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	<title>Brennpunkt &#187; Kirche</title>
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	<description>Wir stören den guten Ton.</description>
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		<title>Lieber unter sich: Das Erzbistum Bamberg</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 22:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Justiz]]></category>
		<category><![CDATA[Bamberg]]></category>
		<category><![CDATA[Bistum]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
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		<description><![CDATA[Schwer wiegen die Vorw&#252;rfe gegen den einstigen Domkapitular Otto M.. So soll er zwischen 1976 und 1991 als Schulleiter des mittlerweile geschlossenen Bamberger Knabenseminars Ottonianum mehrere Jungen sexuell mi&#223;braucht haben. Anders als bei &#228;hnlich gelagerten F&#228;llen in kirchlichen Einrichtungen zog es das Erzbistum Bamberg in diesem Fall jedoch vor, eine Kl&#228;rung durch ein anberaumtes Treffen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2008/08/200808062341001.jpg" title="Lieber unter sich: Das Erzbistum Bamberg" style="margin:3px 7px 0 0;padding:2px;float:left; border:1px solid #ccc;" />Schwer wiegen die Vorw&#252;rfe gegen den einstigen Domkapitular Otto M.. So soll er zwischen 1976 und 1991 als Schulleiter des mittlerweile geschlossenen Bamberger Knabenseminars <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ottonianum_(Bamberg)" target="_blank">Ottonianum</a> mehrere Jungen sexuell mi&#223;braucht haben. Anders als bei &#228;hnlich gelagerten F&#228;llen in kirchlichen Einrichtungen zog es das Erzbistum Bamberg in diesem Fall jedoch vor, eine Kl&#228;rung durch ein anberaumtes Treffen innerhalb des Bistums zu erwirken und auf eine Weitergabe an die zust&#228;ndigen Ermittlungsbeh&#246;rden vorerst zu verzichten.<span id="more-380"></span></p>
<p>So stellte das Erzbistum in einer am 4. August dieses Jahres ver&#246;ffentlichten <a href="http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/information/nachrichten.html?f_action=show&#038;f_newsitem_id=52357" target="_blank">Mitteilung</a> fest, da&#223; im Herbst vergangenen Jahres tats&#228;chlich ein Treffen stattgefunden hat. Entgegen der Meldung des <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/erzbistum-bamberg-missbrauchsopfer-sollte-schweigen_aid_322070.html" target="_blank">Focus-Magazins</a> (32/2008, S. 12) jedoch nach Absprache und dem Einverst&#228;ndnis aller Beteiligten. Und so f&#252;hrten die Anwesenheitsliste dieses Treffens neben dem Betroffenen, der die Anschuldigungen erhob und dem beschuldigten Pfarrer, auch ein hauseigener Jurist sowie ein bisch&#246;flicher Beauftragter an. </p>
<p>Dank des Umstands, da&#223; sich derartige F&#228;lle in der Kirche zu mehren scheinen, befa&#223;te sich zwischen dem 23. und 26. September 2002 auch die Vollversammlung der Bisch&#246;fe mit derartigen F&#228;llen und verabschiedete die <em>&#8220;Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Mi&#223;brauch Minderj&#228;hriger durch Geistliche&#8221;</em>, welche sich Dank des Fortschritts auch im weltweiten Datennetz <a href="http://www.dbk.de/aktuell/meldungen/2996/index.html" target="_blank">dokumentiert</a> wiederfinden. </p>
<p>Im vorliegenden Fall beabsichtigte das Erzbistum diese Leitlinien anzuwenden. Zwar h&#228;tten diese Richtlinien auch hier dazu f&#252;hren m&#252;ssen, da&#223; der Fall an die staatlichen Ermittlungsbeh&#246;rden weitergeben wird. Dazu kam es jedoch nicht: Ein herbeigerufener kircheninterner Jurist kam zu der Einsch&#228;tzung die Anschuldigungen seien &#8220;nicht mehr justizabel&#8221;. Und so erkl&#228;rt das Bistum in seiner Mitteilung weiter:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Erzbistum Bamberg wird alles in seiner Macht stehende tun, um zur Aufkl&#228;rung der Vorw&#252;rfe beizutragen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gut, da&#223; es dazu nicht mehr kommen wird &#8211; zumindest im vom Bistum gew&#252;nschten Umfang. Denn mittlerweile hat sich auch die &#246;rtliche Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die nach eigenen Angaben aus der Zeitung von diesem Fall erfuhr. Der leitende Oberstaatsanwalt, Joseph D&#252;sel, wiegelt jedoch ab: Eine Anzeigenpflicht f&#252;r derartige Straftaten gibt es nicht. Das vermag auch keiner anzuzweifeln. Gleichwohl h&#228;tte keiner gewollt, da&#223; sich das Focus-Magazin noch als Wahrsager behauptet und es tats&#228;chlich zur Vertuschung gekommen w&#228;re. </p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
