Willkommen neues Jahr und alte Gewohnheiten
2008. Genial, wir haben das neue Jahr erreicht und leben noch. Wenn das mal nicht ein kleines Wunder ist, sieht man sich die Entwicklung in Deutschland im vergangenen Jahr einmal an. Dabei ist es ganz gleich, welche Bereiche man unter die Lupe nimmt, ob es das Gesundheitssystem ist, der Arbeitsmarkt, die Lebensmittel- oder Benzinpreise oder gar der Umgang mit den Kindern dieses Landes.
Letzteres sollte eigentlich wirklich jedem hier im Lande spätestens nach den Ereignissen von 2007 endlich einmal Grund zum Nachdenken geben. Die Kinder, die unsere Zukunft mitgestalten sollen, in deren Zukunft viel Verantwortung für sich und die Entwicklung in Deutschland und auch in Europa liegen wird, diese Kinder werden teilweise behandelt wie Vieh, nein sogar wesentlich schlechter. Ein deutlicheres Zeichen von Hilflosigkeit, Resignation und Depression im Volke ist doch gar nicht mehr einzufordern.
Eine eigene Meinung zu haben ist wohl schon zum regelrechten Ausnahmefall geworden, diese (sofern vorhanden) dann auch noch öffentlich zu vertreten und mit allen Konsequenzen dazu zu stehen hingleich schon fast Luxus. Ein Luxus, den aber immer weniger auch wirklich haben oder geschweige denn „leben“ wollen. Veränderungen will nahezu jeder Bürger. Doch wie oft wird dann noch nach den „ganz großen Zielen“ oder den „historischen Wenden“ gefleht.
Und wie oft entscheidet sich der Einzelne dann wirklich auch etwas dafür zu tun – sei es auch „nur“ die eigene Meinung kund zu tun, den eigenen Arsch aus dem bequemen Sessel zu bewegen und das ewige Nicken abzulegen. Wir fressen, was man uns zum Mahl vorsetzt, wie die Aasgeier kreisen wir teilweise schon über den politischen Fehlentscheidungen und warten, bis sie besiegelt sind, um sie dann mit bitterem Genuß hastig zu verschlingen, bevor man vielleicht noch aus Versehen zum Nachdenken darüber kommt.
Der Jahreswechsel ist ja bekanntlich gerne eine Zeit, in der man sich auch einmal Gedanken über die eigenen Ziele und Wünsche macht und auch das eine oder andere einmal in Frage stellt. Auch ich verschließe mich dem nicht und bin mir bewußt, mit dem Recht, die eigene Meinung zu äußern und die (meiner Auffassung nach) fatalen Fehler in diesem System auch anzuprangern, auch unangenehme Zeiten in Kauf zu nehmen.
Freiheit wird in diesem Jahr in meiner Aussicht eines der bedeutendsten Worte sein. Wir schreiben ein neues Zeitalter. Wir lassen uns überwachen, mitschneiden und folglich auch beschneiden, beschneiden in unseren Grundmanifesten, die unsere Politiker Stück für Stück abgraben. Widerstand zwecklos? Zwecklos weil es Kraft, Mühen und auch viel Energie kostet und der Erfolg nicht absehbar ist? Ich kämpfe für meinen Teil gerne, doch bin ich bemüht mich nicht auf Kämpfe gegen Windmühlen einzulassen, Narren gibt es bereits genug und sie laufen frei herum.
Unsere Redaktion war sich beim Entschluß das Projekt „Brennpunkt“ in Angriff zu nehmen bewußt, daß dies auch für uns Veränderungen bringen wird. Dennoch sind wir diesen Weg gegangen und haben es auch nicht bereut. Im Gegenteil, wir sind durch die Menschen, die wir durch den Brennpunkt erreichen wollen durchaus bestärkt worden weiter zu machen. Anlaß genug, um uns bei allen Leserinnen und Lesern des Brennpunktes einmal zu bedanken, denn zur Alleinunterhaltung wäre uns die Zeit dann wohl doch zu schade.
Der Wind bläst uns allen schärfer ins Gesicht und dementsprechend wird dies auch unseren Ton beeinflussen, denn der Brennpunkt stört den guten Ton, ganz gleich wie das Wetter die Nation beherrscht. In diesem Sinne, allen Besuchern unsere Seite ein erfolgreiches und meinungsgestärktes, freies Jahr 2008.

(4)
Zitat wird eingefügt...
