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	<title>Brennpunkt &#187; Amoklauf</title>
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	<description>Wir stören den guten Ton.</description>
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		<title>Wenn nichts mehr geht &#8211; Amoklauf!</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2007 21:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf]]></category>
		<category><![CDATA[Emsdetten]]></category>
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		<description><![CDATA[Ganze vierzehn Tage ist es nun her, als in der s&#252;dfinnischen Stadt Tuusula ein achtzehnj&#228;hriger Sch&#252;ler bei seinem Amoklauf in der Jokela High School acht Menschen t&#246;tete und sich anschlie&#223;end selbst richtete. Der Sch&#252;ler Pekka-Eric Auvinen erlag einen Tag nach seinem Massaker in der Schule seinen schweren Verletzungen. Besser so, mag man da nun denken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/11/200711212255.jpg" title="Wenn nichts mehr geht - Amoklauf!" class="titelbild" />Ganze vierzehn Tage ist es nun her, als in der s&#252;dfinnischen Stadt <a href="http://www.tuusula.fi/" target="_blank">Tuusula</a> ein achtzehnj&#228;hriger Sch&#252;ler bei seinem Amoklauf in der Jokela High School acht Menschen t&#246;tete und sich anschlie&#223;end selbst richtete. Der Sch&#252;ler Pekka-Eric Auvinen erlag einen Tag nach seinem Massaker in der Schule seinen schweren Verletzungen. Besser so, mag man da nun denken, aber „besser“ w&#228;re nur die Vereitelung bzw. das „Nichtstattfinden“ dieser Bluttat gewesen.<span id="more-334"></span></p>
<p>Wieder einmal mehr stellt sich zumindest ein Teil der interessierten Welt die Frage nach dem Warum. Schon kurz nach Bekanntwerden der Tat wurde ver&#246;ffentlicht, da&#223; auch dieser Sch&#252;ler die Filmplattform <a href="http://www.youtube.com" target="_blank">Youtube</a> unter dem Pseudonym <em>„Sturmgeist89“</em> nutzte, um seinen perfiden Pl&#228;nen in Form von bewegten Bildern Ausdruck und damit auch Gesicht zu verleihen. Der letzte <a href="http://www.liveleak.com/view?i=369_1194449557" target="_blank">Film</a>, den er ins Datennetz stellte und von dem auch behauptet wurde, es k&#252;ndige den Amoklauf regelrecht an, zeigte den Jungen von der Seite, die wohl in ihm seit Jahren ruhte und immer mehr zur Oberfl&#228;che dr&#228;ngte.</p>
<p>Die M&#246;chtegernpsychologen aller L&#228;nder lassen es sich nat&#252;rlich nicht nehmen und analysieren klar und deutlich, weshalb es denn hier oder auch anderswo immer wieder zu Amokl&#228;ufen junger Menschen kommt und kam. Da ist die Rede von einer <em>„logischen Schlu&#223;folgerung“</em> sehe man sich die PISA-Studien an oder auch die Selbstbest&#228;tigung in Sachen gewaltverherrlichende Computerspiele. Auvinen jedoch war Klassenprimus. Fraglich, ob es denn tats&#228;chlich die geistige Leistungsf&#228;higkeit war, die ihn zu dieser Tat verleitete. </p>
<p>Viele Fragen werden gestellt. Meist die gleichen &#8211; wieder und wieder. Doch wer stellt denn ernsthaft die Frage, wie es &#252;berhaupt m&#246;glich ist, da&#223; ein achtzehn Jahre junger Mensch an eine 22-Millimeter-Automatikpistole mit zahlreicher Munition kommt? Wer stellt denn ernsthaft in Frage, warum es beispielsweise gerade in Finnland derzeit cirka 38.000 Jugendliche gibt, die einen Waffenschein besitzen? Ist es denn f&#252;r heutige Verh&#228;ltnisse „normal“ sich als halbes Kind bewaffnen zu m&#252;ssen? Wogegen denn? Gegen die verrohende Gesellschaft? Gegen den stetig wachsenden Imperialismus oder doch gegen schlichtweg alle?  </p>
