Alles Terroristen!
Hellauf begeistert dürften die Sponsoren diverser Radsportler in Europa sein. Nicht zuletzt weil die Herren mit Vorbauten beim abendlichen Biervernichten wieder über den Radsport und weniger über Fußball debattieren. Bisweilen dürfte die Freude zwar recht zweifelhafter Natur sein, nur ist nun mal nicht erst seit gestern “nobody perfect” und überhaupt: Lieber schlechte Werbung, als gar keine! Genau das wird sich auch der ein oder andere Spitzensportler – oder das, was davon übrig ist – gedacht haben, sodaß sich ein Skandal an den nächsten reiht. Was ‘ne geile Sache, gell?
Nachdem sich also das Feld im Radsport etwas gelichtet hat und die Konsequenzen eher an Strafen aus dem Kindergarten erinnern, wagt sich Sportler um Sportler an die vorderste Front. Und da wird freilich scharf geschossen, wenngleich nur mit Worten – aber immerhin. Schließlich kann es auch bei Pressekonferenzen verbal gepflegt auf die Fresse geben, nicht wahr Herr Ullrich? Klaro! Und weil Blutspenden eine komplizierte Angelegenheit ist, kann es auch vorkommen, daß man die Verfahrensweise mit den Blutkonserven etwas zu sehr verinnerlicht. Zumal es heutzutage eh nix geschenkt gibt – erst recht wenn die dicke Truller beim Blutspendedienst auch noch unhöflich ist – da muß man dann halt das Beste aus dem Inhalt der Plastikbeutel machen.
Apropos Front. Auch Herr Schäuble meldete sich in der vergangenen Woche zu Wort und verwies gleichwohl auf seine Pflicht dem ganzen terroristischen Dopingtreiben ein Ende zu setzen. Diese Einsicht kam zwar reichlich spät, aber ein Politiker mit selbsternanntem Weitblick ist nun mal vielbeschäftigt. Schließlich bedeutet es viel Arbeit, Hosenscheißer unter Generalverdacht zu stellen und so aktive Gefahrenabwehr zu betreiben. Denn auch Herr Schäuble hat aus Übersee gelernt, daß Terroristen überall lauern können. So spricht Herr Schäuble gar von “mafiösen Strukturen”, was schon wieder etwas nach Al Quaida und Osama Bin Laden klingt. Somit eine erstzunehmende Gefahr fürs amerikanische… ähh… deutsche Vaterland. Ein Aufruf für mehr Zivilcourage im Radsport dürfte sich somit erübrigen. Also Freiwillige vor – und bitte nicht alle auf einmal.
Foto: © DoD


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