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		<title>Wenn Pfaffen die Gesundheit kontrollieren</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2007 23:11:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ärzte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Marburger Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das deutsche Gesundheitssystem ist bekanntlich nicht mehr das, was es einst mal gewesen ist. An allen Ecken und Enden wird gespart, rationalisiert und gestrichen was das Zeug h&#228;lt. Das d&#252;rfte mittlerweile jeder schon einmal in irgend einer Weise beim Arztgang oder vor allem w&#228;hrend eines Krankenhausaufenthaltes am eigenen Leibe zu sp&#252;ren bekommen haben. Der Marburger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/11/200711212309001.jpg" title="Wenn Pfaffen die Gesundheit kontrollieren" class="titelbild" />Das deutsche Gesundheitssystem ist bekanntlich nicht mehr das, was es einst mal gewesen ist. An allen Ecken und Enden wird gespart, rationalisiert und gestrichen was das Zeug h&#228;lt. Das d&#252;rfte mittlerweile jeder schon einmal in irgend einer Weise beim Arztgang oder vor allem w&#228;hrend eines Krankenhausaufenthaltes am eigenen Leibe zu sp&#252;ren bekommen haben.<span id="more-336"></span></p>
<p>Der Marburger Bund schockt nun allerdings mit Informationen, die eine ganz spezielle Riege in der Krankenhauslandschaft betrifft &#8211; die kirchlichen Kliniken. Die Nachricht &#252;ber „skandal&#246;se Zust&#228;nde“ in den kirchlichen Genesungsst&#228;tten d&#252;rfte letzte Woche den verantwortlichen Personen die in der reichsten, legalen Sekte organisiert sind, derbe in der Magengrube gelegen haben. </p>
<p>In Deutschland gibt es derzeit 720 Kliniken, die als kirchlich gelistet werden. Der <a href="http://www.marburger-bund.de/" target="_blank">Marburger Bund</a> (MB) hat nun die &#220;berzeugung, da&#223; es nach Auswertung einer Umfrage der Besch&#228;ftigten in diesen Kliniken, nicht ausgeschlossen werden k&#246;nne, da&#223; eine Gef&#228;hrdung der Patienten in Betracht zu ziehen sei.</p>
<p>Grund hierf&#252;r seien unter anderen Schichtzeiten, die gef&#228;hrlich lange aneinander gereiht werden und die es dem Betroffenen kaum noch erm&#246;glichen die Hundert Prozent notwendige Leistung f&#252;r seine Arbeit zu erbringen. Im Vergleich zu anderen Kliniken gebe es in den kirchlichen Einrichtungen laut dem MB auch eine wesentlich schlechtere Bezahlung.</p>
<p>Der ehemalige MB-Chef, Frank Ulrich Montgomery, brachte diese Zust&#228;nde treffend auf den Punkt: </p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist die Spitze der Bigotterie, wenn Kirchen einerseits stets das christliche Menschenbild von N&#228;chstenliebe und Barmherzigkeit predigen, andererseits ihre &#228;rztlichen Mitarbeiter gnadenlos ausbeuten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die katholische und evangelische Kirchen wehrten sich gegen diese &#196;u&#223;erungen und bezichtigten Montgomery der <em>„Schaumschl&#228;gerei“</em>. Man w&#228;gt sich seitens der heiligen Eminenz in Sicherheit, gilt an kirchlichen Kliniken immerhin ja ein Streikverbot. Derzeit w&#252;rde sich da so mancher Arzt w&#252;nschen, lieber als Lokf&#252;hrer zu arbeiten.</p>
<p>Auch der Einzug von Leiharbeitern hat vor den Krankenh&#228;usern nicht Halt gemacht, was dazu f&#252;hrt, da&#223; sich Arbeitnehmer mit festen Vertr&#228;gen zunehmend ausgebeutet f&#252;hlen und den Respekt f&#252;r ihre Arbeit nahezu g&#228;nzlich vermissen, sind doch auch sie hier nur noch eine Nummer, ganz gleich ob Herzspezialist oder Krankenpfleger.</p>
<p>Montgomery und sein Nachfolger Rudolf Henke machten in einem offen Brief an Kardinal Lehmann (Vorsitzender der Bischofskonferenz) und  Wolfgang Huber (Vorsitzender des Rats der evangelischen Kirche) Luft. Wer hier jedoch am l&#228;ngeren Hebel sitzt d&#252;rfte au&#223;er Frage stehen. Bliebe als Patient lediglich noch die M&#246;glichkeit solche Kliniken, soweit dies m&#246;glich ist, zu boykottieren.</p>
<p>Aber die Kirche hat ja noch gerne etwas des eigenen Reichtums abgegeben, wozu auch, immerhin m&#252;ssen Kirchen und Altare ja vor Gold und Prunk geradezu strotzen. Nein, Halt, nat&#252;rlich gibt die Kirche auch gerne Gelder wieder her, in Form von Spenden an das von uns allen so geliebte Ausland. Doch mehr Geld in Afrika hilft mir auch nicht weiter, wenn ein &#252;berm&#252;deter Arzt im Operationssaal Mist baut und ich als Patient darunter leiden mu&#223;. Wer hier die Verantwortung mit Weihrauch umnebelt, mu&#223; ja nun nicht mehr gesagt werden.</p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
