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	<title>Brennpunkt &#187; Familie</title>
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	<description>Wir stören den guten Ton.</description>
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		<title>Skandal! Schlagzeile!</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Oct 2007 18:37:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Spricht man von Deutschen in der dritten Person, ist man entweder bei den Dokumentationen zum Dritten Reich, oder aber in der Sendung von Johannes B. Kerner im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) gelandet. Das nicht etwa, weil man mittlerweile rausgefunden hat, da&#223; es vor 1933 auch noch eine Zeitrechnung gab, sondern vielmehr, da manche Wortkette aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20071014/skandal-schlagzeile/johannes-b-kerner-sendung/" rel="attachment wp-att-288"><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/10/200710142031001.thumbnail.jpg" title="Johannes B. Kerner Sendung" class="titelbild" /></a>Spricht man von Deutschen in der dritten Person, ist man entweder bei den Dokumentationen zum Dritten Reich, oder aber in der Sendung von <a href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,1020214_idDispatch:7064191,00.html" target="_blank">Johannes B. Kerner</a> im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) gelandet. Das nicht etwa, weil man mittlerweile rausgefunden hat, da&#223; es vor 1933 auch noch eine Zeitrechnung gab, sondern vielmehr, da manche Wortkette aus dem Vormonat f&#252;r reichlich mediale Verbl&#246;dung gesorgt hat. <span id="more-287"></span></p>
<p>Aus dem Kontext gerissene Zitierungen sind schlie&#223;lich nicht erst seit gestern der Motor f&#252;r steigende Verkaufs- und Abrufszahlen. Der Ablauf ist dabei in etwa immer derselbe: Man nehme einfach einen Kernsatz aus der eigentlichen Darstellung, konstruiere daraus einen handfesten Skandal und schon wird in der Bananenrepublik &#8220;braunes Gedankegut&#8221; wieder thematisiert. Hatten wir seit <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20070821/da-wird-was-hochgeschaukelt/" target="_blank">M&#252;geln</a> schlie&#223;lich nicht mehr. Schlu&#223;endlich mu&#223; man sich auch auf unkonventionelle Art und Weise seinen Weg durch das Schlagzeilenloch bahnen. </p>
<p>So auch bei der Buchautorin und Nachrichtensprecherin <a href="http://www.eva-herman.de/" target="_blank">Eva Herman</a>, die bei der Vorstellung ihres Buches &#8220;<a href="http://pendo.txt.de/Pendo/TXTSIArtikel/3-86612-105-9" target="_blank">Das Eva-Prinzip</a>&#8221; am 6. September dieses Jahres in alter Stasi-Manier falsch zitiert und fachm&#228;nnisch durch Schweinejournalismus vorverurteilt wurde. Lange hat man es vers&#228;umt, Frau Herman auch nur ansatzweise eine Plattform zu stellen, um dies richtig zu stellen. Und da sich eigene Volksangeh&#246;rige in der Bundesrepublik keinesfalls mi&#223;verst&#228;ndlich zu den zw&#246;lf Jahren deutscher Geschichte &#228;u&#223;ern d&#252;rfen, bedarf es freilich umgehender Kl&#228;rung. </p>
<p>Da jedoch Gerichtss&#228;le durch die Bank weg aufgrund der Masse an Gaffern geplatzt w&#228;ren, war es naheliegend das Tribunal in eine &#246;ffentlich-rechtliche Quasselrunde auszulagern und die Gelangweilten vor den Flimmerkisten zu fesseln. Vor allen Dingen kann man dann das Notwendige mit dem N&#252;tzlichen verbinden &#8211; zum Beispiel mit Werbung. Der Anstieg der Quote ist nat&#252;rlich vorprogrammiert, schlie&#223;lich ist an einem Dienstagabend um 22:45 Uhr nur mit wenig ansprechender Unterhaltung zu rechnen. </p>
<p>Grundlegend ist die Anmoderation der G&#228;ste bei einer solchen Sendung immer dieselbe: Man begr&#252;&#223;t die illustre Runde mit frohen Bekundungen und vorteiliger Nennung des Schaffens der Personen. Das wurde von Herrn Kerner auch so eingehalten, sei es bei Frau Schreinemakers, Frau Berger sowie Herrn Barth &#8211; nur bei Eva Herman zeigte sich bereits im Ansatz worauf es bei diesem zweifelhaften Kasperltheater hinauslaufen wird. </p>
<p>Sendeminuten kosten schlie&#223;lich ein Heidengeld und so &#252;bersprang man umgehend die Lobpreisungen &#8211; gibt es ja sowieso nichts &#8211; und kam gleich zur Verlesung der Anklage. Das Thema der Sendung lautete ja auch unmi&#223;verst&#228;ndlich &#8220;Die Rollenverteilung von Mann und Frau&#8221;. Verst&#228;ndlich, da&#223; die Rolle der Dominanz Herrn Kerner zu teil wird, schlie&#223;lich ist er auch Moderator und Gastgeber der Sendung. Frau Herman hat sich indes schon mal an die alte &#8220;Frauen an den Herd&#8221; Moral zu gew&#246;hnen. </p>
<p>Die Wahl der G&#228;ste hingegen erschlie&#223;t sich mir bis heute nicht. Angefangen von Herrn Mario Barth, der <a href="http://www.pro7.de/show_comedy/keine_ahnung/" target="_blank">Keine Ahnung</a>, aber wenigstens &#8216;ne Meinung hatte. Bis hin zu Frau Senta Berger, die eigentlich gar nicht so recht wu&#223;te, warum sie nun geladen war. Zugegebenerma&#223;en &#252;berforderte sie auch eine sachliche Auseinandersetzung und scheiterte sp&#228;testens bei der argumentativen Rhetorik. Schade eigentlich, da&#223; Frau Berger keine kurzentschlossene Pers&#246;nlichkeit ist und gleich das Weite gesucht hat. Das h&#228;tte uns zumindest ihre Aussagen erspart. Frau Schreinemakers ist in sofern keine Erw&#228;hnung wert. Ihre Besetzung ist gleichbedeutend mit jener der Frau Berger. </p>
<p>Es bedarf wohl viel Zeit und Aufkl&#228;rung, bis man sich bewu&#223;t wird, da&#223; es Eva Herman nie um die Verherrlichung gewisser zw&#246;lf Jahre unserer Geschichte ging. Es ging um Familienwerte, Werte die im materiellen Konsum und perfider gelebter Dekadenz nahezu komplett untergingen. H&#228;tte man diese Kernaussage zum Gegenstand der Diskussion gemacht, h&#228;tte sich &#8211; andere G&#228;ste vorausgesetzt &#8211; ein durchaus interessantes Thema ergeben. Ist man aber nicht imstande Zusammenh&#228;nge eines geschrieben Satzes zu erkennen, sollte man es vorziehen, weiterhin <a href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,5258047,00.html" target="_blank">Sendungen</a> zu moderieren, die den bundesdeutschen Durchschnitts-IQ repr&#228;sentieren sollen. Da sind die Assoziationsm&#246;glichkeiten ohnehin beschr&#228;nkter. </p>
