Gefahr für den Weltfrieden?
18.10.2007, 22:21 Uhr
Sehen sich die Vereinigten Staaten von Amerika - respektive deren Präsident - in Zugzwang, dann wird der Ton gerne mal rauher. So auch bei der gestrigen Pressekonferenz im Weißen Haus, bei welcher auf die eher beiläufige Frage eines Journalisten, ob George Bush wirklich daran glaubt, daß der Iran Atomwaffen baue, Bush erwiderte, daß, wenn der Iran Atomwaffen habe - woran er derzeit glaube - dies gefährlich für den Weltfrieden sei. Zudem sollte es im Interesse der Welt sein, dies zu verhindern.
Eine unmißverständliche Aussage von Bush, wenngleich der Nachweis, daß der Iran Atomwaffen habe, bis heute nicht erbracht wurde. Selbst Rußlands Präsident Putin verneinte bereits nach seinem Besuch in Teheran, daß der Iran in Besitz ebensolcher Waffen ist. Auf die Frage eines weiteren Journalisten, ob Bush enttäuscht sei, daß nun auch Putin den Besitz derartiger Waffen seitens Irans verneine, antworte er gewohnter Überheblichkeit und im Namen der gesamten Welt - er ist ja schließlich der mächtigste Mann - daß es im Interesse der gesamten Welt sei, sicherzustellen, daß der Iran nicht imstande ist, derartige Waffen zu produzieren.
Wie Bush dies sicherstellen wollte, ließ er indes noch offen. Bisweilen bleibt zweifelhaft, ob Bush der Gedanke widerstreben würde, wenn Kontrolleure internationaler Gremien seine Waffenlager durchstöbern und eine Bestandsaufnahme machen. Schließlich deuten die neuerlichen Vorfälle im Irak auf etwas hin, wovon der Iran noch weit, weit entfernt ist und auch entfernt bleiben wird. Denn wie eine russische Nachrichtenagentur und später auch vereinzelt deutsche Medien berichteten, wurden im Irak insgesamt achtzehn Felder mit starker radioaktiver Strahlung gefunden. All diese Felder - darunter auch Teile Bagdads - waren Kampfplätze der USA, welche im Jahr 2003 auf diese Ziele Bombenangriffe geflogen sind.
Die Weltöffentlichkeit hat bis dato davon noch keine Notiz genommen und entsprechend verhalten war die Reaktion auf diese Meldung. Daß die US-Regierung jedoch auch im Irak-Krieg Uranwaffen verwandt hat, war hinreichend bekannt. Nun bleibt fragwürdig, ob Bush den Erwartungen, die er an andere Staaten richtet, auch selbst gerecht wird. Wobei davon mitnichten ausgegangen werden kann.
Wenigstens hat Bushs Ansprache in Washington für ein neues Rekordhoch des Rohöl-Preises an der New Yorker Börse gesorgt. Wer da noch an Zufälle glaubt, dem gehört eigentlich ins Bein geschossen.
Foto: © Chris Greenberg / The White House