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		<title>Der n&#228;chste Kandidat</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Oct 2007 18:28:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[katholisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Pädophil]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur durch puren Zufall wurden Nacktfotos von minderj&#228;hrigen M&#228;dchen im Wohnhaus eines 57-j&#228;hrigen katholischen Pfarrers aus Hamm entdeckt. Ein 40-j&#228;hriger Einbrecher hatte diese Fotos nach dem Diebstahl gesichtet und strebte an, den Pfarrer damit zu erpressen. Anstatt jedoch auf die Erpressung einzugehen und die Geldforderung zu zahlen, zeigte sich der Pfarrer selbst bei der Polizei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/10/200710222023001.jpg" title="Der n&#228;chste Kandidat" class="titelbild" />Nur durch puren Zufall wurden Nacktfotos von minderj&#228;hrigen M&#228;dchen im Wohnhaus eines 57-j&#228;hrigen katholischen Pfarrers aus Hamm entdeckt. Ein 40-j&#228;hriger Einbrecher hatte diese Fotos nach dem Diebstahl gesichtet und strebte an, den Pfarrer damit zu erpressen. Anstatt jedoch auf die Erpressung einzugehen und die Geldforderung zu zahlen, zeigte sich der Pfarrer selbst bei der Polizei an und half gleichwohl bei den Ermittlungen, die zur Ergreifung des Einbrechers bzw. Erpressers f&#252;hrten. <span id="more-299"></span></p>
<p>Mittlerweile sitzt der Langfinger in Untersuchungshaft. Anders verh&#228;lt es sich beim Pfarrer. Wie ein Sprecher des <a href="http://www.erzbistum-paderborn.de/" target="_blank">Bistums Paderborn</a> mitteilte, quittierte dieser zwar den Dienst, jedoch nur zum eigenen Schutze. Strafrechtliche Konsequenzen haben der Pfarrer gleichwohl nicht zu bef&#252;rchten. Schlie&#223;lich handele es sich bei den vorgefundenen Fotos nicht um pornografische Aufnahmen, sondern &#8220;lediglich&#8221; um reine Nacktposen der Minderj&#228;hrigen, was in der Bundesrepublik nicht unter Strafe steht. Nach Angaben der Oberstaatsanw&#228;ltin Ina Holznagel werde dennoch wegen Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt. </p>
<p>Worauf derartige Ermittlungen hinauslaufen ist hinreichend bekannt. Dabei scheint es nahezu so, als entwickeln sich Kirchen zu einem Sammelsurium von P&#228;dophilen. Bereits vor einem Monat <a href="http://brennpunkt.tonstoerung.net/20070924/so-werden-opfer-verhoehnt/" target="_blank">berichteten</a> wir &#252;ber die p&#228;dophile Vergangenheit eines 38-j&#228;hrigen Priesters aus der Gemeinde Riekofen. Nun reiht sich der n&#228;chste Kandidat mit einer abartigen Affinit&#228;t zu minderj&#228;hrigen M&#228;dchen ein. Mitglieder der Gemeinde betrauerten gar den Abgang des einstigen Pfarrers. Na, wenn bei denen mal kein Schr&#228;ubchen locker ist&#8230; </p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
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		<title>So werden Opfer verh&#246;hnt</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Sep 2007 19:13:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Freitagabend flimmerte eine sehr geschmacklose Neuigkeit &#252;ber den TV-Schirm: &#8220;Bischof rechtfertigt Entsendung von p&#228;dophilem Priester&#8221;. Gemeint war die Entsendung eines 39-j&#228;hrigen Priesters im Bistum Regensburg (Gemeinde &#8220;Riekofen&#8221;), der bereits im Jahr 2000 durch einen Strafbefehl wegen Mi&#223;brauchs von zwei Br&#252;dern eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bew&#228;hrung erhielt. Damals war der P&#228;dophile Kaplan in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/09/200709222302001.jpg" title="200709222302001.jpg" class="titelbild" />Am Freitagabend flimmerte eine sehr geschmacklose Neuigkeit &#252;ber den TV-Schirm: <em>&#8220;Bischof rechtfertigt Entsendung von p&#228;dophilem Priester&#8221;</em>. Gemeint war die Entsendung eines 39-j&#228;hrigen Priesters im Bistum Regensburg (Gemeinde &#8220;Riekofen&#8221;), der bereits im Jahr 2000 durch einen Strafbefehl wegen Mi&#223;brauchs von zwei Br&#252;dern eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bew&#228;hrung erhielt. Damals war der P&#228;dophile Kaplan in Viechtach/Niederbayern.<span id="more-250"></span></p>