<p>Auch die Bundesrepublik ist in diesem Jahr nicht von Pl&#228;nen dieserart gefeilt. Vergangene Woche wurde bekannt, da&#223; zwei K&#246;lner Sch&#252;ler (17 und 18 Jahre alt) einen Amoklauf an deren Schule planten. Sie hatten unter anderem zwei Armbr&#252;ste und &#8220;ungef&#228;hrliche&#8221; Softair-Waffen sowie eine angefertigte Liste mit verha&#223;ten Mitsch&#252;lern und Lehrern. Nachdem der j&#252;ngere auf seiner Netzseite Bilder vom Columbine-Massaker ver&#246;ffentlicht hatte, informierten Sch&#252;ler die Lehrer und dieser wiederum die Polizei, die den Sch&#252;ler zum Verh&#246;r vorlud. Nach dem dieser aber glaubhaft versicherte, da&#223; er die Bilder wieder entfernen w&#252;rde und damit nur zur Diskussion anregen wollte, wurde er nach Hause entlassen. Auf dem Heimweg warf der Junge sich vor eine Stra&#223;enbahn und verstarb noch am Unfallort. </p>
<p>Der Schulkollege, mit dem er den Amoklauf geplant hatte, wurde von der Polizei festgenommen, jedoch wieder auf freien Fu&#223; gesetzt, da er bekr&#228;ftigte, da&#223; das geplante Massaker nicht stattfinden sollte. Er selbst habe die Armbrustpfeile wieder zur&#252;ckgefordert. Daraufhin habe der gestorbene Sch&#252;ler ge&#228;u&#223;ert, er wolle die Tat nicht alleine begehen. Endg&#252;ltige Details werden wohl erst im Laufe der Woche bekannt gegeben. Auch hier steht bereits jetzt fest, da&#223; es kein sonderlich auff&#228;lliges Verhalten gegeben hat, das darauf schlie&#223;en lie&#223;e, da&#223; sich so etwas anbahnen w&#252;rde. Der Tattag wurde auf den ersten Jahrestag des Amoklaufs von Emsdetten 2006 gelegt. </p>
<p>Offensichtlich werden unsere Kinder und Jugendlichen mit der stetig schneller wachsenden sozialen und gesellschaftlichen Anforderungssymptomatik einfach immer weniger fertig. Sie st&#252;rzen sich in gedankliche M&#228;rtyrerszenarien, die ihnen als die Erl&#246;sung aus den seelischen Qualen erscheinen. Die helfende Hand scheint hier weit entfernt zu sein. Doch wen wundert es denn nun wirklich? Familien leben am Existenzminimum, leben in Angst die eigenen Kinder nicht erwartungsgem&#228;&#223; gro&#223;ziehen zu k&#246;nnen, leben in Angst um den Arbeitsplatz und, und, und. Die Zeit sich f&#252;r die eigenen Kinder zu interessieren und sich mit ihnen und deren Problemen, die oft auch noch so bedeutungslos und als jugendliche Kinderkrankheiten beziffert werden, sie ist faktisch nicht mehr vorhanden. Die Schule, die M&#246;glichkeit hier auf Sch&#252;ler n&#228;her einzugehen ist ja schon &#228;hnlich wie im bundesdeutschen Gesundheitssystem, bei dem die Patienten auch auf den G&#228;ngen und Fluren liegen und nach und nach seelisch aufs Abstellgleis gelegt werden, auch wenn sie k&#246;rperlich behandelt werden.</p>
<p>Der SPIEGEL ver&#246;ffentlichte in seiner Netzausgabe j&#252;ngst eine <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,518191,00.html" target="_blank">Chronik</a> von Schulmassakern der letzten Jahre. Ein erschreckendes Dokument, welches doch einem jeden Sorgen bereiten sollte.</p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