<p>Berechtigt die Frage, was mich veranla&#223;te, einen Artikel in derartigem Umfang &#252;ber so eine nichtige Sendung zu schreiben. Faszinierend war weniger die Sendung, denn sie ist bundesdeutscher Durchschnitt, sondern vielmehr welche Kontroversen sie ausgel&#246;st hat. Nat&#252;rlich haben wir auch diesmal wieder, die, die Kerner und Konsorten nach dem Mund reden. Sie repr&#228;sentieren aber nicht die Mehrheit. Das kratzt nat&#252;rlich an den Meinungsmachern, die sich lediglich mit der &#246;den Rechtsradikalismuskeule zu behelfen wissen. Allein das zeigt, wie borniert diese Personen mit ihren Dogmen sind und einstweilen sang- und klanglos untergehen werden. </p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; ZDF</span></p>
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		<title>Blo&#223; keine Panik!</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 20:50:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Recht verhalten war die Reaktion auf die neuerliche Mi&#223;handlung mit anschlie&#223;ender Todesfolge eines Zweij&#228;hrigen, welche sich bereits vor zwei Wochen ereignete. Kein Aufschrei, der durch die Medien zog und auch keine Trauerfeiern, die an das Leid des kleinen Jungen erinnern. Deutschland hat sich gew&#246;hnt an die Nachrichten von erschlagenen Kindern und wohl auch damit abgefunden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/09/200709252249001.jpg" title="Blo&#223; keine Panik!" class="titelbild" />Recht verhalten war die Reaktion auf die neuerliche Mi&#223;handlung mit anschlie&#223;ender Todesfolge eines Zweij&#228;hrigen, welche sich bereits vor zwei Wochen <a href="http://www.live-pr.com/zweij-hriger-wurde-vermutlich-zu-tode-r1048159715.htm" target="_blank">ereignete</a>. Kein Aufschrei, der durch die Medien zog und auch keine Trauerfeiern, die an das Leid des kleinen Jungen erinnern. Deutschland hat sich gew&#246;hnt an die Nachrichten von erschlagenen Kindern und wohl auch damit abgefunden. Mittlerweile wird alles in altgewohnter Manier n&#252;chtern und zweckm&#228;&#223;ig bew&#228;ltigt. Keiner der sich die Frage gestellt, warum er nichts getan habe. <span id="more-260"></span></p>
<p>Im Fall um den get&#246;teten Zweij&#228;hrigen in der Eifelgemeinde <a href="http://www.schleiden.de/" target="_blank">Schleiden</a>, der von seinem 41-j&#228;hrigen &#8220;Vater&#8221; zu Tode gepr&#252;gelt worden sein soll, konnte das Jugendamt sich nat&#252;rlich wieder schnell aus der Aff&#228;re ziehen. Schlie&#223;lich wohne das junge Paar erst ein paar Monate in der Stadt, so das Amt in einer ersten Stellungnahme. Die 21-j&#228;hrige Mutter selbst hatte das Kind am Freitag, den 14. September, in eine Arztpraxis gebracht, in welcher es dem behandelnden Arzt gelang den Jungen vorerst zu stabilisieren. F&#252;nf Tage sp&#228;ter jedoch erlag der Zweij&#228;hrige seiner massiven Verletzungen im Uniklinikum Aachen. </p>
<p>Die Presse rei&#223;t sich freilich keinen Zacken aus der Krone und bevorzugt es &#252;ber vermeintlich wichtigere Dinge f&#252;r die dauergeile Masse zu berichten &#8211; wie zum Beispiel die Wahnvorstellungen eines dauerverfolgten Politikers. Da pa&#223;t sowas wie der neuerliche Fall aus Schleiden sowieso schlecht rein, die Stimmung ist ohnehin schon mies. <a href="http://www.zeit.de/online/2007/38/mutter-balkon-urteil" target="_blank">Urteile</a> wie das im zum Fall der 27-j&#228;hrigen Hamburgerin, die ihr Kind vor knapp <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20070319/in-stiller-trauer-um-die-die-nichts-kapieren/" target="_blank">sechs Monaten</a> aus dem Fenster warf, m&#246;gen daran mitnichten etwas &#228;ndern. Zumal sich sowas nicht &#246;ffentlichwirksam puschen l&#228;&#223;t. Schlie&#223;lich ist eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten ein Witz &#8211; und das im Namen des Volkes. </p>
<p>Was mich interessieren w&#252;rde, ist, ob man sich im Tagesschau Blog wohl weiterhin ins Tuch des <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20070301/das-problem-ist-es-gibt-gar-keins/" target="_blank">Schweigens</a> einh&#252;llt und auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung verweist? Schlie&#223;lich genie&#223;en Kindest&#246;tungen nicht die Pr&#228;misse im &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehen erw&#228;hnt zu werden. Die d&#252;mmlichen Kommentare scheidender Politiker daf&#252;r um so mehr. Na blo&#223; keine Panik! </p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
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		<title>&#8220;Ehe&#8221; man sich versieht</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Sep 2007 21:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[National]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
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		<description><![CDATA[Was macht man, wenn man gar keine Ahnung hat, was man den lieben langen Tag &#252;ber machen soll? Nun, entweder man schl&#228;ft oder faulenzt, oder aber man sucht sich eine Thematik aus, die schlagzeilenw&#252;rdig ist und geht damit an die &#214;ffentlichkeit. Letzteres hat Frau Gabriele Pauli (CSU) gemacht und damit ihrem wohl all zu tristen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/09/200709222311001.jpg" title="Ehe man sich versieht" class="titelbild" />Was macht man, wenn man gar keine Ahnung hat, was man den lieben langen Tag &#252;ber machen soll? Nun, entweder man schl&#228;ft oder faulenzt, oder aber man sucht sich eine Thematik aus, die schlagzeilenw&#252;rdig ist und geht damit an die &#214;ffentlichkeit. Letzteres hat Frau <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Pauli" target="_blank">Gabriele Pauli</a> (CSU) gemacht und damit ihrem wohl all zu tristen Politiker- und Hausfrauenalltag ein wenig auf die Spr&#252;nge geholfen. <span id="more-248"></span></p>
<p>War doch zun&#228;chst noch seitens Bundesfamilienministeriums von einer &#8220;Zeitungsente&#8221; die Rede, gab es der Thematik ungeahnten Schub. Frau Pauli, die ja selbst gerne CSU-Chefin werden m&#246;chte, heizte das Thema mit einer Ehezeitbefristung zus&#228;tzlich an. </p>
<p>So hat sie sich &#252;berlegt, man k&#246;nnte doch die Ehe zeitlich begrenzen. Warum? Das fragt mich nicht! Vielleicht gab es in der Bundestagskantine ja irgendeine bewu&#223;tseinserweiternde Substanz im Essen, die gerade bei Frau Pauli zu ungeahnten Verbalpatenten f&#252;hrte. Die gute Frau schlug vor, man solle doch die Ehe auf sieben Jahre, statt wie bisher (f&#252;r die Ewigkeit, hach wie sch&#246;n vertr&#228;umt das doch klingt) begrenzen. Uff, das mu&#223; man sich erst einmal vor Augen f&#252;hren. In Deutschland gibt es Familien, die wie gestern Abend in <a href="http://www.stern.de/tv/" target="_blank">Stern-TV</a> gebracht, in absoluten sozialen Randgruppen leben und das nicht erst seit kurzem, sondern schon seit &#252;ber dreizehn Jahren &#8211; siehe <a href="http://www.stern.de/tv/sterntv/598045.html?nv=cp_L2_" target="_blank">Familie Ritter</a>. </p>