<p>J&#252;ngsten Ermittlungen zufolge soll der Pfarrer nun im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 erneut einen Jungen sexuell mi&#223;braucht haben. Aufgrund dieser Ermittlungsergebnisse wurde der Pfarrer nun verhaftet und verbringt seinen derzeitigen Tagesablauf in Untersuchungshaft. Bescheid wu&#223;te unter anderem der Amtsleiter des Bistums, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ludwig_M%C3%BCller" target="_blank">Bischof Gerhard Ludwig M&#252;ller</a>, der jetzt mit allen Mitteln versucht den eigenen Kopf aus der schon eng anliegenden Schlinge zu ziehen. M&#252;ller &#228;u&#223;erte sich in einer Stellungnahme wie folgt: <em>&#8220;Ich bin nicht verantwortlich f&#252;r alles das, was unsere Geistlichen und Mitarbeiter tun.&#8221;</em> Weiterhin verwies der Geistliche &#8211; und das liest sich f&#252;r mich wie ein Schlag ins Gesicht &#8211; auf Jesus, der ja bekanntlich auch dem gr&#246;&#223;ten S&#252;nder verziehen habe. </p>
<p>Alleine diese &#196;u&#223;erung zeugt doch davon, wie verkappt solche Menschen in deren &#196;mtern sind. Ganz offenbar ist die Kirche heute noch kein Deut weiter als vor Hunderten von Jahren. Die Opfer scheinen hier gleichg&#252;ltig zu erscheinen und um so wichtiger scheint aber das Ansehen des Bistums und der Geistlichen, die darin arbeiten. Bekannt wurde das Vergehen des 39-j&#228;hrigen im Juli, woraufhin das Bistum Regensburg mit dem Verweis auf ein siebenseitiges Fachgutachten, das dem Priester keine p&#228;dophile Neigung zuordnete, reagierte. Hiermit war die Tatsache, da&#223; es sich um einen vorbestraften Sexualstraft&#228;ter handelte, offenbar schriftlich nicht mehr existent. </p>
<p>Fraglich bleibt auch warum Bischof M&#252;ller nicht nach der Vorgabe der deutschen Bischofskonferenz handelte, nach der ein vorbestrafter Geistlicher, der sich insbesondere wenn er Sexualstraftaten begangen habe, nicht mehr eingesetzt werden d&#252;rfte. In dem kleinen Ort <a href="http://www.riekofen.de/" target="_blank">Riekofen</a>, in dem der Pfarrer seinen Trieben fr&#246;nte, sollen laut Medienberichten nun die meisten der Kinder und Jugendlichen durch die Staatsanwaltschaft befragt werden.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn Jesus auch den schlimmsten S&#252;ndern verziehen hat, wie konnte man dem Pfarrer da eine zweite Chance versagen&#8221; &#8211; Bischof Gerhard Ludwig M&#252;ller</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Wenn P&#228;dophilie in der Kirche bei jedem bekanntgewordenen Fall zum Novum gemacht wird, so ist der Untergang der Gl&#228;ubigkeit bereits geschrieben.&#8221; &#8211; Markus, Brennpunkt</p></blockquote>
<p>Es ist unverantwortlich seitens des Bistums Regensburg, da&#223; man einen P&#228;dophilen wieder in ein kirchliches Amt gelassen hat, da kann man nichts mehr daran besch&#246;nigen. Auch vor der Kirche machen die weltlichen Gesetze gottlob nicht halt. Bedauernswert ist nur, da&#223; sich diese &#8220;Neuigkeit&#8221; offenbar noch nicht bis Regensburg herumgesprochen hat.</p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; SXC</span></p>
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		<title>Der Herr wird&#8217;s schon richten</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 20:57:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin katholisch erzogen. Nun ja, man sollte vielmehr sagen, man hat versucht mich in einem &#8220;christlichen Glauben&#8221; zu erziehen. Ich ging als Kind brav jeden Sonnabend mit Oma und Opa in die Kirche. War schon so was wie ein St&#252;ck Tradition, wobei ich ja auch keine Wahl hatte. Sp&#228;ter ging es dann zur Kommunion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/07/200707232256001.jpg" title="Der Herr wird’s schon richten" class="titelbild" />Ich bin katholisch erzogen. Nun ja, man sollte vielmehr sagen, man hat versucht mich in einem &#8220;christlichen Glauben&#8221; zu erziehen. Ich ging als Kind brav jeden Sonnabend mit Oma und Opa in die Kirche. War schon so was wie ein St&#252;ck Tradition, wobei ich ja auch keine Wahl hatte. Sp&#228;ter ging es dann zur Kommunion und danach wieder zur Firmung. Soweit waren dann auch alle kirchlich-christlichen Pflichthandlungen abgeschlossen. So im Alter von ungef&#228;hr vierzehn Jahren begann ich jedoch die Dinge zu hinterfragen. <span id="more-213"></span></p>
<p>Die Pubert&#228;t hatte sich daher ja geradezu angeboten das auch gleich mal mit zu machen. Meine Erkenntnis, religionsm&#252;ndig zu sein, stellte ich alsbald auch auf die Probe, in dem ich der Familie stolz verk&#252;ndete, da&#223; ich keine Lust mehr habe, in die Kirche zu gehen, da ich mit dem Gerede dort einfach nichts anfangen kann. Ich merkte schnell, da&#223; es keine gute Idee war dies verk&#252;nden, denn der Druck seitens der Familie war zu gro&#223;. Also ging es weithin &#8220;brav&#8221; zur Kirche. Mit dem Alter von sechzehn war das aber dann endg&#252;ltig vorbei und ich konnte mich von dieser eigenartigen &#8220;Tradition&#8221; endlich l&#246;sen.</p>