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		<title>USA: Mehrere Tote bei Amoklauf in Blacksburg</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2007 21:23:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Blacksburg]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Virginia Tech]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor wenigen Stunden ereignete sich im US-Bundesstaat Virginia einer der opferreichsten Amokl&#228;ufe in der Geschichte der USA. Laut ersten Medienberichten zufolge wird ein einziger T&#228;ter f&#252;r das Massaker vermutet. W&#228;hrend die Polizeibeh&#246;rde offiziell 21 Todesopfer beklagt, berichten weitere Quellen von insgesamt 33 Todesopfern. Unter den Toten soll sich auch der Attent&#228;ter befinden. Ferner seien mindestens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/04/200704162323001.jpg" title="200704162323001.jpg" class="titelbild" />Vor wenigen Stunden ereignete sich im US-Bundesstaat Virginia einer der opferreichsten Amokl&#228;ufe in der Geschichte der USA. Laut ersten Medienberichten zufolge wird ein einziger T&#228;ter f&#252;r das Massaker vermutet. W&#228;hrend die Polizeibeh&#246;rde offiziell 21 Todesopfer beklagt, berichten weitere Quellen von insgesamt 33 Todesopfern. Unter den Toten soll sich auch der Attent&#228;ter befinden. Ferner seien mindestens zwei Dutzend Studenten verletzt worden. Einige von ihnen schweben gar in Lebensgefahr, wie verschiedene amerikanische Blogs vermelden.<span id="more-179"></span></p>
<p>Begonnen hat der Amoklauf in den fr&#252;hen Morgenstunden (07:15 Uhr Ortszeit/EDT) an der &#8220;<a href="http://www.vt.edu/" target="_blank">Virginia Tech University</a>&#8221; in Blacksburg. Insgesamt kam es zu zwei Schie&#223;ereien. Die erste fand in einem Wohnheim an der &#8220;West Ambler Johnston Hall&#8221; statt. Hierbei wurde eine Person get&#246;tet. Die zweite Schie&#223;erei fand in einem Klassenzimmer an der &#8220;Norris Hall&#8221;, dem Technikgeb&#228;ude der Universit&#228;t, statt. Genaue Opferzahlen sind bei beiden Schie&#223;ereien indes nicht bekannt. Auch &#252;ber das Motiv des vermuteten Einzelt&#228;ters konnten derzeit keine Angaben gemacht werden. </p>
<p>Momentan ergibt sich somit folgender Ablauf:</p>
<p><strong>07:15 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Der erste Anruf geht bei den Polizeibeh&#246;rden ein. Berichtet wird von einer Schie&#223;erei an der &#8220;West Ambler Johnston Hall&#8221; mit zwei Todesopfern &#8211; einem Mann und einer Frau.</p>
<p><strong>07:30 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Ermittler verfolgen die Spuren des doppelten Mordes. Sicherheitskr&#228;fte der Universit&#228;t sind den Ermittlern dabei behilflich. </p>
<p><strong>09:00 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Der T&#228;ter er&#246;ffnet das Feuer in einem Klassenzimmer der &#8220;Norris Hall&#8221;, einem Technikgeb&#228;ude der Universit&#228;t.</p>
<p><strong>09:26 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Alle bekannten eBrief-Adressen des Campus erhalten die Mitteilung, da&#223; sich ein bewaffneter Attent&#228;ter auf dem Campus befindet. Es wird angewiesen sich in den Geb&#228;uden aufzuhalten und Fenster zu meiden. </p>
<p><strong>09:45 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Ein zweiter Notruf geht bei der &#246;rtlichen Polizeibeh&#246;rde ein. Berichtet wird von einer Schie&#223;erei an der Noris Hall. Nach Ankunft an der Noris Hall, fanden Sicherheitskr&#228;fte die T&#252;ren des Geb&#228;udes verbarrikadiert vor. Innerhalb einer Minute brachen die Sicherheitskr&#228;fte die T&#252;ren auf und vernahmen weitere Sch&#252;sse. Vor dem Erreichen des zweiten Stocks stoppten die Sch&#252;sse. Der Attent&#228;ter nahm sich zu diesem Zeitpunkt sein Leben. </p>
<p><strong>12:00 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Bei einer ersten Pressekonferenz beziffern die Einsatzkr&#228;fte die Todesopfer auf 21, die Zahl der Verletzten auf 28.</p>
<p><strong>14:30 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Die Nachrichtenagentur AP berichtet &#252;ber mindestens 31 Todesopfer, einschlie&#223;lich des Attent&#228;ters.</p>
