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Subventioniertes Gemetzel

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30.09.2008, 16:57 Uhr

Inoffizielles Filmplakat zu Tarantinos „Inglorious Bastards“1941, auf einem bescheidenen Bauernhof in Frankreich wird die Familie von Shoshanna durch deutsche Soldaten ermordet. Shoshanna flüchtet zunächst nach Paris und schwor zugleich Rache an den Deutschen zu üben. Neben ihr bekommt eine Gruppe amerikanischer Soldaten die einmalige Chance der eigenen Exekution zu entkommen. Ihr Auftrag soll es von nun an sein so viele Nazis wie möglich zu töten, vornehmlich durch skalpieren. In einem Kino, in dem Shoshanna mittlerweile arbeitet, bekommt ihre Gier nach Rache neue Nahrung. Ausgerechnet in diesem Pariser Kino soll eine Filmvorführung für Goebbels und Hitler stattfinden. Auch die Gruppe amerikanischer Soldaten, Bastards genannt, bekommt Wind von jener Vorstellung…

So oder so ähnlich könnte in einigen Monaten die Zusammenfassung von Quentin Tarantinos neuem Kinofilm „Inglorious Bastards“ lauten. Um den Verkauf dieses Films anzukurbeln fehlt allerdings noch das gewisse Etwas. Etwas, was auch jedem Filmkonsumenten vor Augen führt, daß der Meisterregisseur aus Amerika höchstpersönlich am Werke war. Ausschnitte wie dieser hier:

Großaufnahme eines toten deutschen Soldaten. Ein langes Messer kommt ins Bild und fängt an, am Haaransatz entlangzuschneiden. “Diese Prozedur”, heißt es lapidar, “nennt man Skalpieren.”

So ist es recht, denn es verdeutlicht ganz klar, daß es eben nicht um die Aufarbeitung deutscher Geschichte, sondern um ein reines Phantasieprodukt geht. Tarantinos Filme sind bekannt und beliebt für seine übertriebene Gewaltdarstellung. Sie erheben auch nicht den Anspruch die Wirklichkeit nachzubilden, vielmehr entsprechen sie zumeist dem kranken Hirn Tarantinos. An dieser Stelle kann der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) auch das Wissen um jene Tatsache unterstellt werden. Um so verwunderlicher ist es, daß ausgerechnet die MDM derartige Streifen mit einer Fördersumme von 300.000 Euro unterstützt.

Offensichtlich nimmt es die MDM dann doch nicht so genau mit ihren eigens verbrieften allgemeinen Grundsätzen, wo es doch so schön heißt:

Ziel der Förderung ist die Entwicklung, Pflege und Stärkung der Filmkultur-, Fernsehkultur- und Medienkulturwirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Förderung will einen Beitrag zur Stärkung des audiovisuellen Sektors in Deutschland und Europa leisten. Sie dient damit der Verbesserung und Sicherung der Wirtschaftskraft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Und weiter:

Sie zielt insbesondere darauf:

- die Film- und Medienkultur zu stärken, die Medienkompetenz zu erhöhen und damit der Ausprägung kultureller Identität in der mitteldeutschen Region zu dienen,

(…)

- die Entwicklung medienpädagogisch wertvoller sowie kinder- und jugendbezogener Medienprodukte zu unterstützen.

Zugegeben, ich mag weder Tarantinos Fratze noch seine Filme, allerdings stellt sich die Frage, ob es zur Förderung mitteldeutscher Wirtschaftszweige unbedingt nötig war einen derartigen Streifen zu subventionieren. Eben genau jenen Film, der weder medienpädagogisch wertvoll ist, noch im entferntesten ein kulturelle Identität inne hat. De facto hätte sich die Mitteldeutsche Medienförderung nur an ihre eigene Ausschlußklausel halten brauchen, wo es heißt:

Nicht gefördert werden können Projekte, die gegen die Verfassung oder die Gesetze verstoßen, die die Persönlichkeitsrechte, das sittliche oder religiöse Gefühl verletzen. Insbesondere nicht förderfähig sind Projekte, deren Inhalt pornografisch ist, Gewalt verherrlicht oder die Jugend gefährdet.

Meinetwegen kann Tarantino seine Filme weiter drehen. Seine Fanatiker können sich die Filme zugegebener Zeit ja wieder aus seiner eigenen Videothek holen und glücklich sein. Nur die Öffentlichkeit sollte man mit solchem als Kunst getarnten Müll verschonen. Nicht zuletzt, weil die angesprochenen zwölf Jahre ein verdammt Wunder Punkt unserer Geschichte sind. Sollen doch die geschichtsträchtigen Ereignisse der USA für so einen Schund herhalten, Stoff gibt es genug.

