, nein, wir sind auch zu dick. Diese phänomenale Erkenntnis hat nun auch die Gesundheitsministerin der Bundesrepublik, Ulla Schmidt, erreicht. Einer Studie des Robert-Koch-Institutes zufolge, sind in der Bundesrepublik cirka zwei Millionen Kinder übergewichtig. Das ist Grund genug die Politik auf den Plan zu rufen. Wo der Bundesbürger bzw. die Eltern nicht mehr in der Lage sind alleine für das geeignete Angebot aus Ernährung und Bewegung zu sorgen, da muß der Staat freilich nachhelfen. Gut gemeint war da sicherlich der Gedanke, doch kaum ausgesprochen entwickelt sich auch dies wie so Vieles zu einer Farce.

Mittlerweile ist aus der reinen Forderung mehr für die Kinder und deren Ernährung zu tun, ein ganzes Paket inklusive Rattenschwanz geworden, das so manchen Bürger erneut zum Kopfschütteln bewegt hat. Die Forderung nach mehr Aufmerksamkeit im Schulwesen hinsichtlich der Ernährung der Kinder war ebenso nachvollziehbar, wie die Erhöhung der wöchentlichen Schulsportstunden, doch die Forderung von den Grünen beispielsweise, die Werbung für Süßigkeiten aus dem Fernsehen zu verbannen, halte ich persönlich für kaum realistisch. Bevor dies von Sinn und Erfolg gekrönt wäre, müßte man die Werbung für Alkohol und dementsprechend auch die Möglichkeit, daß Hersteller alkoholischer Getränke Schirmherr oder Werbepartner für Sendungen sind, komplett verbieten. Doch so kamen bereits die ersten Stimmen aus den Reihen von den Grünen und der SPD, die fordern die bisher geltende Mehrwertsteuerregel von sieben Prozent auf Naschsachen auf die volle Mehrwertsteuer anzuheben. Das Unwort „Fett-Steuer“ ist bereits geboren. Doch hier sind sich die Gemüter selbst innerhalb der Parteien, wie beispielsweise der FDP, noch lange nicht einig.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich der „Aktionsplan“ unserer Politiker noch gestalten wird. Ist es nicht beruhigend zu wissen, daß der Staat mit allen Kräften gegen das deutsche Übergewicht kämpfen will? Ob sich die Damen und Herren Politiker dann vielleicht auch anderen Problemen, wie zum Beispiel Fußgeruch bei unter 20-Jährigen oder schlechter Atem bei Rentnern annehmen wird, wird die Zeit zeigen. Ich weiß nur eines ganz genau, so lange wir als Volk es weiterhin zulassen, daß die wichtigen Grundpfeiler unseres Gesundheitssystems und unseres Sozialsystems nicht so gefestigt sind, daß sie auch den ursprünglichen Zweck erfüllen, so lange wird sich da oben nicht viel ändern und man erschafft und stopft sich in der bundesdeutschen Politik die Sommerlöcher selbst. Guten Appetit!

(Markus)

2 Kommentare

  • Benutzerbild 1 Blog Zeitenwende.ch 15.05.2007, 22:37 Uhr
  • Die Deutschen kriegen ihr Fett ab…

    Wachstum wird landläufig mit positiven Attributen assoziiert, doch wenn es um den Bauchumfang geht ist Schluss mit lustig. Das deutsche Kabinett möchte nun mit einem Aktionsplan seine Untertanen auf Vordermann bringen und die Ernährung v…

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