<p><strong>15:40 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Die &#8220;Virginia Tech&#8221; best&#228;tigt 22 Tote. </p>
<p><strong>16:01 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Pr&#228;sident Bush h&#228;lt eine Ansprache in Bezug auf das Massaker in Blacksburg.</p>
<p><strong>16:40 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Die Universit&#228;t gibt eine erste Pressekonferenz.</p>
<p><strong>16:45 Uhr (EDT)</strong> &#8211; Auf der Netzseite der Universit&#228;t werden 33 Todesopfer, einschlie&#223;lich des asiatischen Attent&#228;ters, best&#228;tigt. Ferner beziffert man die Anzahl der Todesopfer an der &#8220;Noris Hall&#8221; auf 31 und auf zwei bei der &#8220;West Ambler Johnston Hall&#8221;. Weitere f&#252;nfzehn Opfer werden derzeit in einem Krankenhaus behandelt. Des weiteren wird die Schlie&#223;ung der Universit&#228;t f&#252;r den morgigen Dienstag bekannt gegeben. </p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
<p><hr /><h4>Verwandte Artikel</h4><ul style="padding:0px;margin:0px;"><li>&raquo; <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20071121/wenn-nichts-mehr-geht-amoklauf/" rel="bookmark" title="Permanent Link: Wenn nichts mehr geht &#8211; Amoklauf!">Wenn nichts mehr geht &#8211; Amoklauf!</a></li><li>&raquo; <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20070326/dresden-und-die-waldschloesschenbruecke/" rel="bookmark" title="Permanent Link: Dresden und die Waldschl&#246;&#223;chenbr&#252;cke">Dresden und die Waldschl&#246;&#223;chenbr&#252;cke</a></li><li>&raquo; <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20071119/linux-bringt-das-weihnachtsgeld/" rel="bookmark" title="Permanent Link: Linux bringt das Weihnachtsgeld">Linux bringt das Weihnachtsgeld</a></li><li>&raquo; <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20071003/die-bundesrepublik-feiert-ihre-einheit/" rel="bookmark" title="Permanent Link: Die Bundesrepublik feiert ihre Einheit">Die Bundesrepublik feiert ihre Einheit</a></li><li>&raquo; <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20070427/die-dunkelheit-brachte-den-tod/" rel="bookmark" title="Permanent Link: Die Dunkelheit brachte den Tod">Die Dunkelheit brachte den Tod</a></li></ul></p><hr /><small>&copy; 1998-2010 <a href="http://bpmedien.org">BP Medien</a> ( BP769c6b943ddf5a2fef4ef61def6718be)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Die Realit&#228;t im Wohnzimmer</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2007 10:38:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Realität]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum hat man zu Ende „getalkt“ stehen schon s&#228;mtliche Richter und deren Anw&#228;lte Gewehr bei Fu&#223;. Sie sind bereit dem Durchschnittsb&#252;rger die Realit&#228;t der Paragraphenwelt nahe zu bringen. Hierzu passend bleibt das Kriminologenfeeling des Zuschauers erst einmal noch etwas erhalten, es folgen die Ermittler im Einsatz. Da zuviel Adrenalin nicht gut f&#252;r den K&#246;rper des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/fernseher.thumbnail.gif" title="TV" class="titelbild" />Kaum hat man zu Ende <em>„getalkt“</em> stehen schon s&#228;mtliche Richter und deren Anw&#228;lte Gewehr bei Fu&#223;. Sie sind bereit dem Durchschnittsb&#252;rger die Realit&#228;t der Paragraphenwelt nahe zu bringen. Hierzu passend bleibt das Kriminologenfeeling des Zuschauers erst einmal noch etwas erhalten, es folgen die Ermittler im Einsatz. Da zuviel Adrenalin nicht gut f&#252;r den K&#246;rper des Menschen ist, zeigt man dann zur Erholung sozusagen, wie wenig man eigentlich bisher in seinem Leben erreicht hat. Ja, es mu&#223; so sein, denn die vielen Gucci-Tussen, die noch nie einen Finger gekr&#252;mmt haben, um zu arbeiten, die haben es ja gepackt, das mu&#223; einfach so sein, da&#223; man selbst versagt hat, in der Flimmerkiste sieht man es doch.<span id="more-106"></span> </p>
