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Anglizismen fürs neue Firmenimage

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12.06.2007, 00:08 Uhr

Man hat es schon nicht einfach in der Wirtschaftswelt, einerseits die ständige Konkurrenz und andererseits muß man sich doch stets sein “Image” bewahren. Wohl dem, der überhaupt eins hat. Da kommen unkonventionelle Hilfsmittel zur Verbesserung des Firmenbildes in der Öffentlichkeit wie gerufen. Das fängt dann an bei zweifelhaften Gestalten, die als die heiligen Samariter in der Presse gefeiert werden und hört dann irgendwo auf bei der Neustrukturierung der eigenen “Bullshit-Castles”. Wer jedoch meint, das sei dann auch schon das jähe Ende der Möglichkeiten dieser ideallosen Trottel, irrt gewaltig. Schließlich gibt es noch den sprachlichen Aspekt:

So mutiert die Abteilung, deren einzige Aufgabe es bisher war dummes Zeug zu quatschen, zum “Backoffice”, die olle Quasselstrippe und festangestellte Kaffeetante vom Chef (jetzt im übrigen der “Chief Executive Officer”, kurz CEO) mutiert zum “Chief Assistent”. Und auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter, dürfen sich über neue Titel á la “Bereichs-Controller” freuen. Klar, die Arbeitsleistung ist mitnichten besser geworden, aber es macht für den letzten Husten aus Übersee auf jeden Fall schon mal einen guten Eindruck. Da fühlen sich diejenigen doch gleich viel besser. Und weil Investoren heutzutage wichtig sind, ist jedes Mittel recht. Da können wir eigentlich noch von Glück reden, daß die Mitarbeiter nicht noch mit “Mister” und “Misses” angesprochen werden. Aber das wäre dann auch zu viel des Guten, oder doch nicht?

Mal fernab davon, nervt es mittlerweile gewaltig, wenn sich irgendwelche Haubentaucher, mit ‘nem gekauften Abschluß aufführen, wie die verkörperte Hochintelligenz. Denn insbesondere diejenigen sind es, die uns “Slogans” bescheren, deren Verständlichkeit irgendwo zwischen nicht und gar nicht anzusiedeln ist. Die unsere Sprache in den Dreck ziehen, nur um dem Wettbewerb, der so eigentlich gar nicht existent ist, immer eine Nasenlänge voraus zu sein.

Natürlich agieren insbesondere Großunternehmen global – das soll hier auch nicht Stein des Anstoßes sein – gleichfalls sind Privat- und Geschäftskunden keine “Globalplayer”, die man mit sonderbarer Sprachgestaltung zu den eigenen Produkten hinbewegen muß. Im Zweifelsfall winken diese nämlich ab und fühlen sich keinesfalls, von den Phantasien des Sesselpforzers in der “Marketing-Area” angesprochen.

Foto: © PHOTOCASE

(Steven)

Ein Kommentar

  • Benutzerbild 1 herbert 20.06.2007, 18:39 Uhr
  • Mitunter machen sich auch Großfirmen mit ihren Anglizism lächerlich, bei kleineren Firmen ist das fast immer der Fall, wenn Sie dies versuchen.
    Aber viele meinen eben, das sei modern und würde Größe und Kompetenz vortäuschen.

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