<p>Unsere &#8220;Volksvertreter&#8221; sinnieren demgegen&#252;ber lieber &#252;ber die G&#252;ltigkeit des Ehebundes. Jetzt fragt sich der m&#252;ndige Bundesb&#252;rger, warum denn ausgerechnet sieben Jahre und nicht zehn, zwanzig oder dreiunddrei&#223;igeinhalb? Das wei&#223; sie offenbar selbst nicht, aber vielleicht hat sie sich ja Anregungen aus der Menschheitsgeschichte geholt, in der die Zahl <a href="http://sungaya.de/schwarz/allmende/zahlen/7.htm" target="_blank">&#8220;7&#8243;</a> ja schon f&#252;r durchaus positive Dinge stand.</p>
<p>Auf die &#196;u&#223;erungen Paulis legte Herr Stoiber derselben einen Parteiaustritt nah, was wiederum f&#252;r heftige politische Diskussionen f&#252;hrte. Herrje, werden die da nie erwachsen? Ich glaube schon bald nicht mehr daran. Es wird immer mehr kostbare Zeit damit verschwendet, um &#252;ber idiotische Dinge zu debattieren, anstatt mal den Kernproblemen der Bundesrepublik auf den Grund zu gehen und effektive L&#246;sungen f&#252;r des Volkes Gunst zu erarbeiten. </p>
<p>So dreht sich das l&#228;cherliche Politikkarussell einmal mehr im Kreise und wir dummen Deutschen blicken doof in die W&#228;sche. F&#252;r eine Zeitungsente aber, liebes Familienministerium, daf&#252;r gibt es allerdings jede Menge Gequake.</p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
<hr /><small>&copy; 1998-2010 <a href="http://bpmedien.org">BP Medien</a> ( BP769c6b943ddf5a2fef4ef61def6718be)</small>]]></content:encoded>
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		<title>Der Herr wird&#8217;s schon richten</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 20:57:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin katholisch erzogen. Nun ja, man sollte vielmehr sagen, man hat versucht mich in einem &#8220;christlichen Glauben&#8221; zu erziehen. Ich ging als Kind brav jeden Sonnabend mit Oma und Opa in die Kirche. War schon so was wie ein St&#252;ck Tradition, wobei ich ja auch keine Wahl hatte. Sp&#228;ter ging es dann zur Kommunion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/07/200707232256001.jpg" title="Der Herr wird’s schon richten" class="titelbild" />Ich bin katholisch erzogen. Nun ja, man sollte vielmehr sagen, man hat versucht mich in einem &#8220;christlichen Glauben&#8221; zu erziehen. Ich ging als Kind brav jeden Sonnabend mit Oma und Opa in die Kirche. War schon so was wie ein St&#252;ck Tradition, wobei ich ja auch keine Wahl hatte. Sp&#228;ter ging es dann zur Kommunion und danach wieder zur Firmung. Soweit waren dann auch alle kirchlich-christlichen Pflichthandlungen abgeschlossen. So im Alter von ungef&#228;hr vierzehn Jahren begann ich jedoch die Dinge zu hinterfragen. <span id="more-213"></span></p>
<p>Die Pubert&#228;t hatte sich daher ja geradezu angeboten das auch gleich mal mit zu machen. Meine Erkenntnis, religionsm&#252;ndig zu sein, stellte ich alsbald auch auf die Probe, in dem ich der Familie stolz verk&#252;ndete, da&#223; ich keine Lust mehr habe, in die Kirche zu gehen, da ich mit dem Gerede dort einfach nichts anfangen kann. Ich merkte schnell, da&#223; es keine gute Idee war dies verk&#252;nden, denn der Druck seitens der Familie war zu gro&#223;. Also ging es weithin &#8220;brav&#8221; zur Kirche. Mit dem Alter von sechzehn war das aber dann endg&#252;ltig vorbei und ich konnte mich von dieser eigenartigen &#8220;Tradition&#8221; endlich l&#246;sen.</p>
<p>Soweit die Vergangenheit. Kehren wir in die Gegenwart zur&#252;ck. Am vergangenen Sonnabend war ich wieder einmal in der Kirche, da ein Gedenkgottesdienst f&#252;r ein Familienmitglied gehalten wurde. Einer der wenigen Tage, wo ich mir sage, da&#223; es au&#223;er Frage steht, mit meiner Anwesenheit den Verstorbenen zu ehren, wohl angemerkt, da&#223; es nicht um die kirchliche Gestaltung geht, sondern um das Gesamte.</p>
<p>Ich bem&#252;hte mich, der Predigt und den Erz&#228;hlungen des Pfarrers zu folgen. Was folgte war eine stetig ansteigende Wut &#252;ber das Gerede des Geistlichen. Da steht er oben auf seinem Posten wie der allm&#228;chtige Vater in Person, gekleidet in einem Gewand mit gr&#252;nen und goldenen Ornamenten und schart um sich herum Ministranten, die mit ihren gr&#252;n-wei&#223;en Gew&#228;ndern aussahen, wie eine Jugendoffensive der Polizei, die sich in die Kirche eingeschlichen hat. Mein Blick schweifte durch die Kirche, &#252;ber den Altar, die vielen Kerzenst&#228;nder und all diese Dinge. Wohin man sah, erkannte man Gold, Gold und nochmals Gold. Prunk und Protz blitzten von &#252;berall her. Die Kirche versteckt die Gier und das Bestehen auf Wohlstand und Reichtum nicht, das wurde mir einmal mehr klar.</p>
<p>Der Pfarrer redete vom &#8220;ewigen Frieden&#8221; und der &#8220;Auferstehung&#8221; unserer Verstorbenen. Er erz&#228;hlte mit geschwollener Stimme, wie wichtig der Herr dort oben denn sei, und da&#223; er uns leite wenn wir nur an ihn glauben.</p>
<p>So, so, die Auferstehung also! Wo zum Henker sind denn unsere verstorbenen M&#252;tter und V&#228;ter, die bestatteten Br&#252;der und Schwestern, Gro&#223;v&#228;ter und Gro&#223;m&#252;tter? Sie liegen zwei Meter und der Erde in einer Holzkiste begraben. Niemals wird auch nur ein Teil zu uns zur&#252;ckkehren. Kein Herr aus dem Himmel wird die Schmerzen, die dadurch verursacht werden, nehmen oder mildern. Jeder Besuch auf dem Friedhof gleicht einer Qual, stets den Gedanken mit sich, da&#223; ja alles anders und leichter w&#228;re, w&#252;rde ich an Gott glauben. W&#228;re es das? Mitnichten, ich habe selbst genug Angeh&#246;rige zu Grabe getragen und erlebt wie es ist, wenn geliebte Menschen einem in den Armen wegsterben. Danach kam dann immer wieder das Ges&#252;lze von Erl&#246;sung und Heimkehr. Heimkehr wohin? In den Himmel? Drauf gepfiffen, es mildert den Schmerz nicht, aber dennoch lockt es die Menschen wie irrlaufende Kinder in die Hallen der Kirche. </p>
<p>Die Kirche propagiert seit Jahrzehnten immer wieder dasselbe. Die Scharen der Menschheit finden Erl&#246;sung und Halt in dem Glauben an Jesus und Gott. Eine Ketzerei wer dies in Frage stellt. Dennoch mu&#223; es hinterfragt werden. Was steckt hinter dem Gebilde &#8220;Kirche&#8221;? Ich bezeichne sie immer wieder gerne als teuerste, legale Sekte der Welt. </p>