<p>Doch jetzt wird es Zeit die Richtung erneut zu &#228;ndern, es bringt ja keinem was, wenn der Zuschauer aus Depression durch das eigene Mi&#223;lingen aus dem Fenster hopst. Also auf zur Heiterkeit. So helfen wir gemeinsam doch gerne den netten Damen und Herren einen neuen Super-Duper-Mega-Weltstar zu finden. Na der wird sich aber auch ein Loch in den Strumpf freuen, wenn man als miteifernder Starerkenner zum glorreichen Sieg verhilft. Na ja, der eine Anruf, das tut doch nicht weh und die werden da sicherlich auch nicht reich. Aber bevor man die paar Cent bejammern kann, zeigt man besser gleich auf einem anderen Kanal, wie hart und problemreich so ein kleines Menschenleben sein kann, zumindest wenn man in einem Container eingesperrt ist. &#220;bel, die armen Menschlein da drinnen – einfach f&#252;rchterlich. Auch hier unterst&#252;tzen wir doch mal gerne. </p>
<p>Ein kleiner Anruf gen&#252;gt ja schon und wir sind mitten drin dabei. Aber rufen wir nun f&#252;r „ja“ an oder doch lieber f&#252;r „nein“ oder gar am Ende f&#252;r „vielleicht“? Na warum kann man da aber nicht auch f&#252;r „Meine-Fresse-ich-kann-mich-nicht-entscheiden“ anrufen? Egal, aufgepa&#223;t, es kommen die Gewinnspiele, also Telefon in die Hand und flei&#223;ig mitraten. Dieses Mal mu&#223; man anrufen und ein Tier nennen, das mit „Pf“ anf&#228;ngt und mit „erd“ aufh&#246;rt. Schwierig, schwierig, aber immerhin winken ja auch neunzig geile Geldpakete, also ran an den H&#246;rer. Oh, Halt, der Countdown l&#228;uft, noch <em>5&#8230;4&#8230;3&#8230;2&#8230;.1 </em><strong>JETZT RUF ICH AN!</strong> Ha, fast, die Sirene geht, aber gleich wird es soweit sein, gleich bin ich dran und gewinne diese geilen Geldpakete. Argh, nun sind schon zwanzig Leitungen zum Gewinn berechtigt, da mu&#223; ich doch gewinnen&#8230;</p>
<p>Was sich liest wie eine &#252;ble Aufbereitung eines Schizophrenen-Tagebuches, ist eigentlich nichts weiter, als der t&#228;gliche TV-Horror, dem wir ausgesetzt werden. &#220;bertrieben? Gewi&#223; nicht! Da, wo vor einigen Jahren noch Donald Duck durch die Medienlandschaft wackelte, schlagen nun starrsichtige mit &#252;berdimensional gro&#223;en Augen best&#252;ckte Japanerkinder mit Schwertern um sich und treiben ihr Unwesen auf sogenannten „Kinderkan&#228;len“. An sprechende Megamonster haben wir uns ja auch gew&#246;hnt, also warum dann nicht auch an die stupsnasigen Horrorzwerge aus Fernost?</p>
<p>Und mal ehrlich, Frau Salesch und ihre m&#228;nnlichen Berufskollegen zeigen doch auch nur was drau&#223;en in der b&#246;sen Welt passiert. Sieht man von der teilweise grottenschlechten schauspielerischen Leistung mal ab, sind die besten Teilnehmer der Sendung meist im Publikum zu finden – denn die sind still. Ja, wir leben aber auch in einer Welt die so kriminell ist, sogar so kriminell da&#223; man daraus doch glatt wieder Kapital schlagen kann, na wenn das mal nicht fein ist.</p>
<p>Und die jungen und leichtbekleideten Damen, deren Schulbildung aus den ersten vier Jahren Grundschule bestand, die m&#252;ssen doch auch irgendwie zu Geld kommen, da ist es doch in Ordnung sich mit einer Gesicht wie ein Pfannkuchen halb nackt vor die Kamera zu stellen und jeden Abend 4.500 Mal <em>„Weiter! Ihr habt&#8217;s gleich! Holt euch die geilen Geldpakete! Der N&#228;chste! Und weiter, der N&#228;chste!“</em> zu br&#252;llen bis der Kehlkopf gl&#252;ht.</p>
