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Hauptsache hart!


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01.11.2007, 10:13 Uhr

Fünf Euro ins Phrasenschwein, Frau Künast. Warum fragen Sie sich? Nun, wer zu einer Sendung, deren Hauptthematik sich auf den Klimaschutz bezieht, mit dem Flugzeug anreist und vom Flughafen standesgemäß mit’m Oberklasseschlitten auf WDR-Kosten abgeholt wird, der ist nur bedingt glaubwürdig. Da kann er sich im Verlaufe der Sendung auch noch so oft für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf bundesdeutschen Autobahnen aussprechen.

Womit Sie vor der großen Klimadebatte durch die Straßen, Gassen und über Autobahnen heizten, hatten wir zwar bereits abgehandelt, andererseits wäre es für den Umweltgedanken mehr als förderlich, sich der Frage zu stellen, woher der plötzliche Sinneswandel rührt? Andernfalls sollte man es sich ersparen, so herrlich einseitig Werbefilme des Volkwagen Konzerns und seines Touaregs zu kritisieren. Fraglich bleibt ohnehin, wir doof Ihre Parteigenossen drein schauen würden, wenn beim nächsten Parteitag ein erdgasbetriebener Fiat Punto vorfährt. Da wird sich zweifelsohne keiner um den Zustieg reißen, obschon der Elefantenrollschuh dreimal gepanzert ist.

Genausowenig wie sich irgend jemand darum reißt, endlich den Rußpartikelfilter für alle Dieselneuwagen ab 2008 gesetzlich vorzuschreiben. Und nun schieben Sie das bloß nicht auf die Automobillobby. Denen hat Merkel in Indien massig Aufträge mit ihrer Werbetour beschert. So viel, das sogar noch mehr Beschneidungen drin wären. Interessiert aber nur bedingt, da man sich in Berlin lieber Gedanken über längst festgefahrene Debatten macht. Denn Debatten dieserart wucherten schon weit vor der Erbauung von Autobahnen und brachten letztlich immer dasselbe öde, schnöde Ergebnis.

Apropos Ergebnisse: Porsche verkauft sich in Nordamerika nicht so gut, weil er vielleicht 300 Stundenkilometer Spitze schafft und Pferdestärken en mass hat. Nein, der verkauft sich halt. Warum? Fragen Sie mich doch nicht. Herr Scheer (SPD) weiß das besser, der hat zwar vom Verkauf von Fahrzeugen überhaupt keine Ahnung, aber immerhin die Erkenntnis, warum sich Porsche so gut verkauft. Zumindest glaubt er das. Eigentlich schade, daß er uns als Porscheberater aufgrund seiner mangelnden Sachkenntnis verwehrt bleibt.

Sie meinen ich sei vom Thema abgekommen? Richtig, liegt wohl an der Sendung. Zumindest da spielte die Thematik der Geschwindigkeitsbegrenzung eher eine untergeordnete Rolle, wie die Einspielung des Volkswagen-Werbefilms zusätzlich zeigte. Sehr wahrscheinlich, daß Herr Plasberg durch die Bitte des VW-Konzerns, den Film nicht auszustrahlen sich so bekräftigt fühlte, daß er zumindest meinte er sei auf dem richtigen Wege. War er aber nicht, und das Debakel nahm zur fortgeschrittenen Stunde seiner weiteren Verlauf.

So könnte man glattweg meinen, jeder der anwesenden Gäste hätte seinen eigenen kleinen Fanclub mitgebracht. Was wohl auch erklären würde, warum bei Frau Künast immer nur eine/einer klatschte. Na ja, man kann sich sein Publikum halt nicht aussuchen. Das weiß jetzt auch Frank Plasberg, dessen Umfrage zur Sendung auf den Seiten WDR-Fernsehen voll in die Hose ging. Und dabei hat man sich so große Mühe gegeben. Schade. Aber nächstes Mal wird’s bestimmt besser. Ganz sicher!

Foto: © Westdeutscher Rundfunk

(Steven)

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