<p>Soweit die Vergangenheit. Kehren wir in die Gegenwart zur&#252;ck. Am vergangenen Sonnabend war ich wieder einmal in der Kirche, da ein Gedenkgottesdienst f&#252;r ein Familienmitglied gehalten wurde. Einer der wenigen Tage, wo ich mir sage, da&#223; es au&#223;er Frage steht, mit meiner Anwesenheit den Verstorbenen zu ehren, wohl angemerkt, da&#223; es nicht um die kirchliche Gestaltung geht, sondern um das Gesamte.</p>
<p>Ich bem&#252;hte mich, der Predigt und den Erz&#228;hlungen des Pfarrers zu folgen. Was folgte war eine stetig ansteigende Wut &#252;ber das Gerede des Geistlichen. Da steht er oben auf seinem Posten wie der allm&#228;chtige Vater in Person, gekleidet in einem Gewand mit gr&#252;nen und goldenen Ornamenten und schart um sich herum Ministranten, die mit ihren gr&#252;n-wei&#223;en Gew&#228;ndern aussahen, wie eine Jugendoffensive der Polizei, die sich in die Kirche eingeschlichen hat. Mein Blick schweifte durch die Kirche, &#252;ber den Altar, die vielen Kerzenst&#228;nder und all diese Dinge. Wohin man sah, erkannte man Gold, Gold und nochmals Gold. Prunk und Protz blitzten von &#252;berall her. Die Kirche versteckt die Gier und das Bestehen auf Wohlstand und Reichtum nicht, das wurde mir einmal mehr klar.</p>
<p>Der Pfarrer redete vom &#8220;ewigen Frieden&#8221; und der &#8220;Auferstehung&#8221; unserer Verstorbenen. Er erz&#228;hlte mit geschwollener Stimme, wie wichtig der Herr dort oben denn sei, und da&#223; er uns leite wenn wir nur an ihn glauben.</p>
<p>So, so, die Auferstehung also! Wo zum Henker sind denn unsere verstorbenen M&#252;tter und V&#228;ter, die bestatteten Br&#252;der und Schwestern, Gro&#223;v&#228;ter und Gro&#223;m&#252;tter? Sie liegen zwei Meter und der Erde in einer Holzkiste begraben. Niemals wird auch nur ein Teil zu uns zur&#252;ckkehren. Kein Herr aus dem Himmel wird die Schmerzen, die dadurch verursacht werden, nehmen oder mildern. Jeder Besuch auf dem Friedhof gleicht einer Qual, stets den Gedanken mit sich, da&#223; ja alles anders und leichter w&#228;re, w&#252;rde ich an Gott glauben. W&#228;re es das? Mitnichten, ich habe selbst genug Angeh&#246;rige zu Grabe getragen und erlebt wie es ist, wenn geliebte Menschen einem in den Armen wegsterben. Danach kam dann immer wieder das Ges&#252;lze von Erl&#246;sung und Heimkehr. Heimkehr wohin? In den Himmel? Drauf gepfiffen, es mildert den Schmerz nicht, aber dennoch lockt es die Menschen wie irrlaufende Kinder in die Hallen der Kirche. </p>
<p>Die Kirche propagiert seit Jahrzehnten immer wieder dasselbe. Die Scharen der Menschheit finden Erl&#246;sung und Halt in dem Glauben an Jesus und Gott. Eine Ketzerei wer dies in Frage stellt. Dennoch mu&#223; es hinterfragt werden. Was steckt hinter dem Gebilde &#8220;Kirche&#8221;? Ich bezeichne sie immer wieder gerne als teuerste, legale Sekte der Welt. </p>
<p>Der Glaube an Dinge mag in vielerlei Hinsicht Menschen durch schwere Zeiten helfen, Menschen tr&#246;sten, aber dies ist kein Glaube, es ist Augenwischerei der modernsten Sorte. Ich mu&#223; jedem vergeben, ich mu&#223; meine S&#252;nden anerkennen. Mu&#223; ich das? Wozu? Lasse ich mir ein Gewissen aufdiktieren, welches auf Wundern und einem alten Buch mit zweifelhaften Geschichten beruht? Lasse ich mir meine Welt erschaffen, die mir vorgibt, wie ich wann zu handeln habe? Kann ich nicht selbst bestimmen, wann ich S&#252;hne und Reue zeigen und f&#252;hlen will? </p>
<p>Der Pfarrer lehrte mir, da&#223; ein Tod auch Erl&#246;sung bedeute und der Mensch ja nicht &#8220;weg&#8221; sei, da er ja im ewigen Reich weiterlebe. Der Herr hat seine Gr&#252;nde, warum er manche Menschen fr&#252;her und manche sp&#228;ter zu sich ruft. Er alleine hat wohl das Recht und die Macht zu bestimmen, wann unser aller Zeitpunkt gekommen ist. Der Herr hat soviel Macht, er schickt seine J&#252;nger in die Welt, um uns zu bekehren, zu bekehren zum echten und gerechten Glauben.</p>
<p>Die Kirche hat wesentlich mehr Macht und Einflu&#223; auf Dinge und das Geschehen der Gesellschaft, als viele wahr haben wollen. Dennoch sind die Kirchenhallen leer. Der &#8220;U-Boot-Christ&#8221; taucht zu Ostern, zu Pfingsten oder zur Weihnachtszeit fein gestriegelt auf, warum wei&#223; kaum einer genau. Ist es, weil &#8220;man&#8221; das halt mal so macht und weil es sich &#8220;geh&#246;rt&#8221;? Was passiert denn an solchen Tagen? Ein erzogenes und schlechtes Gewissen wird zu Tage bef&#246;rdert. Nicht selten, da&#223; an solchen Tagen auch die Geldb&#246;rse locker sitzt, als huldigt man einer Institution mit Geld, reichlich Geld. Freilich wird eben jenes Geld nicht gerade prim&#228;r innerhalb des Landes angebracht, vielmehr flie&#223;t es sehr oft in Dritte Welt L&#228;ndern.</p>
