Wochenrückblick 25/2007
08.07.2007, 21:25 Uhr
Dienstag
Am Dienstag gab das Sozialministerium in Schleswig-Holstein Details über den Zwischenfall in dem von der Vattenfall Europe AG betriebenen Atomkraftwerk “Krümmel” bekannt.
Es verwundert, daß die detaillierten Informationen erst am Dienstag an die Öffentlichkeit weitergegeben wurde, ereignete sich der Zwischenfall doch bereits am Donnerstag letzter Woche. Da beschleicht einen schon ein ungutes Gefühl, was den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen betrifft. Das Ministerium begründete die später Veröffentlichung damit, daß erst fünf Tage nach dem Zwischenfall genauere Daten über den Brand vorlagen. Sehr zweifelhaft diese Begründung.
Derzeit untersuchen nun Experten, warum es genau zu diesem Brand kam. Im Augenblick heißt es, daß sich das Öl, das im Inneren eines Transformators zur Kühlung verwendet wird, aus ungeklärten Gründen entzündet hat. Der Reaktor wurde daraufhin heruntergefahren. In der Folge sei eine der Pumpen die dem Reaktor Wasser zuführen ausgefallen. Zwei Entlastungs- bzw. Sicherheitsventile seien ebenfalls geöffnet worden, wodurch der Wasserfüllstand und der Druck im Reaktor schnell abgefallen sind. Durch eine Zuschaltung eines weiteren Systems sei aber diese Problematik behoben worden.
Das alles liest sich für den Bürger sehr undurchsichtig und läßt die Vermutung zu, man wolle hier nicht so recht mit der ganzen Wahrheit herausrücken. “Krümmel” ist kein unbeschriebenes Blatt. Alleine im Jahr 2006 gab es fünfzehn meldepflichtige Zwischenfälle in diesem Atomkraftwerk.
Am selben Tag der vergangenen Woche kam es im Atomkraftwerk “Brunsbüttel” ebenfalls zu einem Zwischenfall, der zur Zeitweisen Abschaltung führte. Böse Stimmen vermuten, daß die beiden Pannen unter Umständen einen Zusammenhang aufweisen. Beide Kraftwerke liegen nur cirka Hundert Kilometer voneinander entfernt.
Man möchte besser gar nicht wissen, wie oft wir in der Vergangenheit nur knapp einer atomaren Katastrophe entgangen sind. Die Vertuschungsmaschinerie ist in Deutschland wohl eines der am besten funktionierenden Instrumente überhaupt. Darin sind wir zweifelhafte Weltmeister! Die alte Diskussion um die Notwendigkeit der Atomkraftwerke dürfte spätestens jetzt wieder Feuer entfacht haben, im wahrsten Sinne des Wortes.
Donnerstag
Die obersten Richter des Verfassungsgerichts haben ein für Politiker wie Friedrich Merz ein vernichtendes Urteil gesprochen. Ab sofort müssen die Nebeneinkünfte der Politiker offen gelegt werden. Ab jetzt werden alle Nebentätigkeiten der Abgeordneten im Bundestag auf der Netzseite des Bundestages aufgelistet. Merz ist da sicher nicht der einzige, dem das ein Dorn im Auge sein dürfte. So ist er nur einer von 613 Abgeordneten, die die Hosen runterlassen müssen.
Merz ist ein Paradebeispiel für die Geldgeilheit der Politiker. Er ist neben seinem Amt in ganzen neun weiteren Unternehmen beschäftigt bzw. beteiligt. Man findet seinen Namen sowohl bei der Anwaltskanzlei Mayer, Brown, Rowe & Maw LLP sondern noch in weiteren neun Unternehmen, bei denen er im Aufsichtsrat sitzt. Merz Nebeneinkünfte stehen in der von Bundestagspräsident Lammert erstellten Liste in der “Gruppe 3“. Lammert teilte die Nebenverdienste in 3 Gruppen ein:
1. Gruppe: 1.000 bis 3.500 €
2. Gruppe: bis 7.000 €
3. Gruppe: ab 7.000 €
Da drängt sich nun einem zwangsläufig der Gedanke auf, in wie fern diese Politiker denn noch Volksvertreter sind. Führt das nicht zwangsläufig dazu, daß sie mehr Interessenvertreter der jeweiligen Unternehmen sind, als die Vertreter der Volksmeinung, weshalb sie auch gewählt wurden? Entwickelt sich hier die Arbeit der Politiker hier nicht regelrecht zu einer Farce? Für meinen Teil denke ich, daß die veröffentlichten Daten bei vielen Bundesbürgern das noch übrig gebliebene Quentchen Vertrauen endgültig verlieren läßt.
Sieht man die Beträge, die hier zur Debatte stehen und überschlägt einmal grob, was die Abgeordneten alle zusammen zusätzlich im Monat einstreichen, da wird einem als Steuerzahler schon etwas flau in der Magengegend. Es bleibt uns allen die Frage, was tun, um endlich einen Umsturz in Deutschland zu erhalten? Die Politiker bei den Wahlen abstrafen? Wie oft stand das schon zur Debatte und wurde dann doch nichts, da die treuen Wählerscharen immer wieder neue Hoffnung in neue oder auch alte Gesichter legt, weil die Anhänger der Volksparteien der Jahrzehntenlangen Gehirnwäsche unterliegen. Was hat das Volk denn noch für eine Möglichkeit? Wo kann der Deutsche denn noch Druck ausüben? Vielleicht bleibt uns nur noch die Straße übrig um denen da oben zu zeigen, über wen sie denn regieren. Vielleicht geht es eines Tages nicht mehr anders, doch die Frage ist, ob wir dann noch zu retten sind.


Ein Kommentar zu “Wochenrückblick 25/2007”
08.07.2007, 23:23 Uhr
bezüglich akw’s: ist man sich ja gewohnt, solche vorgehensweisen. erstaunt mich ganz und gar nicht.