Günstig, günstiger, am günstigsten
26.07.2007, 01:54 Uhr
Nicht erst seit gestern ist auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ein regelrechter Kampf um den Kunden ausgebrochen. Und während sich so manche Anbieter mit zweifelhaften Angeboten und Knebelverträgen begnügen, geht es bei anderen preistechnisch gepflegt zur Sache. Unter anderem auch beim Münchner Mobilfunkanbieter O² Germany, der in der Vergangenheit vielfach durch niedrige Gebühren für seine Dienstleistungen auf sich aufmerksam machte und den Mobilfunkmarkt ordentlich aufmischte.
Preisschlachten dieserart fordern aber auch diesmal ihren Preis, sodaß O² von insgesamt 4900 Stellen mehr als 700 in Verwaltungs- und Zentralfunktionen streichen muß. Natürlich vorrangig um die Wettbewerbsfähigkeit auszubauen, wie O² bisweilen in einer Presseerklärung zu verstehen gab. Dabei ist es keineswegs so, das O² unprofitabel arbeitet. Im Gegenteil: Alleine im ersten Quartal dieses Jahres machte der Münchner Mobilfunkanbieter einen Umsatz von 843 Millionen Euro, auch wenn dies einen minimalistischen Umsatzrückgang bedeutet, behauptet sich O² mit über elf Millionen Kunden und einem Marktanteil von 13,3% (siehe Übersicht). Grundlegend also kein Grund die Pferde scheu zu machen und an den Bürostühlen der Mitarbeiter zu sägen. Wäre da nicht das kleine Aber…
Marktanteile
- 1. T-Mobile (36,5%)
- 2. Vodafone (35,5%)
- 3. E-Plus (14,7)
- 4. O² (13,3%)
- Stand: 12/2006
O² gab hierbei nämlich selbst bekannt, daß der Stellenabbau stattfände, weil für die Weiterleitung in andere nationale Mobilfunknetze weniger Gebühren erhoben werden würden. Gleichzeitig preist man jedoch wenige Stunden später in einer weiteren Pressemitteilung den neuen Pauschaltarif “O² Genion XL” an, mit welchem es ab dem 13. August dieses Jahres möglich sein soll für 80,00 EUR ohne subventioniertes Endgerät in alle nationalen Mobilfunknetze unbegrenzt telefonieren zu können. Verzeihung, aber das beißt sich.
Gut, einerseits werden die Kundenanfragen á la “Aber O²….” wieder tierisch meine Laune verbessern. Andererseits ist mir die Gewißheit, daß kein Stellenabbau stattfindet um einen erbitterten Wettbewerb und Preisschlachten ungeahnten Ausmaßes zu führen, wesentlich wichtiger, als irgendwelche Pauschaltarife von einem Anbieter, der eine Netzinfrastruktur wie diverse Mobilfunkanbieter in Schweden hat. Manchmal hilft eben auch die Gewißheit…
Foto: © O² (Germany)