<p>Der Glaube an Dinge mag in vielerlei Hinsicht Menschen durch schwere Zeiten helfen, Menschen tr&#246;sten, aber dies ist kein Glaube, es ist Augenwischerei der modernsten Sorte. Ich mu&#223; jedem vergeben, ich mu&#223; meine S&#252;nden anerkennen. Mu&#223; ich das? Wozu? Lasse ich mir ein Gewissen aufdiktieren, welches auf Wundern und einem alten Buch mit zweifelhaften Geschichten beruht? Lasse ich mir meine Welt erschaffen, die mir vorgibt, wie ich wann zu handeln habe? Kann ich nicht selbst bestimmen, wann ich S&#252;hne und Reue zeigen und f&#252;hlen will? </p>
<p>Der Pfarrer lehrte mir, da&#223; ein Tod auch Erl&#246;sung bedeute und der Mensch ja nicht &#8220;weg&#8221; sei, da er ja im ewigen Reich weiterlebe. Der Herr hat seine Gr&#252;nde, warum er manche Menschen fr&#252;her und manche sp&#228;ter zu sich ruft. Er alleine hat wohl das Recht und die Macht zu bestimmen, wann unser aller Zeitpunkt gekommen ist. Der Herr hat soviel Macht, er schickt seine J&#252;nger in die Welt, um uns zu bekehren, zu bekehren zum echten und gerechten Glauben.</p>
<p>Die Kirche hat wesentlich mehr Macht und Einflu&#223; auf Dinge und das Geschehen der Gesellschaft, als viele wahr haben wollen. Dennoch sind die Kirchenhallen leer. Der &#8220;U-Boot-Christ&#8221; taucht zu Ostern, zu Pfingsten oder zur Weihnachtszeit fein gestriegelt auf, warum wei&#223; kaum einer genau. Ist es, weil &#8220;man&#8221; das halt mal so macht und weil es sich &#8220;geh&#246;rt&#8221;? Was passiert denn an solchen Tagen? Ein erzogenes und schlechtes Gewissen wird zu Tage bef&#246;rdert. Nicht selten, da&#223; an solchen Tagen auch die Geldb&#246;rse locker sitzt, als huldigt man einer Institution mit Geld, reichlich Geld. Freilich wird eben jenes Geld nicht gerade prim&#228;r innerhalb des Landes angebracht, vielmehr flie&#223;t es sehr oft in Dritte Welt L&#228;ndern.</p>
<p>Der Kindergarten, die Schule und andere Einrichtungen, die unsere Kinder von klein auf begleiten, sind wieder und wieder auf die Kirche ausgelegt und die Kinder haben kaum eine Wahl, sich davon zu l&#246;sen, geschweige denn Entscheidungen zu treffen, ohne in gesellschaftlichem Ansehen zu verlieren. Man stelle sich vor, ein Kind in einem katholischen Kindergarten ist nicht in der Kirche. Wenn das Kind &#252;berhaupt aufgenommen wird, wird es von Grund auf mit Argus Augen beobachtet. Das ist beileibe keine Vermutung sondern beruht vielmehr auf eigenen Erfahrungen. Der Gipfel lag damals darin, da&#223; Fehlverhalten und famili&#228;re Probleme der vierk&#246;pfigen Familie in dem Fehlen des christlichen Glaubens er&#246;rtert wurden. Ein Wahnsinn der offenbar keine Grenzen kennt.</p>
<p>Nun denn, vielleicht gibt es das ewige Reich dort oben tats&#228;chlich und vielleicht gibt es einen Gott, der dort wacht, so wie er in der Bibel, in der Kirche und von zahlreichen Geistlichen gelehrt und gepriesen wird. Doch wenn es so sei, dann werde ich ihn eines Tages treffen und hier unten wird man es erkennen, denn es wird der Tag sein, an dem sich der gesamte Himmel rot f&#228;rben wird. Amen!</p>
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		<title>Wochenr&#252;ckblick 16/2007</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2007 21:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wochenrückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mittwoch Es klingt ja schon mehr als nur makaber, aber viele Menschen in unserer Bev&#246;lkerung gehen mit schockierenden Nachrichten, in denen Kinder mi&#223;braucht, vergewaltigt und ermordet werden allm&#228;hlich &#228;hnlich um, wie mit Berichterstattungen vom Irak-Krieg; man h&#246;rt/liest sie am Anfang mit Entsetzen und dennoch wandelt sich eben dieses Entsetzen relativ schnell in die mediale Gewohnheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/200703181520001.jpg" title="Woche vom 16.04. bis 20.04." class="titelbild" /><strong>Mittwoch</strong></p>
<p>Es klingt ja schon mehr als nur makaber, aber viele Menschen in unserer Bev&#246;lkerung gehen mit schockierenden Nachrichten, in denen Kinder mi&#223;braucht, vergewaltigt und ermordet werden allm&#228;hlich &#228;hnlich um, wie mit Berichterstattungen vom Irak-Krieg; man h&#246;rt/liest sie am Anfang mit Entsetzen und dennoch wandelt sich eben dieses Entsetzen relativ schnell in die mediale Gewohnheit um. Die Reaktionen schwinden und im selben Zug stumpft auch der, der die Bilder und Worte wahrnimmt zusehends ab. Mir schien es bislang, als sei f&#252;r die Perversion, welcher manche Menschen nachgehen, keine Steigerung mehr m&#246;glich. Da werden Kinder in den Abfall oder aus dem Fenster geworfen, da werden Kinder als Ware verkauft und brutal mi&#223;handelt und dennoch wurde nun in meinen Augen da noch einmal eine neue Stufe erreicht. <span id="more-181"></span></p>
<p>So geschehen in baden-w&#252;rttembergischem Kirchheim: Hier haben zwei M&#228;nner im Alter von 26 und 28 Jahren eine 14-J&#228;hrige offensichtlich dazu gebracht gr&#246;&#223;ere Mengen Wodka zu konsumieren. Die beiden M&#228;nner trafen sich mit 14-J&#228;hrigen und deren gleichaltrigem m&#228;nnlichen Bekannten auf einem Spielplatz. Der vierzehn Jahre alte Junge kannte die beiden M&#228;nner offensichtlich nur fl&#252;chtig und verlie&#223; wenig sp&#228;ter den Spielplatz. Diese Gelegenheit nutzen die beiden M&#228;nner und vergewaltigten das M&#228;dchen brutal. Bis hierhin ist es nur eine, von leider Gottes, sehr vielen Meldungen dieser Art. Das Perverse an sich folgt allerdings in der Tatsache, da&#223; einer der beiden aus Kasachstan stammenden M&#228;nner HIV-positiv ist. Dem Leser sei nun selbst das Urteil hier&#252;ber &#252;berlassen, mich schockiert es und bei dem Gedanken an die eigenen heranwachsenden Kinder l&#228;uft es mir in einem solchen Moment eiskalt der R&#252;cken herunter.  <em><span class="fine">(Markus)</span></em></p>
<p><strong>Donnerstag</strong></p>
<p>Eine verquere Situation, den Bundesb&#252;rger auf Situationen vorzubereiten, die realistisch betrachtet, seit eh und je nur imagin&#228;r existieren. So kann es durchaus passieren, da&#223; f&#252;r neue Gesetzesvorlagen schon mal ein gescheiterter Anschlag mit Kofferbomben herhalten mu&#223;. F&#252;r gew&#246;hnlich m&#252;ssen solche Anschl&#228;ge auch m&#246;glichst lang warm gehalten werden. Schlie&#223;lich sind die gesetzeslegenden Hennen von heute, auch nicht mehr die J&#252;ngsten und der Bundesb&#252;rger vergi&#223;t schneller, als es einem System im &#220;berwachungswahn lieb sein kann. </p>
<p>Nat&#252;rlich gibt es f&#252;r solche prek&#228;ren Situationen Experten, die Ereignisse dieserart immer wieder ins Bewu&#223;tsein rufen. So zum Beispiel den Bundesminister des Innern, Herr Wolfgang Sch&#228;uble, dem man durchaus eine zu lange T&#228;tigkeit in der Steuerverwaltung des Landes Baden-W&#252;rttemberg unterstellen darf. Wie sonst lie&#223;e sich erkl&#228;ren, da&#223; man aufgrund nicht real-existierender Umst&#228;nde die Pferde scheu macht und vorl&#228;ufig jedes Windelkind unter Generalverdacht stellen m&#246;chte? </p>
