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Bloß keine Panik!

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25.09.2007, 22:50 Uhr

Recht verhalten war die Reaktion auf die neuerliche Mißhandlung mit anschließender Todesfolge eines Zweijährigen, welche sich bereits vor zwei Wochen ereignete. Kein Aufschrei, der durch die Medien zog und auch keine Trauerfeiern, die an das Leid des kleinen Jungen erinnern. Deutschland hat sich gewöhnt an die Nachrichten von erschlagenen Kindern und wohl auch damit abgefunden. Mittlerweile wird alles in altgewohnter Manier nüchtern und zweckmäßig bewältigt. Keiner der sich die Frage gestellt, warum er nichts getan habe.

Im Fall um den getöteten Zweijährigen in der Eifelgemeinde Schleiden, der von seinem 41-jährigen “Vater” zu Tode geprügelt worden sein soll, konnte das Jugendamt sich natürlich wieder schnell aus der Affäre ziehen. Schließlich wohne das junge Paar erst ein paar Monate in der Stadt, so das Amt in einer ersten Stellungnahme. Die 21-jährige Mutter selbst hatte das Kind am Freitag, den 14. September, in eine Arztpraxis gebracht, in welcher es dem behandelnden Arzt gelang den Jungen vorerst zu stabilisieren. Fünf Tage später jedoch erlag der Zweijährige seiner massiven Verletzungen im Uniklinikum Aachen.

Die Presse reißt sich freilich keinen Zacken aus der Krone und bevorzugt es über vermeintlich wichtigere Dinge für die dauergeile Masse zu berichten – wie zum Beispiel die Wahnvorstellungen eines dauerverfolgten Politikers. Da paßt sowas wie der neuerliche Fall aus Schleiden sowieso schlecht rein, die Stimmung ist ohnehin schon mies. Urteile wie das im zum Fall der 27-jährigen Hamburgerin, die ihr Kind vor knapp sechs Monaten aus dem Fenster warf, mögen daran mitnichten etwas ändern. Zumal sich sowas nicht öffentlichwirksam puschen läßt. Schließlich ist eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten ein Witz – und das im Namen des Volkes.

Was mich interessieren würde, ist, ob man sich im Tagesschau Blog wohl weiterhin ins Tuch des Schweigens einhüllt und auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung verweist? Schließlich genießen Kindestötungen nicht die Prämisse im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erwähnt zu werden. Die dümmlichen Kommentare scheidender Politiker dafür um so mehr. Na bloß keine Panik!

Foto: © SXC

(Steven)

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