Alles wird besser!?!
Man muß zugegeben, die Methodik, derer sich Mitarbeiter des Landeskriminalamts Bayern bedienten, kann durchaus als umstritten gelten. Wurde doch die Verknüpfung, auf welche ein italienisches Kinderschutzportal hingewiesen hat, benutzt, um Pädophilen auf die Schliche zu kommen. Und der Erfolg stellte sich relativ rasch ein: Nach gerade Mal einen Monat wurde aus aller Herren Länder über 48.000 Mal auf die Dateien zugegriffen, was selbst unter Berücksichtigung verschiedenster Mehrfachanfragen erschreckend hoch ist.
Allein aus der Bundesrepublik erfolgten insgesamt 7.500 Zugriffe auf besagte Verknüpfung. Die Verknüpfung selbst verwies auf zwei Filmaufnahmen, welchen den sexuellen Mißbrauch zweier Mädchen zeigte. Genauer dazu äußert sich das Landeskriminalamt in der einstweilen veröffentlichten Pressemitteilung. Nun kann man zweigeteilter Meinung sein, ob solche prägnanten Details zum Inhalt der Filmaufnahmen sein müssen oder doch viel mehr der Boulevardisierung solcher Themen zuträglich sind. Da die Zahlen Pädophiler jedoch sukzessive steigt, animiert es vielleicht den einen oder anderen sich in Kinderschutzvereinen zu engagieren.
Nach nunmehr 26 Monaten fanden die andauernden Ermittlungen gegen 987 in der Bundesrepublik ansässige Tatverdächtige ihr Ende. Am vergangenen Freitag durchsuchten die jeweils vor Ort zuständigen Behörden die Wohn- und Geschäftsräume der Tatverdächtigten und stellten summa summarum 1.000 Rechner, 1.800 Filmaufnahmen und knapp 45.000 Datenträger sicher. In drei Fällen konnte gar der andauernde Mißbrauch Schutzbefohlener nachhaltig unterbunden werden. Auch andere Länder gaben Erfolgsmeldungen an das LKA in Bayern zurück. So konnten in Polen 65, in Australien 38, in Österreich 80 und in der Türkei 53 Tatverdächtige überführt werden.
Bedenklich an dieser Stelle bleibt nur der Umstand, daß sich Landeskriminalämter jedweder Bundesländer immer mehr solcher Mittel bedienen. Über eines dieser Methodiken berichteten wir bereits. Dabei steht mitnichten die Frage im Raum, ob dies bei Pädophilen angebracht ist, sondern vielmehr, wie weit der Bogen noch gespannt wird? Keiner will Paragraphenreiter! Genauso wenig möchte jemand, daß derartige Methodiken, die zumindest fragwürdig sind, auch auf andere Täterermittlungen ausgeweitet werden.
Nicht zuletzt Dank der Vorratsdatenspeicherung stehen den Behörden alle Türen offen. Woran es scheitert, ist derzeit lediglich die Logistik. Eine Frage der Zeit, bis sich das System auch dieses Problems entledigt. Die Frage ist nur: Was folgt dann?
Foto: © SXC

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