<p>Im Grunde sollte man einem amtierenden Minister, wie Herrn Sch&#228;uble, so viel Fachwissen unterstellen, da&#223; er wei&#223;, da&#223; die Unschuldsvermutung nicht nur ein Volksm&#228;rchen, &#252;berliefert aus Generationen ist, sondern tats&#228;chlich ein festgeschriebenes Gesetz. Fragw&#252;rdig bleibt, in wie fern, ein Minister, der trotz &#246;ffentlicher Mahnung diesen Umstand auszublenden vermag, noch die &#8220;W&#252;rde&#8221; dieses Amtes zu begleiten hat. Schlie&#223;lich stellt man ja keine Marschflugk&#246;rper, als Friedenstaube ein &#8211; zumindest nicht in der Bundesrepublik. </p>
<p>Anders in den USA: Dort hat Herr Sch&#228;uble gute Chancen als Traumt&#228;nzer durchzustarten. Auf solche Leute wartet man schlie&#223;lich nur. Und mit Verlaub, Herr Sch&#228;uble pa&#223;t dort hervorragend rein! <em><span class="fine">(Steven)</span></em></p>
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		<title>Wochenr&#252;ckblick 14/2007</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2007 22:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wochenrückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Bush]]></category>
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		<description><![CDATA[Montag Zugegeben, die Familienministerin, Frau Ursula von der Leyen, hat es schon nicht leicht, mu&#223; sie sich doch einerseits um Kindergrippenpl&#228;tze f&#252;r die kleinen Racker unter drei Jahren k&#252;mmern und andererseits das Ges&#252;lze von irgendwelchen Bisch&#246;fen ertragen. Dem nicht genug, steht nat&#252;rlich nach wie vor die Frage nach der Finanzierung des Ganzen offen, schlie&#223;lich hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/200703181520001.jpg" title="Woche vom 02.04. bis 06.04." class="titelbild" /><strong>Montag</strong></p>
<p>Zugegeben, die Familienministerin, Frau Ursula von der Leyen, hat es schon nicht leicht, mu&#223; sie sich doch einerseits um Kindergrippenpl&#228;tze f&#252;r die kleinen Racker unter drei Jahren k&#252;mmern und andererseits das Ges&#252;lze von irgendwelchen Bisch&#246;fen ertragen. Dem nicht genug, steht nat&#252;rlich nach wie vor die Frage nach der Finanzierung des Ganzen offen, schlie&#223;lich hat das letzte Hemd keine Taschen! Oder einfacher: Wer nichts hat, hat halt nichts. Somit ist man Ruckzuck in der Sackgasse, in denen alle m&#246;glichen Geldgeber die Arme verschr&#228;nken.<span id="more-173"></span></p>
<p>Soweit nichts Neues eigentlich, w&#228;re da nicht der Enthusiasmus, mit dem Frau von Leyen an die ganze Sache rangeht. Soweit ist das ja alles ehrbar, nur dieser Hickhack um nicht feststehende Pl&#228;ne ist schon ein perfides Spiel mit dem B&#252;rger. Schlu&#223;endlich w&#228;re sie nicht die erste, die ihre Versprechen trotz gro&#223;en Tamtams nicht h&#228;lt. Heutzutage wird man zudem schneller verheizt, als es dem CO²-Wert in der Atmosph&#228;re lieb sein kann. Darum Frau von der Leyen lieber etwas l&#228;nger an den Konzepten arbeiten, dann klappt es auch mit dem protzigen Tamtam! </p>
<p><strong>Donnerstag</strong></p>
<p>Objektivit&#228;t im deutschen Pressepuff ist schon eine schier unl&#246;sbare Aufgabe. Wie auch sollte man sich bei internationalem Politikgerangel der eigenen Meinung erwehren k&#246;nnen? Ein Unding, welches nicht durchf&#252;hrbar und schon gar nicht vertretbar ist. Drum auf in den Kampf, denn das skandierte B&#246;se &#8211; ergo der Schurkenstaat Iran &#8211; besitzt die Unverfrorenheit den dreizehnt&#228;gigen Urlaub der f&#252;nfzehn britischen Marinesoldaten abrupt zu beenden. </p>
<p>Von wegen freie Meinungsbildung. Im Moment ist der Deutsche sowieso zu bl&#246;d daf&#252;r, also wird kr&#228;ftig nachgeholfen &#8211; nicht zuletzt weil der Markt der Schmierbl&#228;tter hart umk&#228;mpft ist. Weil dem so ist, liefert man sich auch eine Buchstabenschlacht allerfeinster Manier. Und w&#228;hrend sich der Spiegel in tiefverwurzelte RAF-Vergangenheit begibt und mit &#8220;Isolationshaft&#8221; um sich wirft, sind andere Gazetten schon eine Ecke weiter, dort skandiert man dann gleichwohl das &#8220;propagandistische&#8221; Verhalten des Irans. Verflucht! Diese verdammten Krisengewinnler &#8211; ins Loch allesamt! </p>
<p>Dabei hat uns der Iran eben doch eines deutlich gezeigt: Anders als oftmals behauptet, lassen sich Konflikte auch diplomatisch l&#246;sen. Und wer gerne mit der Schleuder &#8220;Propaganda&#8221; um sich wirft, kann dies freilich tun, solange er nicht wie die US-F&#252;hrung auf Drohgeb&#228;rden abf&#228;hrt und den B&#228;r auf Feiern steppen l&#228;&#223;t, wof&#252;r er noch nicht mal eine Einladung hat. Folgerichtig hatte die USA keinerlei Rechte sich in einen Konflikt dieser Art einzumischen, ungleich ob Bush seinen verhunzten Ruf noch etwas gerade r&#252;cken mu&#223; oder aber in Arschkriechermanier Blair die Flinte reinigen will. Mit dem Irak d&#252;rfte im Moment noch genug Arbeit vor den Heuschrecken aus &#220;bersee liegen. Falls man das dann nicht sieht, geben die Nachbarl&#228;nder Iraks sicherlich Hilfestellungen. &#8211; jene sehen sich n&#228;mlich seit Monaten einer Flut von Kriegsfl&#252;chtlingen ausgesetzt. Nur kr&#228;ht da kein Hahn danach&#8230;</p>
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		<title>Der Fr&#252;hling naht!</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2007 21:02:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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		<category><![CDATA[Zoo]]></category>

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		<description><![CDATA[Und da ich auch zur Gattung der Menschen geh&#246;re, die sich &#252;ber jeden Sonnenstrahl freuen, bin ich am vergangenen Wochenende mit Sack und Pack in den nahegelegenen Tierpark gefahren. Wir schlenderten gerade in Ruhe und gem&#252;tlich an den Zwergk&#228;nguruhs vorbei als ich hinter mir recht laut ein Gebrabbel wahrnahm, das ganz offensichtlich zwei jungen russischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/200703302300001.jpg" title="Huch…" class="titelbild" />Und da ich auch zur Gattung der Menschen geh&#246;re, die sich &#252;ber jeden Sonnenstrahl freuen, bin ich am vergangenen Wochenende mit Sack und Pack in den nahegelegenen Tierpark gefahren. Wir schlenderten gerade in Ruhe und gem&#252;tlich an den Zwergk&#228;nguruhs vorbei als ich hinter mir recht laut ein Gebrabbel wahrnahm, das ganz offensichtlich zwei jungen russischen Mitb&#252;rgern mit deren weiblichen Anhang geh&#246;rte. </p>
