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Kassenschlager Drittes Reich


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27.05.2007, 19:55 Uhr

Kassenschlager Drittes ReichKennen sie Paul Verhoeven? Ich nicht. Aber sicherlich kennen sie den Film “Basic Instinct”, in dem die Schauspielerin Sharon Stone mit ihrer legendären Beinakrobatik so manch einen alleinstehenden Mittvierziger zu erhöhtem Blutdruck verholfen haben dürfte. Eben dieser Regisseur, der unter anderem auch Filme wie “Showgirls” oder auch “Total Recall” drehte macht nun erneut Schlagzeilen.

Der Zeitung “Die Welt” war vor einigen Tagen zu entnehmen, daß Verhoeven, der als provokativer und egozentrischer Mensch bekannt ist, sich auch mal an die Thematik des Dritten Reiches herangewagt hat. Man hat ja in den letzten Jahren schon so einiges gesehen, sei es die Schmierenkomödie von Helge Schneider oder das für viele zu real verfilmte Machwerk “Der Untergang”. Doch bisher gab es noch keine Verfilmung, die auch nur annähernd an die von “Black Book” heranreicht.

Verhoeven erzählt eine Geschichte von einer jungen Jüdin, namens Rachel. Rachel Stein muß sich 1944 in den Niederlanden vor den deutschen Streitkräften verstecken. Sie versucht mit anderen nach Belgien zu flüchten und ist die einzige Überlebende, da der Fluchtversuch brutal niedergeschlagen wird. Rachel schließt sich daraufhin einer Widerstandsgruppe an da sie einen tiefen Hass auf die Deutschen verspürt, die ihre Familie bei dem Fluchtversuch ermordet hatten. So spioniert sie als Sekretärin in einem deutschen Hauptquartier im besetzten Norden der Niederlande den Feind aus. Doch das alleine wäre nicht Verhoevens Stil getreu. Rachel beginnt ihren Widerstand vor allem in der Horizontalen fortzusetzen. Zur vollkommenen Tarnung blondiert sie ihr Haupthaar, sowie, und hier wird der Charakter des Regisseurs wieder deutlich, in einer Großaufnahme ihr Schamhaar um sicher zu gehen, nicht aufzufallen. Fortan nennt sich Rachel Stein nun “Ellis” und verliebt sich in den Obersturmbannführer Ludwig Mütze. Im Laufe des Dramas wird Rachel dann allerdings enttarnt und auch gedemütigt. Schenkt man der Tagepresse Glauben, so wird in dem Film an Sex,- Gewalt,- und Ekelszenen nicht gespart. Abartiger Höhepunkt sei laut Medienberichten eine Szene, in der die Jüdin mit einem Eimer voll Kot übergossen werde.

Ich weiß nicht, wann sich die Masse endlich an dem “Hype” des Dritten Reiches sattgesehen hat. Ich werde mir diesen Film mit Sicherheit ansehen, schon alleine um diesen Artikel nicht aus vollkommener Ahnungslosigkeit geschrieben zu haben, aber bezweifle dennoch den Sinn solcher Streifen, die in meinen Augen mehr auf das Publikum von Filmen die man von Quentin Tarantino kennt, aus ist.

Für mich sind solche Filme an deren Einnahmen sich irgendwelche Menschen die Taschen füllen einfach sinnlos. Verhoeven ist laut eigenen Angaben selbst ein Betroffener der damaligen Zeit und beteuert auch, daß seine Charaktere im Film authentisch sind und die Personen auf reale Begebenheiten zurückzuführen sind, aber dennoch, für mich war es damals auf allen Seiten der Kriegsparteien Horror und es gab auf allen Seiten Leid, da ist es für mich unverständlich, wie man wieder und wieder versucht damit Profit zu schlagen.

Foto: © SXC

(Markus)



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