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Alles wird besser!?!

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24.08.2008, 01:28 Uhr

Man muß zugegeben, die Methodik, derer sich Mitarbeiter des Landeskriminalamts Bayern bedienten, kann durchaus als umstritten gelten. Wurde doch die Verknüpfung, auf welche ein italienisches Kinderschutzportal hingewiesen hat, benutzt, um Pädophilen auf die Schliche zu kommen. Und der Erfolg stellte sich relativ rasch ein: Nach gerade Mal einen Monat wurde aus aller Herren Länder über 48.000 Mal auf die Dateien zugegriffen, was selbst unter Berücksichtigung verschiedenster Mehrfachanfragen erschreckend hoch ist.

Allein aus der Bundesrepublik erfolgten insgesamt 7.500 Zugriffe auf besagte Verknüpfung. Die Verknüpfung selbst verwies auf zwei Filmaufnahmen, welchen den sexuellen Mißbrauch zweier Mädchen zeigte. Genauer dazu äußert sich das Landeskriminalamt in der einstweilen veröffentlichten Pressemitteilung. Nun kann man zweigeteilter Meinung sein, ob solche prägnanten Details zum Inhalt der Filmaufnahmen sein müssen oder doch viel mehr der Boulevardisierung solcher Themen zuträglich sind. Da die Zahlen Pädophiler jedoch sukzessive steigt, animiert es vielleicht den einen oder anderen sich in Kinderschutzvereinen zu engagieren.

Nach nunmehr 26 Monaten fanden die andauernden Ermittlungen gegen 987 in der Bundesrepublik ansässige Tatverdächtige ihr Ende. Am vergangenen Freitag durchsuchten die jeweils vor Ort zuständigen Behörden die Wohn- und Geschäftsräume der Tatverdächtigten und stellten summa summarum 1.000 Rechner, 1.800 Filmaufnahmen und knapp 45.000 Datenträger sicher. In drei Fällen konnte gar der andauernde Mißbrauch Schutzbefohlener nachhaltig unterbunden werden. Auch andere Länder gaben Erfolgsmeldungen an das LKA in Bayern zurück. So konnten in Polen 65, in Australien 38, in Österreich 80 und in der Türkei 53 Tatverdächtige überführt werden.

Bedenklich an dieser Stelle bleibt nur der Umstand, daß sich Landeskriminalämter jedweder Bundesländer immer mehr solcher Mittel bedienen. Über eines dieser Methodiken berichteten wir bereits. Dabei steht mitnichten die Frage im Raum, ob dies bei Pädophilen angebracht ist, sondern vielmehr, wie weit der Bogen noch gespannt wird? Keiner will Paragraphenreiter! Genauso wenig möchte jemand, daß derartige Methodiken, die zumindest fragwürdig sind, auch auf andere Täterermittlungen ausgeweitet werden.

Nicht zuletzt Dank der Vorratsdatenspeicherung stehen den Behörden alle Türen offen. Woran es scheitert, ist derzeit lediglich die Logistik. Eine Frage der Zeit, bis sich das System auch dieses Problems entledigt. Die Frage ist nur: Was folgt dann?

Foto: © SXC

(Steven)

8 Kommentare

  • Benutzerbild 8 Christian 02.03.2009, 22:26 Uhr
  • Einfach ist so etwas nicht. Wenn man bedenkt, dass man hier sehr vorsichtig sein muss. Denn man weiß, wenn man die falschen Leute im Netz trifft, kann man sich schnell von seinem Hintern verabschieden. Leider ist das nicht so, dass dies selten vor kommt. Leider passiert das viel zu oft. Ingo ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht und wie man sich in so einer Situation fühlt und ich würde fast sagen, dass man hier schon etwas anders handelt hätte müssen.

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  • Benutzerbild 7 Chris 12.02.2009, 18:00 Uhr
  • Das ist eine ganz verzwickte Situation. Wie Ingo schon schreibt. Wenn man die falsche Person nimmt und diese verdächtigt, kann es für diese zu einem abrupten Ende der aktuellen Situation kommen. Und ich weiß nicht ob ich es gut heißen soll, wenn die Leute durch Fehler der Behörden ihren Job und ihre Wohnung verlieren. Also hier muss man wirklich noch einiges machen und dieses System ausarbeiten, denn so kann es auf gar keinen Fall bleiben. Allerdings ist mir nicht wohl bei dem Gedanken, dass ich noch mehr überwacht werde.