<p>Der Kindergarten, die Schule und andere Einrichtungen, die unsere Kinder von klein auf begleiten, sind wieder und wieder auf die Kirche ausgelegt und die Kinder haben kaum eine Wahl, sich davon zu l&#246;sen, geschweige denn Entscheidungen zu treffen, ohne in gesellschaftlichem Ansehen zu verlieren. Man stelle sich vor, ein Kind in einem katholischen Kindergarten ist nicht in der Kirche. Wenn das Kind &#252;berhaupt aufgenommen wird, wird es von Grund auf mit Argus Augen beobachtet. Das ist beileibe keine Vermutung sondern beruht vielmehr auf eigenen Erfahrungen. Der Gipfel lag damals darin, da&#223; Fehlverhalten und famili&#228;re Probleme der vierk&#246;pfigen Familie in dem Fehlen des christlichen Glaubens er&#246;rtert wurden. Ein Wahnsinn der offenbar keine Grenzen kennt.</p>
<p>Nun denn, vielleicht gibt es das ewige Reich dort oben tats&#228;chlich und vielleicht gibt es einen Gott, der dort wacht, so wie er in der Bibel, in der Kirche und von zahlreichen Geistlichen gelehrt und gepriesen wird. Doch wenn es so sei, dann werde ich ihn eines Tages treffen und hier unten wird man es erkennen, denn es wird der Tag sein, an dem sich der gesamte Himmel rot f&#228;rben wird. Amen!</p>
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		<title>&#8220;Guten Tag, die Welt ist am Ende&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jul 2007 17:32:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Hallo, unsere Namen sind Brinkm*** und We***, wir m&#246;chten uns gerne mit ihnen dar&#252;ber unterhalten, ob Gott der Sch&#246;pfer denn diese Welt wirklich so gewollt hat, wie sie nun geworden ist&#8221;, schallte es aus der T&#252;rsprechanlage heute gegen f&#252;nfzehn Uhr. Hmmm, nun, da ich vorgestern auf einer Rolle gelber S&#228;cke auf der Treppe ausgerutscht war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/07/200707101928001.jpg" title="“Guten Tag, die Welt ist am Ende”" class="titelbild" /><em>&#8220;Hallo, unsere Namen sind Brinkm*** und We***, wir m&#246;chten uns gerne mit ihnen dar&#252;ber unterhalten, ob Gott der Sch&#246;pfer denn diese Welt wirklich so gewollt hat, wie sie nun geworden ist&#8221;</em>, schallte es aus der T&#252;rsprechanlage heute gegen f&#252;nfzehn Uhr. Hmmm, nun, da ich vorgestern auf einer Rolle gelber S&#228;cke auf der Treppe ausgerutscht war und nun diese Woche zu Hause mit Salbenverb&#228;nden auf dem Sofa verbringen mu&#223;, war ich sowieso von Langeweile gepr&#228;gt. Also was soll&#8217;s? Die Schachtel Zigaretten eingepackt, ein Feuerzeug und hab dann fr&#246;hlich zur&#252;ckgetr&#228;llert: <em>&#8220;Aber gerne meine Damen, ich eile zu ihnen!&#8221;</em> <span id="more-212"></span></p>
<p>Ein leichtes Schmunzeln kam schon &#252;ber mich, als ich mich auf den Weg machte und nebenbei noch ein paar Aprikosen aus dem K&#252;hlschrank einsteckte. Wenn das Lachen nur nicht so verdammt weh tun w&#252;rde…</p>
<p>Als ich die T&#252;re &#246;ffnete, wurde ich im ersten Moment ein wenig entt&#228;uscht. Mutter Natur hatte wohl doch mehr als nur einen schlechten Tag, aber gut, man kann sich ja seinen K&#246;rper nicht aussuchen. Frau Brinkm*** war beim Anblick eines nackten M&#228;nneroberk&#246;rpers wohl ein wenig &#252;berfordert, da ihr als sie mich ansah ein quietschendes <em>&#8220;Waaaah!&#8221;</em> entfuhr. <em>&#8220;Alles in Ordnung mit ihnen?&#8221;</em> war meine zugegeben recht scheinheilige Frage, worauf sie mir zu verstehen gab, es sei doch sehr frisch und ich sollte mir etwas &#252;berziehen, damit ich nicht krank werde. <em>&#8220;Waaaaaaaaaaaaas? Ich soll mir etwas &#8220;&#252;berziehen&#8221;? Also erst was von Gott erz&#228;hlen und dann doch pimpern wollen&#8221;</em>, scho&#223; es mir durch den Kopf, aber dieser Gedanke war zu abstrus, also konnte sie nur meinen ich sollte ein Hemd anziehen. Naja, ich wollte die beiden nicht verjagen also bin ich eben wieder rein und zog mir was &#8220;&#252;ber&#8221;, w&#228;hrend ich zuvor Frau We*** meine Aprikosen in die Hand dr&#252;ckte.</p>