<p>So etwas st&#246;rt mich im Normalfall wirklich nicht sonderlich, kann ja jeder tun was er oder sie will, aber da es sich anh&#246;rte wie im Zirkus drehte ich mich dann halt doch einmal dezent um. Beide erf&#252;llten schon fast be&#228;ngstigend s&#228;mtliche Klischees: Wei&#223;e Baseballm&#252;tze mit dem Schild nach rechts gedreht auf dem Kopf, wei&#223;er Kapuzenpullover und dazu eine wei&#223;e Jogginghose mit wei&#223;en Turnschuhen. Die Wahl der Kleidung war wohl nicht ganz so gut getroffen, da die Sonne wirklich schon ordentlich auf den Planeten brannte. Wie gesagt, eigentlich nicht wirklich etwas Besonderes &#252;ber das es sich lohnen w&#252;rde zu schreiben. Tja, w&#228;re da nicht das kleine „Aber“.<span id="more-159"></span></p>
<p>Beide Jungs sch&#228;tze ich mal auf so achtzehn bis zwanzig Lenze. Die beiden weiblichen Gesch&#246;pfe, die jeweils eine Taubstummen-Hose trugen (zur Erkl&#228;rung: bei uns umgangssprachlich eine Hose bei der man von den „Lippen“ ablesen kann) und beide deutlich sichtbar schwanger waren, sch&#228;tze ich haben gerade so mit Ach und Krach die achtzehn Jahre erreicht. Da man als zuk&#252;nftiger Papa ja mit gutem Beispiel vorangeht, hatten die zwei Herren je eine Bierflasche in der Hand, als sie im Tierpark mit ihren Zuk&#252;nftigen an allerhand Familien und Kindern vorbeizogen.</p>
<p>Da das laute Gebrabbel und Bierflaschengesto&#223;e mit doch langsam aber sicher auf den Zeiger ging, machten wir langsamer, damit die vier an uns vorbeilaufen konnten. Schei&#223;e war’s! Genau als ich am Zaun vor den Kamelen stand, gesellten sich die vier neben uns und einer der beiden Helden r&#252;lpste mir gen&#252;&#223;lich laut und stinkend in mein linkes Ohr, gefolgt von lautem Johlen seines Anhanges. Ich fragte ihn, ob das denn sein m&#252;sse, worauf er sich offensichtlich in seinem Stolz gekr&#228;nkt f&#252;hlte und ein weiteres Klischee vollends bediente, in dem er sagte: „Ba&#223; auuuuf, sooonst wirrrrst Duuu Futta“</p>
<p>Herrlich so ein Sonntag, nicht wahr? Ich schluckte, da die Kinder direkt daneben standen und wir gingen weiter. Eine Weile war danach Ruhe und ich wurde erst wieder aufmerksam, als ich die Bierflaschen h&#246;rte, die laut berstend gegen eine Mauer am Stall der Ponys flogen. Kurz darauf kamen die tollen Hechte bei uns am Affengehege an. Doch ab jetzt begann das Schicksal sich zu wenden und mein Zwerchfell sollte in wenigen Minuten eine Menge Arbeit bekommen.</p>
<p>Nat&#252;rlich geh&#246;rt es zum guten Ton die Schilder „F&#252;ttern verboten“ zu ignorieren. Also wurden flei&#223;ig Kaugummis zu den Affen gereicht. Um sie dann zu &#228;rgern, nahm einer der beiden Jungs eine leere Zigarettenschachtel, streckte sich &#252;ber den ersten halbhohen Zaun bis zum Gehege vor und schlug damit an die Gitterst&#228;be. Die Affen kamen und versuchten die Schachtel zu klauen, der Russe zog sie weg und so ging das einige Male, bis einer der Affen die Schachtel bekam. Nun hatte der gute Mann nichts mehr, mit dem er an das Gehege schlagen konnte und so nahm er sein Handy aus der Hosentasche und machte dasselbe Spiel damit. Ich hoffte ja inst&#228;ndig, da&#223; der Affe das Telefon bekommt, aber der Russe ging schon bewu&#223;t nicht so nah ran. Doch kurze Zeit sp&#228;ter schubste ihn sein Kollege und wollte ihm etwas zeigen, woraufhin der andere sich zu ihm umdrehte, dabei aber verga&#223; das Telefon vom Gehege wegzunehmen. Und das war der Moment wo all meine W&#252;nsche in Erf&#252;llung gingen: Der Affe reagierte, ri&#223; dem Kerl das Handy aus der Hand, schaute es sich fragend an und knallte es dann mit Inbrunst auf den asphaltierten Gehegeboden, wo es in tausend Teile zersprang. Als ich den Burschen weinen sah h&#228;tte ich fast Mitleid bekommen, aber die Schadenfreude war dann doch gr&#246;&#223;er. Laut fluchend trabte er mit seinem Anhang an einer Meute lachender Eltern und deren Kinder vorbei in Richtung Ausgang und ich wu&#223;te erneut warum mir ausgerechnet kleine &#196;ffchen so sympathisch sind&#8230;.</p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
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		<title>In stiller Trauer um die, die nichts kapieren</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2007 15:14:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>

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		<description><![CDATA[&#214;ffentliche Irref&#252;hrung und Bagatellisierung h&#228;lt in den vergangenen Tagen immer &#246;fter Einzug ins bundesdeutsche Geschehen. Insbesondere bei Kindest&#246;tungen l&#228;&#223;t die Klassifizierung als &#8220;Verzweiflungstat&#8221; eher den Anschein der Verharmlosung, anstatt die tats&#228;chliche Deklarierung der Tat aufkommen. So auch geschehen, bei der T&#246;tung eines wenige Stunden alten S&#228;uglings im Hamburger Stadtteil Osdorf. Bei dieser &#8220;Verzweiflungstat&#8221; wurde das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/200703191607001.jpg" title="In stiller Trauer um die, die nichts kapieren" class="titelbild" />&#214;ffentliche Irref&#252;hrung und Bagatellisierung h&#228;lt in den vergangenen Tagen immer &#246;fter Einzug ins bundesdeutsche Geschehen. Insbesondere bei Kindest&#246;tungen l&#228;&#223;t die Klassifizierung als &#8220;Verzweiflungstat&#8221; eher den Anschein der Verharmlosung, anstatt die tats&#228;chliche Deklarierung der Tat aufkommen. So auch geschehen, bei der T&#246;tung eines wenige Stunden alten S&#228;uglings im Hamburger Stadtteil Osdorf. </p>
<p>Bei dieser &#8220;Verzweiflungstat&#8221; wurde das Kind unmittelbar nach seiner Geburt aus einer der Etagen des 20-st&#246;ckigen Hochhauses geschleudert. Gefunden wurde der leblose K&#246;rper des M&#228;dchens am vergangenen Sonnabend von einem Spazierg&#228;nger. Bisweilen zeigte die Durchsuchung der anliegenden Wohnungen keinerlei Erfolg. <span id="more-135"></span></p>
<p>Auch die Spurensicherung sowie die Befragung der Anwohner konnten noch keinen Aufschlu&#223; &#252;ber den Hergang der Tat geben. Dem nicht genug, schl&#228;gt die Sprecherin der Hamburger Polizei mit deplazierten Vermutungen um sich. So bat sie zuweilen die &#8220;Mutter&#8221; des get&#246;teten M&#228;dchens sich in Behandlung zu begeben, da sie <em>vermutlich</em> Betreuung ben&#246;tigt. Zudem <em>vermutet</em> man eine Verzweiflungstat. Gleichfalls wolle man keinen Druck aus&#252;ben &#8211; wo k&#228;men wir auch hin, wenn mutma&#223;liche T&#228;ter mit aller H&#228;rte des Systems verfolgt werden? </p>
