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Seien Sie unbesorgt!


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18.11.2007, 16:52 Uhr

Das Veto des Brandenburger Innenministers zur bevorstehenden Demonstration tausender Bundespolizisten am kommenden Donnerstag in Frankfurt (Oder) mutet grotesk an. War es doch seine Behörde, die bisweilen drauf verzichtete, auch nur ansatzweise statistische Erhebungen zur Verfügung zu stellen, die Rückschlüsse darauf zuläßt, in wieweit eine Grenzöffnung Gefahren birgt. Die Richtigstellung dessen obliegt jedoch ohnehin nicht Schönbohm. Frisierte Statistiken sind etwas für SPD-Politiker - besser man stellt gleich den Gemeinschaftsgedanken in den Vordergrund.

Polen und die Tschechei haben sich schließlich selbst um ihr Plätzchen in der großen Staatengemeinschaft verdient gemacht und verdienen wohl aufgrund dessen unser vollstes Vertrauen. Das mutet überzeugend an, ist angesichts der harten Realität aber der letzte Blütenstaub. Gekaufte Behörden, Menschenhandel, Autoschiebereien und andere - nach Schönbohms Ansicht wohl - Bagatellen - sind unlängst keine Vorurteile, sondern das Resultat der voranschreitenden Klassengesellschaft in beiden Ländern.

Die Nachhaltigkeit der Argumentation Schönbohms dürfte weiter gen Null fallen, angesichts der Anmerkung, daß nach Informationen der Nachrichtendienste keinerlei Gefahrenpotential bestand habe. Als ob sich zuverlässige und verläßliche Informationen an bundesdeutschen Nachrichtendiensten definieren würden. Vielleicht beim Herrn Schönbohm, der zu lange die Sitzfläche seines Drehstuhls breitgesessen hat. Mitnichten bieten derartige Verweise eine fundierte Grundlage für die Vertrauensgewinnung. Gleichwohl könnte Schönbohm für gesundes Gammelfleisch werben.

Immerhin traut der Innenminister seinen eigenen Leuten so wenig zu, daß er diese öffentlich in einem Interview mit dem Focus-Magazin (47/2007) diskreditiert. Dabei Unterstellt er “bestimmten Kreisen” man beziehe sich mit der Demonstration vielmehr auf den angestrebten Standortwechsel, als auf die nachhaltige Sicherheitspolitik in der Grenzregion. Ohnehin scheint menschliche Nähe keineswegs das Credo Schönbohms zu sein. Andernfalls ließe sich diese deplazierte Öffentlichkeitsarbeit nicht erklären. Wie Schönbohm nach einem ebensolchen Interview noch auf das Vertrauen seiner Bürger in die Polizeibehörden bauen will, bleibt fragwürdig. Aber wenigstens den Wermutstropfen gibt’s billig in Form von polnischem Selbstgebrannten hinterher. Na dann, Prost!

Foto: © Pixelio

(Steven)

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