Das Problem ist: Es gibt gar keins!
So oder so ähnlich könnte man wohl den Beitrag von Dr. Kai Gniffke im Tagesschau Blog zum Fall des getöteten Mitje bewerten. Über den Inhalt des gesamten Beitrages läßt sich mit Sicherheit streiten, wenngleich ich eine Passage hervorheben möchte, die mir persönlich als sehr fragwürdig erschien. So schrieb Herr Dr. Gniffke zur mangelnden Berichterstattung um Kindestötungen in der Tagesschau folgendes:
Wir bleiben bei unserer Linie: Keine Berichterstattung über einzelne Kriminalfälle, wenn sie denn keine gesamtgesellschaftliche Bedeutung haben. Das klingt herzlos, weiß ich. Aber dem Himmel sei dank gehen die Tötungsdelikte mit Kindern seit Jahren zurück.
Wir befinden uns wieder einmal in der Vorweihnachtszeit. Die Weihnachtsmärkte haben geöffnet und laden genüßlich ein, die Konsumgesellschaften bitten zum fröhlichen Kaufrausch. Alles eigentlich wie immer. Alles eigentlich wie jedes Jahr, oder ? Nun, da kommt es wohl darauf an wo man sich gesellschaftlich befindet, auf der Sonnen- oder auf der Schattenseite - reich oder arm.
Die schönsten Dinge passieren unverhofft. So auch heute morgen. Ich war einkaufen in meinem Lieblingssupermarkt und dachte mir, ach gönnste Dir doch noch n Tee und was zum Frühstück beim Bäcker. Is ja alles in unter einem Dach. Also hab ich mich da an den Stehtisch gestellt und an meinem Tee genippt während ich mir gegenüber die Leute so angesehen habe, die an der Kasse bezahlten. Ich gebe zu, eine Beschäftigung, die mir Spaß macht.
Es ist nun die dritte Meldung (zumindest die dritte, über die sehr ausführlich überall berichtet wird) über ein totes Kind in dieser Woche. Bereits die Tatsache, dass es sich um Kinder handelt, schliesst schon weitestgehend aus, dass es sich hierbei um Unfälle oder geschweige denn “natürliche” Todesursachen handelt, denn ein am Kindstod gestorbener Säugling erscheint nun einmal nicht in den Massenmedien. Sehr wohl erscheinen aber Vorfälle wie in heute in Barmbek (toter Säugling lag in einem Gebüsch), das Baby in der Biomülltonne im bayr. Wald oder der zweijährige Sohn eines Junkies, der ihn im Kühlschrank aufgebahrt hatte, in vielen Schlagzeilen. Mir zieht sich alles zusammen, wenn ich wieder eine solche Nachricht lese oder höre. Es ist wie ein Schlag mit voller Wucht in die Magengrube. Noch schlimmer wird es, wenn Details beschrieben werden. Ganz gleich, welche Umstände da um die Eltern herrschen oder geherrscht haben, sind das Taten, die mich doch ins Grübeln bringen. 