Wochenrückblick 15/2007
Montag
Zweifelsohne ist Guantánamo Bay kein unbeschriebenes Blatt mehr, und seit dem neuerlichen Hungerstreik von insgesamt dreizehn Gefangenen, sollte jenes Gefangenenlager einmal mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten sein – sollte man zumindest meinen. Aber weit gefehlt: In Europa herrscht vornehmlich Langeweile, nicht zuletzt, weil man vielmehr mit den Predigten des Humanismus beschäftigt ist. Wer vermag schon die Hand gegen die US-Führung erheben? Gerade in diesen Tagen, als bereits außenpolitische Spannungen das Tagesbild beherrschen. Nein, so viel Zivilcourage darf freilich nicht erwartet werden. Und es ist ja auch durchaus legitim, daß Gefangene, die in den Hungerstreik treten, zwangsernährt werden. Getreu dem Motto: “Bist Du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.” weiter…
Zumindest einen, den die US-Behörden ihm geben. Wer unwiderlegbare Beweise und schonungslose Aufklärung erwartet, wird zwar weiterhin maßlos enttäuscht, was bleibt ist jedoch die Gewißheit, daß die US-Regierung es versteht ihren Hals aus der Schlinge zu ziehen. Zuweilen scheint das mit erpreßten Geständnissen auch hervorragend zu gelingen. 