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  • Benutzerbild 6 Sabrina 05.01.2009, 22:35 Uhr
  • Hallo zusammen,

    ich kann mich der Meinung hier nur anschließen, es ist wirklich sehr schwer, da ein gesundes Mittelmaß zu finden. Einerseits wollen wir vor Verbrechen und schlimmen Tätern geschützt werden, aber auf der anderen Seite möchten wir auch unsere Freiheit bewahren. Und hier muss einfach eine Lösung gefunden werden. Mit der Lösung wird natürlich nicht jeder einverstanden sein, dennoch bin ich der Ansicht, dass man sich darüber sicher sehr viel Gedanken machen wird. Denn eine falsche Entscheidung in so einem Fall kann ein Land meiner Meinung nach vernichten. Wenn keiner mehr dem anderen vertrauen kann, geht die Welt zugrunde und das sollte man verhindern.

    Lg
    Sabrina

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  • Benutzerbild 5 Casamoo 12.09.2008, 15:29 Uhr
  • Die Dunkelziffer liegt immer noch sehr hoch und niemand weiss wirklich, wieviele versuchte Taten es letztlich gibt. Nach den Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden wurden in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2006 offiziell 12.765 Fälle wegen Kindesmissbrauchs registriert, 81,9 Prozent davon wurden aufgeklärt (Onmeda). Viele der Täter agieren in einem internationalen Netzwerk, was Ermittlungen erschwert. Andererseits bevorzugen Pädophile Länder in SO-Asien, in denen sie ihre Aktivitäten besser verschleiern können und leider nur selten gelingt die Festnahme wie von dem Kanadier Christopher Paul Neil letztes Jahr in Thailand.

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  • Benutzerbild 3 Sebastian 29.08.2008, 06:11 Uhr
  • Ich finde in diesem Fall das Vorgehen OK. Die Frage ist nur, in wie weit bald auch bei Bagatellfällen immer weiter auf persönliche Verbindungsdaten zugegriffen wird.

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  • Benutzerbild 2 holgers 26.08.2008, 10:54 Uhr
  • Wie immer gibt es natürlich nicht nur schwarz und weiss sondern auch eine Grauzone. Hier bei den Ermittlungen immer den richtigen Weg zu finden ist sicher schwierig. Ich denke es kommt nicht immer darauf an wie ermittelt wird sondern wie verantwortlungsvoll mit den Daten umgegangen wird. Den das Ergebnis, dass dieses Personen gefasst werden, wollen wir doch alle

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  • Benutzerbild 1 Ingo 24.08.2008, 02:39 Uhr
  • Also in Grunde finde ich das Vorgehen gegen die Typen 100% ok, aber es sollte doch wohl etwas besser gefiltert werden. Oft trifft es welche die damit gar nichts zu tun haben. So etwa auch mich einmal vor 6 Jahren. Gut, wurde eingestellt nach 5 Tagen weil nichts war, aber meinem Vermieter und meinem Arbeitgeber reichte das. Beides gab Kündigungen. Aber gerade das “Wer es sich heruntergeladen hat”. Wer ist das denn? Einer der das wirklich will und darauf zugreift? Oder einer der aus versehen eine Spam Mail öffnet mit Return-Ende, anstelle von Shift-Ende? Oder einer mit einem neuen Browser, bei dem die Seiten schon im Hintergrund geladen werden obwohl er die eventuell gar nicht als Link sehen kann? Also das finde ich sehr fragwürdig, aber ansonsten ist das schon ok. Nur bringt das dann auch nicht, wenn die passiven Zusehen erfasst werden, die aktiven, dann wegen irgendwelchen Vorschriften wieder frei kommen und sich ein neues Opfer suchen. Also so gesehen ist das alles sehr fragwürdig.

    Das würde sich viel eher verbessern wenn die ganzen File-Sharing Tools mal weg wären. Warum dürfen die denn überhaupt den Dienst anbieten und sich darauf berufen dass es nicht ihre eigenen Inhalte sind. Als Forenbetreiber kann man das auch nicht, sind aber auch nicht meine Inhalte. Also die Tools weg, dann sind schon mal 80% der Verbreitungswege verschwunden wie ich denke.

    Und da könnte nun gut so weiter machen, das Thema ist bei Dir ist eines der wichtigen, aber auch noch zig andere schließen sich an. Und alle laufen auf ein paar wenige Tools und Möglichkeiten hinaus.

    Gruß, Ingo

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