<p>Frisch bekleidet stand ich dann vor den beiden Damen, die mir bisher noch nicht erz&#228;hlten von welcher Sekte sie eigentlich geschickt wurden, war mir aber auch egal, der Spa&#223; z&#228;hlt ja bekanntlich. Frau We*** fragte mich ob ich denn die Aprikosen wieder haben m&#246;chte, woraufhin ich ihr erkl&#228;rte, da&#223; das nicht gehe, da meine Religion es mir verbietet, Lebensmittel, die ich anderen gegeben habe, wieder an mich zu nehmen. <em>&#8220;Sehr interessant&#8221;</em>, murmelte sie w&#228;hrend sie das Obst in die graue Handtasche stopfte. Im Allgemeinen waren die beiden nicht unbedingt Trendsetter, was die Klamottenwahl angeht, h&#228;tten aber auf den ersten Blick ebenso gut irgendwelche militanten Weiber aus einer Frauengruppe sein k&#246;nnen.</p>
<p>Also, zur&#252;ck zum Thema. <em>&#8220;Ich glaube Gott wollte diese Welt sicherlich nicht so wie sie nun ist. Ich pers&#246;nlich vertrete die Meinung, da&#223; Gott selbst ein Sklave seiner verworrenen Phantasien gewesen sein mu&#223;. Sehr wahrscheinlich war er in einer Paranoia gefangen, die durch seine schizophrenen Zweige und den Anblick des total mi&#223;gl&#252;ckten Gebildes &#8220;Mensch&#8221; erst richtig zum Ausbruch kam. Daher sehen sie bereits wie eindeutig diese Welt gar nicht gewollt sein kann.&#8221;</em> Das war wohl dann doch zu viel in zu kurzer Zeit f&#252;r beide. Daher kam auch prompt die aussagebezogene Frage: <em>&#8220;Kennen sie denn eigentlich die Bibel?&#8221;</em></p>
<p>Nun, das sollte entweder eine erb&#228;rmliche Anmache sein oder eine Fangfrage. Ich entschied mich f&#252;r letzteres und entgegnetet: <em>&#8220;Bibel? Nat&#252;rlich werde ich das Werk meines Urgro&#223;vaters kennen. Sie scheinen sich im &#220;brigen nicht ganz im Klaren zu sein, da&#223; eigentlich <strong>sie</strong> die Unwissenden sind, und nicht ich, der ihnen hier in Gestalt eines Menschen zu gegen sein scheint.&#8221;</em> &#8211; <em>&#8220;Wollen sie uns eigentlich verarschen?&#8221;</em> war die logische Schlu&#223;folgerung der Aprikosenfrau. Hmm, eigentlich lag mir so was ja fern, aber andererseits war es auch eine gute Idee, nicht wahr? Also weiter im Text: <em>&#8220;Nein, ich bin einfach von meiner Religion und der Anschauung meiner Welt &#252;berzeugt.&#8221;</em> Frau Brinkm*** zog nerv&#246;s eine Zigarette aus der Tasche und z&#252;ndete sie sich an. </p>
<p>Die Lage schien eigentlich schon fast wieder langweilig zu werden, als ich aus dem Augenwinkel auf der anderen Stra&#223;enseite unseren Stadtpolizisten erkennen konnte und mir da dann noch die Rettung der Situation einfiel. Daher unterbrach ich den Versuch mir zu erkl&#228;ren, da&#223; Gott der wahre Sch&#246;pfer und auch ich ein Lamm seiner Gunst sei, mit einem etwas lauteren Ausruf: <em>&#8220;NEIN! ICH BEF&#220;RWORTE DEN HEILIGEN KRIEG NICHT UND ICH FINDE AUCH NICHT DASS MENSCHLICHE OPFER DER WILLE GOTTES SIND.&#8221;</em> </p>
<p>Wer eins und eins zusammenz&#228;hlen kann, wei&#223; ja in etwa was nun kam. Vier total &#252;berforderte Augen blickten gen meine Richtung und ich mu&#223;te mir das Grinsen stark verkneifen, als der Polizist zu meiner Haust&#252;re kam. Was nun folgte war meines Erachtens Filmreif. Zun&#228;chst wollte der Herr in gr&#252;n wissen, ob denn alles in Ordnung sei, was die beiden Damen bejahten, ich aber verneinte. Ich erkl&#228;rte ihm kurz, da&#223; ich von den beiden &#252;ber Sinn und Nutzen des heiligen Krieges auf deutschem Boden aufgekl&#228;rt worden sei, was mich zunehmend jedoch ver&#228;ngstigte. Der Polizist (man sollte erw&#228;hnen, da&#223; er nicht gerade der allerhellste ist) fragte daher gleich einmal nach den Personalien der beiden Damen und wollte wohl zeigen, da&#223; man auch in einer solch kleinen Stadt zum Vollstreckungshelden avancieren kann. Also entschuldigte er sich bei mir f&#252;r die Unannehmlichkeiten, die mir durch den Damenbesuch entstanden sind und nahm die beiden mit zu seinem Wagen. </p>
<p>Mir blieb nur noch die Tatsache, da&#223; Lachen sehr, sehr schmerzen kann, wenn man verletzt ist und da&#223; die Zeit und die Aprikosen ein wohlwollendes Opfer gegen Langeweile sein k&#246;nnen. Ich freue mich jedenfalls immer wieder auf unangemeldeten Besuch.</p>