<p>Seit eh und je ist die Kriminalisierung in der Bundesrepublik Tagesgeschehen, und insbesondere politische Aktivisten jedweder Couleur versucht man zu kriminalisieren und vor drittbestimmte Karren zu spannen. Auch bei &#8220;Raubkopien&#8221; und anderen &#8211; im Kontext gemessenen &#8211; Bagatellen wird nachhaltig betont, da&#223; es sich hierbei keinesfalls um ein Kavaliersdelikt handelt. Bei Kindesmord hingegen l&#228;&#223;t man den Anschein dessen wohl allzu gerne aufkommen. Es mag richtig sein, da&#223; die n&#228;heren Umst&#228;nde vielleicht f&#252;r Au&#223;enstehende nicht nachvollziehbar sind, dennoch ist eine Tat mit derartiger Abartigkeit nicht mit Verzweiflung vereinbar. </p>
<p>Es bleibt bisweilen fragw&#252;rdig, welches erkl&#228;rte Ziel die Hamburger Polizei mit dieser Ansprache vertrat. Mittlerweile gibt es f&#252;r werdende M&#252;tter eine Vielzahl von Vereinen und Einrichtungen, die umfassende M&#246;glichkeiten zur Unterst&#252;tzung bieten. Die Betroffenen m&#252;ssen nat&#252;rlich die M&#246;glichkeiten wahrnehmen. Tun sie dies nicht, kann freilich keiner behaupten, da&#223; dies eine Verzweiflungstat sei oder aber ihnen sowieso keine Unterst&#252;tzung zugesagt worden w&#228;re. Jede Mutter, die ein Kind in sich tr&#228;gt, hat einer der h&#246;chsten Verantwortungen im gesellschaftlichen Leben. Die Heuchelei &#252;ber fehlendes Bewu&#223;tsein oder aber Unwissenheit ist somit v&#246;llig deplaziert und zeugt eher von einf&#228;ltiger Leichtfertigkeit. </p>
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		<title>Die Realit&#228;t im Wohnzimmer</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2007 10:38:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Amoklauf]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Realität]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum hat man zu Ende „getalkt“ stehen schon s&#228;mtliche Richter und deren Anw&#228;lte Gewehr bei Fu&#223;. Sie sind bereit dem Durchschnittsb&#252;rger die Realit&#228;t der Paragraphenwelt nahe zu bringen. Hierzu passend bleibt das Kriminologenfeeling des Zuschauers erst einmal noch etwas erhalten, es folgen die Ermittler im Einsatz. Da zuviel Adrenalin nicht gut f&#252;r den K&#246;rper des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/fernseher.thumbnail.gif" title="TV" class="titelbild" />Kaum hat man zu Ende <em>„getalkt“</em> stehen schon s&#228;mtliche Richter und deren Anw&#228;lte Gewehr bei Fu&#223;. Sie sind bereit dem Durchschnittsb&#252;rger die Realit&#228;t der Paragraphenwelt nahe zu bringen. Hierzu passend bleibt das Kriminologenfeeling des Zuschauers erst einmal noch etwas erhalten, es folgen die Ermittler im Einsatz. Da zuviel Adrenalin nicht gut f&#252;r den K&#246;rper des Menschen ist, zeigt man dann zur Erholung sozusagen, wie wenig man eigentlich bisher in seinem Leben erreicht hat. Ja, es mu&#223; so sein, denn die vielen Gucci-Tussen, die noch nie einen Finger gekr&#252;mmt haben, um zu arbeiten, die haben es ja gepackt, das mu&#223; einfach so sein, da&#223; man selbst versagt hat, in der Flimmerkiste sieht man es doch.<span id="more-106"></span> </p>
<p>Doch jetzt wird es Zeit die Richtung erneut zu &#228;ndern, es bringt ja keinem was, wenn der Zuschauer aus Depression durch das eigene Mi&#223;lingen aus dem Fenster hopst. Also auf zur Heiterkeit. So helfen wir gemeinsam doch gerne den netten Damen und Herren einen neuen Super-Duper-Mega-Weltstar zu finden. Na der wird sich aber auch ein Loch in den Strumpf freuen, wenn man als miteifernder Starerkenner zum glorreichen Sieg verhilft. Na ja, der eine Anruf, das tut doch nicht weh und die werden da sicherlich auch nicht reich. Aber bevor man die paar Cent bejammern kann, zeigt man besser gleich auf einem anderen Kanal, wie hart und problemreich so ein kleines Menschenleben sein kann, zumindest wenn man in einem Container eingesperrt ist. &#220;bel, die armen Menschlein da drinnen – einfach f&#252;rchterlich. Auch hier unterst&#252;tzen wir doch mal gerne. </p>
<p>Ein kleiner Anruf gen&#252;gt ja schon und wir sind mitten drin dabei. Aber rufen wir nun f&#252;r „ja“ an oder doch lieber f&#252;r „nein“ oder gar am Ende f&#252;r „vielleicht“? Na warum kann man da aber nicht auch f&#252;r „Meine-Fresse-ich-kann-mich-nicht-entscheiden“ anrufen? Egal, aufgepa&#223;t, es kommen die Gewinnspiele, also Telefon in die Hand und flei&#223;ig mitraten. Dieses Mal mu&#223; man anrufen und ein Tier nennen, das mit „Pf“ anf&#228;ngt und mit „erd“ aufh&#246;rt. Schwierig, schwierig, aber immerhin winken ja auch neunzig geile Geldpakete, also ran an den H&#246;rer. Oh, Halt, der Countdown l&#228;uft, noch <em>5&#8230;4&#8230;3&#8230;2&#8230;.1 </em><strong>JETZT RUF ICH AN!</strong> Ha, fast, die Sirene geht, aber gleich wird es soweit sein, gleich bin ich dran und gewinne diese geilen Geldpakete. Argh, nun sind schon zwanzig Leitungen zum Gewinn berechtigt, da mu&#223; ich doch gewinnen&#8230;</p>
<p>Was sich liest wie eine &#252;ble Aufbereitung eines Schizophrenen-Tagebuches, ist eigentlich nichts weiter, als der t&#228;gliche TV-Horror, dem wir ausgesetzt werden. &#220;bertrieben? Gewi&#223; nicht! Da, wo vor einigen Jahren noch Donald Duck durch die Medienlandschaft wackelte, schlagen nun starrsichtige mit &#252;berdimensional gro&#223;en Augen best&#252;ckte Japanerkinder mit Schwertern um sich und treiben ihr Unwesen auf sogenannten „Kinderkan&#228;len“. An sprechende Megamonster haben wir uns ja auch gew&#246;hnt, also warum dann nicht auch an die stupsnasigen Horrorzwerge aus Fernost?</p>
<p>Und mal ehrlich, Frau Salesch und ihre m&#228;nnlichen Berufskollegen zeigen doch auch nur was drau&#223;en in der b&#246;sen Welt passiert. Sieht man von der teilweise grottenschlechten schauspielerischen Leistung mal ab, sind die besten Teilnehmer der Sendung meist im Publikum zu finden – denn die sind still. Ja, wir leben aber auch in einer Welt die so kriminell ist, sogar so kriminell da&#223; man daraus doch glatt wieder Kapital schlagen kann, na wenn das mal nicht fein ist.</p>
<p>Und die jungen und leichtbekleideten Damen, deren Schulbildung aus den ersten vier Jahren Grundschule bestand, die m&#252;ssen doch auch irgendwie zu Geld kommen, da ist es doch in Ordnung sich mit einer Gesicht wie ein Pfannkuchen halb nackt vor die Kamera zu stellen und jeden Abend 4.500 Mal <em>„Weiter! Ihr habt&#8217;s gleich! Holt euch die geilen Geldpakete! Der N&#228;chste! Und weiter, der N&#228;chste!“</em> zu br&#252;llen bis der Kehlkopf gl&#252;ht.</p>