Foto: © Joblo, popcornjunkies.com

(Steven)

21 Kommentare

  • Benutzerbild 21 Leinwand 07.10.2010, 16:18 Uhr
  • Traurig, aber wahr. Wir Deutschen werden leider nur zu oft in die Rolle des Bösen gedrückt.
    Wir bzw. unsere “Vorfahren” war ja auch nicht ganz unschuldig – zugegeben.
    Jedoch ist die betroffene Generation schon lange verblichen. Selbst junge Menschen um die
    18 werden immernoch von unerfahrenen US Amerikanern als Nazis beschimpft.
    Leider denken das sehr viele andere Kulturen ebenfalls über uns.
    Durch Tarantino und co wird dies auch weiterhin unterstützt. Ansonsten mag ich ihn aber :)

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  • Benutzerbild 20 Conrad 29.03.2010, 23:22 Uhr
  • The Dirty Dozen, aber noch schlechter geschrieben. Tja, nichts was neues, oder interessantes.

    Wenn man den Kopf wirklich nicht benutzen will…

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  • Benutzerbild 17 Alleinunterhalter Köln 26.10.2009, 13:34 Uhr
  • Jaja, die bösen Deutschen. Ich selbst komme zwar aus Griechenland, aber wohne quasi
    mein Leben lang hier. Ansich bin ich ein riesen Fan von Tarantino, jedoch bin ich der Meinung,
    dass man vorsichtig sein sollte was man propagiert.
    Die Deutschen werden sonst nie von ihren Vorurteilen weg kommen.

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  • Benutzerbild 16 Werbetechnik 19.10.2009, 14:42 Uhr
  • Interessanter Artikel. Ja es stimmt, leider werden wir immer wieder in die Rolle des Bösen gezwängt und wenn sich daran nichts ändert wird dies auch weiterhin so bleiben. Gerade solche Filme tragen zur weiteren Verdummung der Jugend bei indem sie immer wieder darin bestätigt werden das wir lieben Deutschen garnicht so lieb sind. Das schlimmste habe ich vor einigen Jahren in einer Kleinstadt in den USA erlebt. Da hatte mich wirklich eine Restaurantbesitzerin gefragt ob Herr Adolf immernoch an der Macht sei. Das war für mich doch sehr schockierend, da sie es tatsächlich ernst meinte. Ok zugegeben, es war eine Kleinstadt aber dennoch sollte die Aufklärung so weit sein, dass solche Defizite in Punkto Geschichte nicht mehr auftreten. Ansich finde ich Tarantinos Filme sehr gut, aber da hat er bei mir an Punkten verloren.

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  • Benutzerbild 15 Mario 13.03.2009, 10:40 Uhr
  • Da muss ich Karsten recht geben. Es verlangt keiner, dass das Geschehene vergessen wird, aber man muss es auch einfach mal ruhen lassen. Und dieses ständige erneute zur Schau stellen der Ereignisse, um damit Geld zu verdienen, das kann und sollte es eigentlich nicht sein.

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  • Benutzerbild 14 karsten 12.03.2009, 05:08 Uhr
  • Wie ich das hier so lese, sind doch alle einstimmig der Meinung ,daß es langsam reicht. Man darf zwar nicht vergessen, was mal passiert ist, aber immer wieder den Zuschauern weltweit dieses Unrecht zu zeigen, nur um Profit zu machen ist doch krank. Man muß sich nicht wundern, daß wir in machen Köpfen immer noch die Nazis sind.

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  • Benutzerbild 13 Sensibilisiert 09.03.2009, 12:57 Uhr
  • Das interessante ist doch, warum ein Tarantino-Film von der MDM gefördert wird. Wer in der MDM hält genau diesen Film für würdig, ihn mit Steuergeldern zu fördern? Da muss doch ein Grund vorliegen. Kunst hin oder her, der Film kommt schlussendlich aus Hollywood, Traumfabrik der Unterhaltungsindustrie. Braucht man dort etwa schon Almosen?

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  • Benutzerbild 12 Sven 06.03.2009, 10:44 Uhr
  • Da muss ich mich Karsten leider anschließen. Die Filme sind sicherlich teilweise interessant anzusehen, aber wird die Wirklichkeit verfälscht oder noch krasser dargestellt als es war, dann entsteht ein völlig falsches Bild in den Köpfen, was sich auch über viele Jahre hinweg halten wird. Insofern sollte man schon versuchen, sich an die Wahrheit zu halten und die Geschichte nicht zu verfälschen, nur weil damit mehr Besucher angelockt werden können.

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  • Benutzerbild 11 karsten 28.02.2009, 06:28 Uhr
  • Es ist doch bekannt, das gerade Hollywood sich gerne der schlimmen deutschen Geschichte annimmt. Wird halt gerne gesehen und es läßt sich immer eine Geschichte draus basteln. Schlimm ist halt nur, daß die Kiddies dann denken, es ist immer noch so und die Deutschen sind ein schlimmes Volk. Solange sich bei einem solchem Film Schlangen vor den Kinos bilden wird weiter verfilmt.