<p>F&#252;r alle, die damit nichts anfangen k&#246;nnen haben wir aber auch noch einen Leckerbissen: Was tun wenn einen die eigene Frau schon durch deren blo&#223;e Existenz auf den Senkel geht? Klar doch, wir machen mal eben einen Frauentausch. Genial gel&#246;st, so kommt frischer Wind in die Bude und die eigene Mutti kann bei der Gelegenheit mal in die Kamera erz&#228;hlen, da&#223; doch alle anderen Frauen kacke sind und dreckig, nur man selbst ist der direkte Nachkomme von Eva – unschuldig und perfekt!</p>
<p>Doch es bleiben Alternativen. Es gibt ja nicht umsonst Musikkan&#228;le. Da ist alles noch wie es immer war. M&#246;chtegern-Gangster mit Hosen, in die eine ganze Familie passen w&#252;rde humpeln mit dicken Goldketten wie die frischgeborenen &#196;ffchen durchs Bild und stammeln irgendwas von ihrer Stra&#223;e, ihrer Gang und ihrer Sechs in Deutsch. Nat&#252;rlich wird dabei feste untermalt, da&#223; man einer von „ganz unten“ ist. Man verheimlicht dabei aber besser, da&#223; man von dem Geld das die dummen f&#252;r eine CD ausgeben den eigenen Lebensstil so richtig ausbauen kann, man w&#228;re ja sonst auch nicht mehr glaubw&#252;rdig.</p>
<p>Ist es nicht herrlich, so ein Tag vor der Glotze? Man sieht die Realit&#228;t ohne auf die Stra&#223;e zu gehen, das nenne ich doch mal Zukunft! Wenn die Kinder gr&#246;&#223;er werden und die japanischen Rundbirnen nicht mehr sehen wollen, kann man ihnen ja dann auch immer noch Counter Strike kaufen und sie in ihrem Kinderzimmer einschlie&#223;en. P&#252;nktlich zum Amoklauf-Hochschulkurs werden sie da schon wieder rauskommen.</p>
<p>F&#252;r alle die sich hier vielleicht &#252;ber die teilweise bewu&#223;t &#252;berspitzte Formulierung aufregen sei gesagt, schaut euren Kindern auch mal beim Spielen genau zu, schaut sie euch an, nicht nur kurz sondern intensiv. Viele werden sich wundern, wie schnell Kinder Gewohnheiten oder Arten aufnehmen und verinnerlichen, die sie durch Film und Fernsehen und idiotisches Spielzeug vorgesetzt bekommen wie die Maus den Speck. La&#223;t Eure Kinder auch mal Kinder sein und nicht nur geduldeter Gast in der eigenen Wohnung. Gebt ihnen die Gelegenheit sich einzubringen, eigene Ideen und Kreativit&#228;t zu entwickeln, Neugier und Wissensdrang zu erlangen. Ein Experimentierkasten ist vielleicht manchmal besser als die Playstation, klar, doof, nur da&#223; man da ja was mitmachen mu&#223; und die Zwerge nicht einfach mal ein Wochenende davor deponieren kann. </p>
<p>Ich erinnere mich noch gut daran, wie in meiner Kindheit die Medienlandschaft und das Spielzeugland gestrickt waren. Auch damals gab es Videospiele und solche Dinge, aber es waren hinter den Spielen und dem angebotenen Spielzeug noch Ideen, statt nur immer das selbe leidige Thema: <strong>GEWALT!</strong>. Wir sind ja mittlerweile soweit, da&#223; wir Gewalt guthei&#223;en – wenn, ja wenn sie denn von den „Guten“ ausge&#252;bt wird. Krank ist das, einfach nur noch krank! </p>
<p>Packt die Gesellschaftsspiele aus, la&#223;t euch mal darauf ein andere Wege zu erproben, altbew&#228;hrtes wieder auszukramen. Beginnt diese kapitalistische Ausbeutung auf Kosten der Kinder abzulehnen, geht neue Wege, habt mal Mut.</p>
<p>Hier mu&#223; ich nun aufh&#246;ren, ich bin gerade kurz vor dem Altersruhesitz beim <em>„Spiel des Lebens“</em> und – nebenbei leise angemerkt: Ich habe in den letzten eineinhalb Stunden mehr gelacht als in den vergangenen zwei Wochen.<br />
<strong>Ihr seid dran!</strong></p>
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