<p>F&#252;r alle, die damit nichts anfangen k&#246;nnen haben wir aber auch noch einen Leckerbissen: Was tun wenn einen die eigene Frau schon durch deren blo&#223;e Existenz auf den Senkel geht? Klar doch, wir machen mal eben einen Frauentausch. Genial gel&#246;st, so kommt frischer Wind in die Bude und die eigene Mutti kann bei der Gelegenheit mal in die Kamera erz&#228;hlen, da&#223; doch alle anderen Frauen kacke sind und dreckig, nur man selbst ist der direkte Nachkomme von Eva – unschuldig und perfekt!</p>
<p>Doch es bleiben Alternativen. Es gibt ja nicht umsonst Musikkan&#228;le. Da ist alles noch wie es immer war. M&#246;chtegern-Gangster mit Hosen, in die eine ganze Familie passen w&#252;rde humpeln mit dicken Goldketten wie die frischgeborenen &#196;ffchen durchs Bild und stammeln irgendwas von ihrer Stra&#223;e, ihrer Gang und ihrer Sechs in Deutsch. Nat&#252;rlich wird dabei feste untermalt, da&#223; man einer von „ganz unten“ ist. Man verheimlicht dabei aber besser, da&#223; man von dem Geld das die dummen f&#252;r eine CD ausgeben den eigenen Lebensstil so richtig ausbauen kann, man w&#228;re ja sonst auch nicht mehr glaubw&#252;rdig.</p>
<p>Ist es nicht herrlich, so ein Tag vor der Glotze? Man sieht die Realit&#228;t ohne auf die Stra&#223;e zu gehen, das nenne ich doch mal Zukunft! Wenn die Kinder gr&#246;&#223;er werden und die japanischen Rundbirnen nicht mehr sehen wollen, kann man ihnen ja dann auch immer noch Counter Strike kaufen und sie in ihrem Kinderzimmer einschlie&#223;en. P&#252;nktlich zum Amoklauf-Hochschulkurs werden sie da schon wieder rauskommen.</p>
<p>F&#252;r alle die sich hier vielleicht &#252;ber die teilweise bewu&#223;t &#252;berspitzte Formulierung aufregen sei gesagt, schaut euren Kindern auch mal beim Spielen genau zu, schaut sie euch an, nicht nur kurz sondern intensiv. Viele werden sich wundern, wie schnell Kinder Gewohnheiten oder Arten aufnehmen und verinnerlichen, die sie durch Film und Fernsehen und idiotisches Spielzeug vorgesetzt bekommen wie die Maus den Speck. La&#223;t Eure Kinder auch mal Kinder sein und nicht nur geduldeter Gast in der eigenen Wohnung. Gebt ihnen die Gelegenheit sich einzubringen, eigene Ideen und Kreativit&#228;t zu entwickeln, Neugier und Wissensdrang zu erlangen. Ein Experimentierkasten ist vielleicht manchmal besser als die Playstation, klar, doof, nur da&#223; man da ja was mitmachen mu&#223; und die Zwerge nicht einfach mal ein Wochenende davor deponieren kann. </p>
<p>Ich erinnere mich noch gut daran, wie in meiner Kindheit die Medienlandschaft und das Spielzeugland gestrickt waren. Auch damals gab es Videospiele und solche Dinge, aber es waren hinter den Spielen und dem angebotenen Spielzeug noch Ideen, statt nur immer das selbe leidige Thema: <strong>GEWALT!</strong>. Wir sind ja mittlerweile soweit, da&#223; wir Gewalt guthei&#223;en – wenn, ja wenn sie denn von den „Guten“ ausge&#252;bt wird. Krank ist das, einfach nur noch krank! </p>
<p>Packt die Gesellschaftsspiele aus, la&#223;t euch mal darauf ein andere Wege zu erproben, altbew&#228;hrtes wieder auszukramen. Beginnt diese kapitalistische Ausbeutung auf Kosten der Kinder abzulehnen, geht neue Wege, habt mal Mut.</p>
<p>Hier mu&#223; ich nun aufh&#246;ren, ich bin gerade kurz vor dem Altersruhesitz beim <em>„Spiel des Lebens“</em> und – nebenbei leise angemerkt: Ich habe in den letzten eineinhalb Stunden mehr gelacht als in den vergangenen zwei Wochen.<br />
<strong>Ihr seid dran!</strong></p>
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		<title>Das Problem ist: Es gibt gar keins!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2007 14:16:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So oder so &#228;hnlich k&#246;nnte man wohl den Beitrag von Dr. Kai Gniffke im Tagesschau Blog zum Fall des get&#246;teten Mitje bewerten. &#220;ber den Inhalt des gesamten Beitrages l&#228;&#223;t sich mit Sicherheit streiten, wenngleich ich eine Passage hervorheben m&#246;chte, die mir pers&#246;nlich als sehr fragw&#252;rdig erschien. So schrieb Herr Dr. Gniffke zur mangelnden Berichterstattung um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/200703011513002.jpg" title="Das Problem ist: Es gibt gar keins!" class="titelbild" />So oder so &#228;hnlich k&#246;nnte man wohl den Beitrag von Dr. Kai Gniffke im <a href="http://blog.tagesschau.de/?p=330" target="_blank">Tagesschau Blog</a> zum Fall des get&#246;teten Mitje bewerten. &#220;ber den Inhalt des gesamten Beitrages l&#228;&#223;t sich mit Sicherheit streiten, wenngleich ich eine Passage hervorheben m&#246;chte, die mir pers&#246;nlich als sehr fragw&#252;rdig erschien. So schrieb Herr Dr. Gniffke zur mangelnden Berichterstattung um Kindest&#246;tungen in der Tagesschau <span id="more-93"></span>folgendes:</p>
<blockquote><p>Wir bleiben bei unserer Linie: Keine Berichterstattung &#252;ber <strong>einzelne Kriminalf&#228;lle</strong>, wenn sie denn keine gesamtgesellschaftliche Bedeutung haben. Das klingt herzlos, wei&#223; ich. Aber dem Himmel sei dank gehen die T&#246;tungsdelikte mit Kindern seit Jahren zur&#252;ck.</p></blockquote>
<p>Nun d&#252;rfte es mehr als fragw&#252;rdig sein, wof&#252;r Herr Dr. Gniffke drei Kindest&#246;tungen pro Woche denn h&#228;lt? F&#252;r eine Randerscheinung, einen faden Beigeschmack familieninterner Probleme und nicht zu vergessen: Ein R&#252;ckgang der T&#246;tungsdelikte an Kindern?</p>
<p>Mitnichten igelt man sich heute gerne in seiner eigenen, kleinen &#8211; und vor allem heilen &#8211; Welt ein und das soll auch jeder machen, wie es ihm beliebt, wenn er damit besser leben kann. Jedoch sollte man dann tunlichst vermeiden derartige Aussagen in die Welt zu setzen, und dies als Begr&#252;ndung f&#252;r das Desinteresse eines Medienhauses darzulegen. Denn sp&#228;testens dann verkommen Bestrebungen verschiedener Kinderhilfsvereine zu einem Witz und die Arbeit Dritter wird um Jahre zur&#252;ckgeworfen. </p>
<p>Hierbei soll es gewi&#223; nicht um Boulevardisierung gehen, sondern um objektive und l&#252;ckenlose Berichterstattung. Genau so, wie man eben wochenlang &#252;ber den R&#252;cktritt eines Herrn Edmund Stoiber ausgiebig berichtete. Zudem ist in diesen Tagen eine Sensibilisierung des Volkes unerl&#228;&#223;lich, insbesondere in Hinblick darauf, da&#223; man es wohl m&#246;glich h&#228;tte verhindern k&#246;nnen, da&#223; Mitje entf&#252;hrt und get&#246;tet wurde. Mit weiterem darf man bei Medienh&#228;user &#8211; &#228;hnlich obigem &#8211; sowieso nicht rechnen&#8230;</p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; Norddeutscher Rundfunk</span></p>
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