Optimismus ist Pflicht!
11.10.2007, 08:27 Uhr
Verständlich, daß der US-Kongreß am vergangenen Dienstag die geforderten Gelder für eine Offensivkampagne bewilligt hat. Schließlich habe man schweren Schaden von den jüngsten Ereignissen getragen und so lassen sich bei weitem keine Verbündeten finden. Immerhin wolle man mit den zur Verfügung gestellten Geldern alles tun, “um den weltweit verloren gegangenen Status und das Prestige der USA wieder herzustellen”, so die Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtiges, Diana Watson, vor der Abstimmung.
Und weil die restliche Weltbevölkerung nicht ganz so schnell mit dem Vergessen ist, wie die US-Bevölkerung, hat man sich gar eine Art Aktionsplan ausgedacht. So ist vorgesehen, Informations- und Diplomatiezentren im Ausland weiter auszubauen, die das Ansehen nachhaltig wiederherstellen sollen. Wenn man öffentliche Gelder rauskloppt, dann richtig, lautet schließlich die Devise. Zumal geradlinige und offene Außenpolitik ohnehin etwas für Kachelzähler ist. Primärer ist stattdessen den letzten Frevler in der Welt von der Führungsrolle der USA zu überzeugen - nur falls das jemand noch nicht verstanden haben sollte.
Grundlegend bleibt fragwürdig, warum man sich diese Gelder - immerhin 1,54 Milliarden US-Dollar - nicht gespart hat. So wie sich bei Starbucks die Kinderbecher aus China zu wahren Ladenhütern entwickeln werden, so verhält es sich auch mit der Sympathie für die US-Führung. Wobei es hin und wieder Heuchler in unseren Breitengraden gibt. Jene halten aber auch ohne teuerausschraffierte Kampagnen zur ihren Idolen. Aber falls mal jemand einen Text für gescheiterte Öffentlichkeitsarbeit benötigt, kopiert er sich am besten den gesamten Pressetext von Diana Watson.
Foto: © SXC

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