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		<title>Wunder gibt es immer wieder</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Mar 2007 12:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Die wohl teuerste, legale Sekte der Neuzeit macht wieder einmal Schlagzeilen seit einigen Tagen. Genau, es geht um die katholische Kirche. Wie ja jeder wei&#223; sind wir, also wir Deutschen, nach Aussage einer gro&#223;en deutschen Boulevardzeitung seit geraumer Zeit „Papst“. Nun, ich selbst habe nicht wirklich was davon, ich kann weder Wasser zu Wein machen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://brennpunkt.tonstoerung.net/docs/2007/03/200703311412001.jpg" title="Wunder gibt es immer wieder" class="titelbild" />Die wohl teuerste, legale Sekte der Neuzeit macht wieder einmal Schlagzeilen seit einigen Tagen. Genau, es geht um die katholische Kirche. Wie ja jeder wei&#223; sind wir, also wir Deutschen, nach Aussage einer gro&#223;en deutschen Boulevardzeitung seit geraumer Zeit „Papst“. Nun, ich selbst habe nicht wirklich was davon, ich kann weder Wasser zu Wein machen, noch schaffe ich es seitdem trockenen Fu&#223;es &#252;ber irgendwelche Fl&#252;sse zu wandern. Dennoch, Papst Benedikt leitete schon kurz nach Amtsantritt das Verfahren der Seligsprechung f&#252;r den verstorbenen Papst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Paul_II" target="_blank">Johannes Paul II.</a> ein. Um dieses Prozedere &#252;berhaupt in die Wege zu leiten, bedarf es eines anerkannten „Wunders“ durch den Verstorbenen. Als m&#252;ndiger Erdenb&#252;rger sollte man nun meinen, Wunder seien etwas aus B&#252;chern, M&#228;rchen, der Bibel oder dem deutschen Bundestag. Weit gefehlt!<span id="more-160"></span> </p>
<p>Der Vatikan gab nun bekannt, da&#223; es in der Tat ein von Papst Johannes Paul II. vollbrachtes Wunder g&#228;be. Zugetragen habe sich dies im Jahre 2005, kurz nach dem Tod des Papstes. Eine Ordensschwester litt zu dieser Zeit an der Parkinson-Krankheit. Die Mitschwestern der Kranken beteten um F&#252;rsprache zu dem verstorbenen Papst. Kurz darauf, so die Schilderung, habe die kranke Frau dann „gro&#223;en Frieden und Freude“ gef&#252;hlt und habe daraufhin ihre Parkinsonmedikamente abgesetzt. Von da an sei sie auch v&#246;llig schmerzfrei gewesen. Der behandelnde Arzt der Frau best&#228;tigte dann, da&#223; alle Symptome der Krankheit und die Krankheit selbst, vollkommen verschwunden waren. Der Arzt konnte sich das nicht erkl&#228;ren. Nat&#252;rlich deutet dies eindeutig auf ein Wunder hin, was sollte es auch sonst sein?</p>
<p>Nat&#252;rlich will das Ganze mit Glaubhaftigkeit untermauert werden, weshalb auch prompt der Kirchenrichter Jean-Luc Lalanne damit beauftragt wurde diesen Vorfall genauestens zu untersuchen. Am Ende seiner Ermittlungen lautete sein abschlie&#223;endes Urteil, da&#223; diese Heilung nicht mit medizinischen Erkl&#228;rungen abzuhandeln sei. Vielmehr sei es eine Heilung auf absolut unerkl&#228;rliche Art und Weise. So kam man also dem Wunder des Papstes ein ganzes St&#252;ck n&#228;her. Nat&#252;rlich mu&#223;te sich der Vatikan auch kritische Stimmen anh&#246;ren, die besagten, da&#223; man eigentlich einen unabh&#228;ngigen Menschen zur Pr&#252;fung der Sachlage h&#228;tte ausw&#228;hlen sollen, statt eines in der Kirche Bediensteten. Doch dieser Kritik brachte der Erzbischof Feidt entgegen, da&#223; die katholische Kirche in solchen Dingen anspruchsvoller als die Justiz sei. In meinen Augen lehnt sich der gute Erzbischof da sehr weit aus dem eigenen Kirchenfenster. </p>
<p>In Rom wird nun in den kommenden Tagen eine Kongregation dar&#252;ber befinden, ob es sich denn letztendlich um ein anerkanntes Wunder des Papstes handelte oder nicht. Die Zeichen stehen jedoch sehr zu Gunsten des ehemaligen polnischen Kirchenoberhauptes.</p>
<p>Aus meiner Sicht ist es geradezu l&#228;cherlich, wie man solch einem Fall eine so immens gro&#223;e Aufmerksamkeit seitens der Medien und der Bev&#246;lkerung schenken kann. Wir leben aber ganz offenbar in einer Zeit, in der es wieder in Mode kommt, sich in solche Dinge geradewegs hineinzufl&#252;chten. Es wirkt, als sei es der heimliche Wunsch von vielen, da&#223; man selbst auch eines Tages Teil eines solchen Wunders werden k&#246;nnte. Andererseits kann man es so manch einem nicht einmal &#252;bel nehmen, da&#223; er oder sie sich solchen Dingen zuwenden, f&#228;llt es so doch wesentlich leichter die fatalen Fehler unseres Systems zu verdr&#228;ngen und zeitweise zu vergessen, f&#228;llt es doch so jedem leichter nicht daran zu denken, wie stark man Macht und Gier in dieser Welt und besonders in der Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert ist. </p>
<p>F&#252;r mich gibt es auch ein Wunder. Denn wie sonst sollte man es bezeichnen, da&#223; sich eine Staatsform deren Staatsoberh&#228;upter und Wirtschaftsbosse kontinuierlich in die eigene Tasche wirtschaften, so lange aufrecht erhalten und ein Volk zum Narren halten kann? Das mu&#223; ein Wunder sein, denn normal ist das nicht!</p>
<p><span class="bildquelle">Foto: &copy; N-Schmitz / Pixelio</span></p>
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