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“Ehe” man sich versieht

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22.09.2007, 23:11 Uhr

Was macht man, wenn man gar keine Ahnung hat, was man den lieben langen Tag über machen soll? Nun, entweder man schläft oder faulenzt, oder aber man sucht sich eine Thematik aus, die schlagzeilenwürdig ist und geht damit an die Öffentlichkeit. Letzteres hat Frau Gabriele Pauli (CSU) gemacht und damit ihrem wohl all zu tristen Politiker- und Hausfrauenalltag ein wenig auf die Sprünge geholfen.

War doch zunächst noch seitens Bundesfamilienministeriums von einer “Zeitungsente” die Rede, gab es der Thematik ungeahnten Schub. Frau Pauli, die ja selbst gerne CSU-Chefin werden möchte, heizte das Thema mit einer Ehezeitbefristung zusätzlich an.

So hat sie sich überlegt, man könnte doch die Ehe zeitlich begrenzen. Warum? Das fragt mich nicht! Vielleicht gab es in der Bundestagskantine ja irgendeine bewußtseinserweiternde Substanz im Essen, die gerade bei Frau Pauli zu ungeahnten Verbalpatenten führte. Die gute Frau schlug vor, man solle doch die Ehe auf sieben Jahre, statt wie bisher (für die Ewigkeit, hach wie schön verträumt das doch klingt) begrenzen. Uff, das muß man sich erst einmal vor Augen führen. In Deutschland gibt es Familien, die wie gestern Abend in Stern-TV gebracht, in absoluten sozialen Randgruppen leben und das nicht erst seit kurzem, sondern schon seit über dreizehn Jahren – siehe Familie Ritter.

Unsere “Volksvertreter” sinnieren demgegenüber lieber über die Gültigkeit des Ehebundes. Jetzt fragt sich der mündige Bundesbürger, warum denn ausgerechnet sieben Jahre und nicht zehn, zwanzig oder dreiunddreißigeinhalb? Das weiß sie offenbar selbst nicht, aber vielleicht hat sie sich ja Anregungen aus der Menschheitsgeschichte geholt, in der die Zahl “7″ ja schon für durchaus positive Dinge stand.

Auf die Äußerungen Paulis legte Herr Stoiber derselben einen Parteiaustritt nah, was wiederum für heftige politische Diskussionen führte. Herrje, werden die da nie erwachsen? Ich glaube schon bald nicht mehr daran. Es wird immer mehr kostbare Zeit damit verschwendet, um über idiotische Dinge zu debattieren, anstatt mal den Kernproblemen der Bundesrepublik auf den Grund zu gehen und effektive Lösungen für des Volkes Gunst zu erarbeiten.

So dreht sich das lächerliche Politikkarussell einmal mehr im Kreise und wir dummen Deutschen blicken doof in die Wäsche. Für eine Zeitungsente aber, liebes Familienministerium, dafür gibt es allerdings jede Menge Gequake.

Foto: © SXC

(Markus)

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