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  • Benutzerbild 10 Maria 24.02.2009, 10:10 Uhr
  • @ Christian, es geht nicht darum, dass der Film überhaupt exisitiert, sondern dass die Geschichte, wie sie nun einmal war, noch krasser dargestellt wird, dass die Schuld der Deutschen noch länger währen muss, dass man nicht, ich will nicht sagen vergessen, aber zumindest mal das Ganze ruhen lassen kann. Denn wir Deutschen haben gelernt, dass wir die Schuld haben, aber man sollte die Geschichte auch irgendwann einfach mal ruhen lassen, immer wieder daran erinnert werden, ist ja auch nicht das Wahre.

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  • Benutzerbild 9 Christian 09.02.2009, 13:53 Uhr
  • Ich weiß gar nicht was ihr habt. Es ist doch eigentlich nur ein Film. Und wenn ich mir ansehe, was da alles auf unserer Welt passiert, dann finde ich es nicht irgendwie komisch, dass es auch so einen Film gibt. Es gibt doch auf der Welt so viele Sachen, die nicht wirklich passieren dürften, aber es passiert und es gibt auch Dinge, die wir nicht wollen. Aber ich finde. Wenn jemand so einen Film macht und dann auch noch dazu steht, dann ist das vollkommen legitim.

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  • Benutzerbild 8 Sara 09.02.2009, 10:42 Uhr
  • Also das Tarantino eine eigene Art hat, Filme zu machen, ist mir schon klar. Aber an alten Wunden ständig aufs Neue zu rühren, ist doch ganz sicher nicht die richtige Lösung, sorry, aber das kann ich nun beim besten Willen nicht verstehen. Das ist einfach das Letzte.

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  • Benutzerbild 7 Fensterfolie 29.01.2009, 23:14 Uhr
  • Ich finde es sollte langsam mal die Zeit gekommen sein, in der man nicht uns immer an unsere Vergangenheit erinnert, ändern können wir sie nicht, aber unsere Zukunft können wir mitbestimmen. Ich befürchte das noch unseren URUR-Enkeln unsere Geschichte vorgeworfen wird. Und zu Tarantino kann ich nur sagen, er macht einfach nur Filme für Kranke, ich kann nicht verstehen wie man sich die Filme ansehen kann.

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  • Benutzerbild 6 Dtarmee 21.12.2008, 05:46 Uhr
  • Es ist wirklich immer das Gleiche. Der Hass auf die Deutschen wird gefördert und es wird einem förmlich suggeriert sich selbst zu hassen, eben nur weil man diesem Volk angehört ! Wie lange noch Deutscher Michel ?

    Anm. d. Redax: Deine Verknüpfung mußte aufgrund der gesetzlichen Gegebenheiten leider entfernt werden.

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  • Benutzerbild 5 Rückenschmerzen 16.12.2008, 00:24 Uhr
  • Wiedermal ein toller Beitrag und ein tolles Jahr zu Ende! Ich wollte mich bei Dir für die unterhaltsamen aber auch informativen Beiträge bedanken und wünsche dir ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich fahre jetzt erstmal in Urlaub! Bis denne…

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  • Benutzerbild 4 Anonymous 10.12.2008, 01:29 Uhr
  • Es zielt immer nur auf eines hinaus. Den deutschen Soldaten zu verunglimpfen und den Hass auf alles Deutsche zu rechtfertigen und dabei gröbste Menschenrechtsverletzungen mit dem Wort “Nazi” zu legitimieren. Dreckigste Propaganda

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  • Benutzerbild 3 Anke 07.11.2008, 21:05 Uhr
  • Die Frage stelle ich mir auch gerade, die Geschichte ist, wie sie ist. Dass jetzt total verfälscht darzustellen und wieder alte Wunden aufzureißen, ist doch das letzte, was man tun sollte! Nichts gegen künstlerische Freiheit, aber bei dem Thema hört wohl jedes Verständnis für die freie Erfindung von noch mehr und noch brachialerer Gewalt völlig auf! Zumindest bei mir, vor allem wenn ich dann sehe, dass so etwas noch subventioniert wird – einfach nur zum Davonlaufen.

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  • Benutzerbild 2 Sawanna 30.10.2008, 14:12 Uhr
  • Eigentlich macht Tarantino ja gute Filme auch wenn sie für den einen oder anderen Betrachter etwas schräg rüber kommen. Aber ich bin auch der Meinung dass es so einen Film in der Form nicht geben sollte. Aber wieso wird er vom MDM gefördert, wenn dieser doch in den Gesetzen was ganz anderes vorsieht?

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  • Benutzerbild 1 FREI 07.10.2008, 23:22 Uhr
  • Dem muss ich vollkommen zustimmen. Vielleicht sind Tarantinos Filme ein eigener Stil, manche mögen es Filmkunst nennen, jedoch sollten solche ernsten Themen dafür nicht missbraucht werden. Uns ist in den vergangenen Jahrzehnten verdammt oft – oft genug – in die Wunde gedrückt worden. Man sollte die Geschichte endlich ruhen lassen. Wir wissen, dass wir die Bösen sind…
    Danke für den guten Beitrag!

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